E-Mobilität

Geringe Reichweite in den Wintermonaten

Stichwort Reichweite: Mit geladenen Akkus nehmen Post-Zusteller in Wittgenstein täglich mehrere E-Autos in Betrieb. Aber das Bergland scheint topografisch schwierig – kurz nach Einführung der Wagen hatte es Ausfälle gegeben.

Stichwort Reichweite: Mit geladenen Akkus nehmen Post-Zusteller in Wittgenstein täglich mehrere E-Autos in Betrieb. Aber das Bergland scheint topografisch schwierig – kurz nach Einführung der Wagen hatte es Ausfälle gegeben.

Foto: Christoph Vetter

Erndtebrück.   14. Erndtebrücker Wirtschaftstreff diskutiert über die E-Mobilität. Verein Handel, Handwerk und Touristik und die Gemeinde Erndtebrück laden ein.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Die E-Mobilität wird sich durchsetzen – wann, das ist unklar. Das kann bald schon sein oder erst in 30 Jahren“, sagte Prof. Dr.-Ing. Peter Burggräf, der im Rahmen des 14. Erndtebrücker Wirtschaftstreffs im Casino der Hachenberg-Kaserne über das Thema E-Mobilität informierte. Der Verein Handel, Handwerk und Touristik und die Gemeinde Erndtebrück hatten gemeinsam zu dem traditionellen Treffen geladen.

Der Wissenschaftler

Auch wenn Burggräf die E-Mobilität nicht als Lösung für alle Probleme sieht, so brachte er doch den Vertretern aus Wirtschaft, Handwerk und Politik die Chancen der E-Mobilität näher. Der Referent leitet nicht nur den Lehrstuhl „International Production Engineering and Management“ an der Uni Siegen, sondern sitzt auch als Mitglied im Aufsichtsrat des Elektrofahrzeug-Herstellers „e.Go Mobile AG“ und ist Geschäftsführer der „StreetScooter Research GmbH“, Entwickler der knallgelben E-Sprinter für die Deutsche Post, die auch in Wittgenstein unterwegs sind.

Der Vorteil fürs Klima

„Wenn wir beim Thema Erd-Erwärmung sind, dann hat das immer etwas mit Komfort zu tun. Langfristig müssen wir diesen Komfort vielleicht einschränken, denn so wie bisher können wir nicht weitermachen.“ Die E-Mobilität ist eine Möglichkeit, die CO2-Emission zu reduzieren. Hier nannte er vor allem Großstädte, in denen viele Berufspendler Kurzstrecken fahren müssen. Aufgrund der eingeschränkten Reichweite bieten sich E-Autos vor allem als Stadtautos an, um schnell von A nach B zu kommen. Eine weitere gute Nische seien Flotten – ob bei der Zustellung von Paketen oder auch im ambulanten Pflegedienst.

Die Bedenken

Viele Gäste nutzten auch die Gelegenheit, ihre Bedenken und Fragen zur E-Mobilität zu äußern. Einige thematisierten die schlechte Reichweite in Wintermonaten, die Burggräf bestätigte. Die Batterien der Elektrofahrzeuge benötigen eine gewisse Wärme, um volle Leistung bringen zu können. Das größte Entwicklungspotenzial sieht der Wissenschaftler in der Herstellung der Auto-Batterien, die fast alle aus China kommen. „Die Deutschen haben die Entwicklung verschlafen – hier muss der Ansporn entstehen, die Batterien selbst zu entwickeln, um große Transportwege zu vermeiden“, so Burggräf weiter.

Die Chancen für die Region

Als Chance für die Region nannte Burggräf die Smarte Demonstrationsfabrik Siegen, die derzeit mit Partnern aus der Region in alten Fabrikhallen im Siegerland realisiert werde. Diese soll als Fortbildungs- und Forschungszentrum dienen, zudem wird dort bald die Hinterachse für den „e.Go life“ produziert. Beim „e.Go life“ handelt es sich um den ersten Elektro-Kleinwagen des Aachener Start-Ups „e.Go Mobile AG“. Die ersten Fahrzeuge der Serienfertigung liefen in der vergangenen Woche vom Band.

Das Netzwerken

Im weiteren Verlauf des Treffs warb der Wissenschaftler für das Netzwerken heimischer Unternehmen, um Wissen und Erfahrungen effektiv nutzen und austauschen zu können. Er bezieht sich dazu auf das Spitzencluster „Metall + Daten“, welches das Ziel hat, die Metallverarbeitung in Südwestfalen erfolgreich nach vorne zu bringen.

Das sagt der Bürgermeister

Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau hob im Rahmen des Wirtschaftstreffs einmal mehr die Bedeutung heimischer Unternehmen hervor. „Ich möchte hier einen großen Dank aussprechen. Dank Ihnen geht es uns in Erndtebrück gut. Sie schaffen Arbeitsplätze, gute Verdienstmöglichkeiten und bieten einzigartige Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt.“ Und auch für den Wohnraum aktueller und künftiger Arbeitskräfte sieht er gute Perspektiven. Durch die erfolgreiche Vermarktung der „Kuhlmann-Siedlung“ Anfang der Woche und die Planung eines neuen Baugebiets in Erndtebrück könnten sich weitere Fachkräfte in der Edergemeinde niederlassen.

• Hier geht’s zu mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus Wittgenstein.

• Die Lokalredaktion Wittgenstein bei Facebook – jetzt mitdiskutieren!

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben