Stadtentwicklung

Goetheplatz-Gestaltung: 1a-Variante als „Alibi“ bezeichnet

Anfang Dezember 2018, die Motorsägen liegen bereit: der Goetheplatz kurz vor der großen Baumfäll-Aktion. Bis zuletzt hatten einige Bürger dagegen protestiert.

Anfang Dezember 2018, die Motorsägen liegen bereit: der Goetheplatz kurz vor der großen Baumfäll-Aktion. Bis zuletzt hatten einige Bürger dagegen protestiert.

Foto: Christoph Vetter

Bad Berleburg.   Goetheplatz-Diskussion: UWG kritisiert Verwaltungsvorschlag zur Umgestaltung. Grüne erinnern an anderslautende frühere Beschlüsse.

Die Kompromiss-Variante 1a plus Anpflanzung neuer Bäume mit einer Höhe von mindestens fünf Metern – das haben die Politiker im Ausschuss für Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt am Dienstagabend der Stadtverordneten-Versammlung als Beschluss zur geplanten Umgestaltung empfohlen. Kritik dazu kam allerdings zuvor in der Diskussion von den Grünen und der UWG.

So erinnerte Michael Düben (Grüne) an frühere politische Beschlüsse, nach denen es nie um die jetzt im Raum stehenden 16 Stellplätze am Goetheplatz gegangen sei – dafür aber um zwölf Linden und eine Friedenseiche. Und das solle nun ein halbes Jahr später einfach keine Rolle mehr spielen?

Mehrheit begrüßt gefundene Lösung

Dazu verwies Beigeordneter Volker Sonneborn für die Stadt auf die nun vorgesehene Neubepflanzung, die zwischenzeitlich vom Ältestenrat unter Beteiligung aller Ratsfraktionen so verabredet worden sei. Zum Hintergrund: Mit Hinweis der Stadtverwaltung auf die fehlende Standfestigkeit und trotz Protesten einiger Bürger waren alle Bäume auf dem Platz Anfang vergangenen Dezember gefällt worden.

Jürgen Weber (UWG) bezeichnete die Kompromiss-Vorlage der Verwaltung – in die auch Ideen eines eigens gebildeten Bürgerrates und Anregungen von Goetheplatz-Anwohnern eingeflossen sind – als „Alibi“ für etwas, was die Stadt doch ohnehin schon vorgehabt habe: Erst mit der Motorsäge reinen Tisch machen und dann einfach neu anfangen. Hier habe die Klimaschutz-Kommune Bad Berleburg über 100 Jahre alte Bäume geopfert, habe sie „ohne Not gefällt“. Der UWG-Politiker bat im Übrigen darum, auf Kübel-Bepflanzungen zu verzichten. Die ist jedenfalls angedacht, um etwa künftig Außen-Gastronomie von der übrigen Platzfläche abzuschirmen.

Sonneborn (SPD) fragt nach Stellplatz-Kosten

Am Ende votierten Weber und Düben ebenso gegen die Verwaltungsvorlage wie auch Karl Heinrich Sonneborn (SPD), während eine breite Mehrheit im Ausschuss die 1a-Variante ausdrücklich begrüßte. Da sei endlich ein Kompromiss „mit größtmöglicher Schnittmenge“ gefunden worden, befand Werner Wegener (CDU) – einer, der nach jahrelangen Diskussionen wohl auch endlich umgesetzt werde, hoffte Bodo Hüster (SPD).

Seinem Parteikollegen Sonneborn dagegen erschien der Aufwand insbesondere für die Parkplätze viel zu hoch. Von der Verwaltung wollte er wissen, wie hoch denn die Kosten allein für die geplanten Stellplätze seien. Diese Kosten seien jedenfalls im Gesamtbudget von rund 1,35 Millionen Euro enthalten, so Beigeordneter Sonneborn. Details werde er bis zur Stadtverordneten-Versammlung kommenden Montag, 27. Mai (öffentliche Sitzung ab 18 Uhr, Aula des Johannes-Althusius-Gymnasiums), nachreichen.

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