Fachkräfte-Einwanderungsgesetz

Gesucht in Wittgenstein: Mitarbeiter mit Berufsausbildung

Mehr als die Hälfte der Betriebe im Wirtschaftsraum Siegen-Wittgenstein/Olpe sehen in der Fachkräfte-Sicherung den derzeit größten politischen Handlungsbedarf.

Mehr als die Hälfte der Betriebe im Wirtschaftsraum Siegen-Wittgenstein/Olpe sehen in der Fachkräfte-Sicherung den derzeit größten politischen Handlungsbedarf.

Foto: Hendrik Schulz / WP

Siegen-Wittgenstein.  Arbeitssuchende Fachkräfte können für sechs Monate nach Deutschland kommen. Seit dem neuen Gesetz gilt dies nicht nur für Hochschulabsolventen.

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Der Bundestag hat das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz beschlossen. Damit soll die Fachkräfte-Sicherung durch eine gezielte Zuwanderung aus Drittstaaten unterstützt werden. Und das sei auch dringend nötig, heißt es aus der heimischen Industrie: Mehr als die Hälfte der Betriebe im Wirtschaftsraum Siegen-Wittgenstein/Olpe sehen in der Fachkräfte-Sicherung den derzeit größten politischen Handlungsbedarf.

„Besonders gesucht sind Mitarbeiter mit beruflicher Ausbildung“, erläutert Klaus Fenster, Geschäftsführer bei der IHK Siegen. Zwar müssten auch die Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und Ältere noch weiter verbessert werden – doch dies werde perspektivisch, gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, nicht ausreichen. Genau hier setze nun das neue Gesetz an, das die Zuwanderung von beruflich Qualifizierten zu Recht in den Fokus rückt.

Keine Engpass-Berufe mehr

Die bislang geltende Beschränkung auf einige Engpass-Berufe wird aufgehoben. Die bisher angestellte Betrachtung auf Grundlage einer sogenannten „Positivliste“ konnte nicht alle Berufe berücksichtigen, bei denen in den Betrieben vor Ort tatsächlich Engpässe bestehen. Ein konkretes Arbeitsplatz-Angebot bleibt wesentliche Voraussetzung für die Zuwanderung. Der Arbeitsuchende kann jetzt jedoch – befristet für sechs Monate – zur Arbeitsplatz-Suche nach Deutschland kommen. Dies war bislang nur Hochschulabsolventen vorbehalten.

Dazu Klaus Fenster: „Die Ausweitung dieser Regelung auf beruflich Qualifizierte ist im Kern sinnvoll, denn gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es schwierig und aufwendig, im Ausland passende Kandidaten zu suchen.“ Allerdings lege der Gesetzgeber hier hohe Hürden fest, indem er etwa eine vollständig gleichwertige Berufsqualifikation zur Bedingung mache.

Ob dieses Kriterium mit Blick auf das besondere deutsche Ausbildungssystem oft erfüllt werde, sei fraglich. „Hier sollte eine teilweise Gleichwertigkeit der Qualifikation reichen. Denn nach einer Beschäftigungsaufnahme lassen sich berufsbegleitend fehlende Kenntnisse nachholen“, so der IHK-Geschäftsführer.

Sprach-Erwerb fördern

Damit die erhofften Effekte für die Fachkräfte-Sicherung tatsächlich eintreten, sollten zudem Begleitmaßnahmen im In- und Ausland verfolgt werden, findet Fenster. Dazu gehören unter anderem die Förderung des Sprach-Erwerbs, Informations- und Marketing-Aktivitäten zugunsten des Arbeitsortes Deutschland und die Beratung bei der Berufsanerkennung im Ausland.

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