Wisente

Getöter Bulle endet auf dem Teller

"Gegenverkehr" auf dem Rothaarsteig

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Foto: Wolfram Martin

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Bad Berleburg/Latrop. Das Wildbret des bei Latrop verunglückten und mit einem Gnadenschuss erlösten Wisentbullen ist an einen Wildhändler im Rheinland verkauft worden.

Das ist unter Regie des Landesbetriebs Wald und Holz NRW passiert, wie unsere Zeitung erfuhr. Nach dem Unfall, bei dem der Jungbulle – wie berichtet – durch einen Bruch der Schulter zunächst schwer verletzt worden war, hat der zuständige Förster des Regionalforstamtes Oberes Sauerland in Absprache mit Wisent-Ranger Jochen Born dem Tier den Fangschuss gegeben.

Unfall geschah im Staatsforst

Wie sich herausgestellt hat, dürfte der in der frei laufenden Herde herrschende Bulle „Egnar“ wohl nicht als Verursacher des Sturzes in Frage kommen. Vielmehr haben ein Tierarzt und eine Veterinärmedizinerin an dem toten Wisent eine alte, ohne Entzündung verheilte Verletzung ausmachen können. Das wiederum ermöglichte die fachliche Einschätzung, dass das Wildbret des Jungbullen als „verwertbar“ eingestuft worden ist. Da war der Trägerverein der Wisent-Welt allerdings schon nicht mehr involviert, da er das Wildbret nicht für sich beansprucht hatte.

Eine ganz normale Geschichte; denn hier definiert das Landesjagdgesetz ganz eindeutig, dass derjenige der Besitzer eines verendeten Wildes ist, auf dessen Eigentum es verendet ist. Das gilt beispielsweise auch bei einer Nachsuche im Anschluss an Jagden für krank geschossenes, in Nachbarreviere geflüchtetes Wild.

In diesem Fall war der etwa einjährige Jungbulle unweit der „Dicke Eiche“ im Latroper Grubental eine mehrere Meter hohe Böschung hinab gestürzt und dort erlegt worden. Das Gebiet dort ist Staatsforst; ergo war das Forstamt Oberes Sauerland in Schmallenberg für die weitere Verwendung zuständig. Darum hatte übrigens auch der Trägerverein das Forstamt schriftlich gebeten.

Dr. Michael Emmrich hat als Pressesprecher der Wisent-Welt-Wittgenstein auf Anfrage unserer Zeitung erklärt: „Der Trägerverein hat dem Regionalforstamt unabhängig von der Eigentumsfrage das Wildbret überlassen.

Über die weitere Verwendung ist uns nichts bekannt. Sollte das Wildbret nach vorheriger Freigabe verwertet worden sein, so halten wir das für einen völlig normalen Vorgang und hätten nicht anders gehandelt.“

Vom Erlös Tierärzte bezahlt

Wo genau das durchaus genießbare Wisentfleisch letztlich auf dem Teller gelandet ist, wollte ein Sprecher des Forstamtes unserer Zeitung mit Blick auf „Datenschutz“ nicht verraten, nur so viel: Das Wildbret im Ganzen – es waren 148 Kilogramm – hat keine 1000 Euro eingebracht. Außerdem hat das Forstamt Schmallenberg von dem Erlös die Kosten für die Mediziner bezahlt.

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