Feuerwehreinsatz

Großbrand im ehemaligen Westfälischen Hof in Bad Berleburg

Der frühere Westfälische Hof in Bad Berleburg wird ein Raub der Flammen.

Der frühere Westfälische Hof in Bad Berleburg wird ein Raub der Flammen.

Foto: Lars-Peter Dickel

Bad Berleburg.   Gasbrenner löst bei Dacharbeiten das Feuer aus. 17 Menschen werden auf Verdacht auf Rauchvergiftung untersucht. Sachschaden 500.000 Euro.

Flammen und dichter Rauch quellen unter einem Vordach hervor und greifen schnell um sich. Auf der Terrasse des Ayubowan Ayurveda Center am Ortseingang von Bad Berleburg zeigt sich das folgenschwere Feuer zuerst. Nur wenige Minuten später wird aus dem als „Feuer 4 – Wohnungsbrand“ gemeldeten Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr und den DRK-Rettungsdienst ein Großeinsatz. Am Ende des Tages werden über 80 Feuerwehrleute in Bad Berleburg gegen die Flammen kämpfen und sich zahlreiche Rettungsassistenten um 16 Betroffenen kümmern, die sich gerade noch rechtzeitig vor den Flammen retten konnten - manche davon nur in Bademantel und Hausschuhen.

Großbrand in Bad Berleburg

Das Ayurveda-Center im ehemaligen Hotel Westfälischer Hof brennt völlig aus. Ein großes Aufgebot an Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ist im Einsatz.
Großbrand in Bad Berleburg

Gegen 16.30 Uhr treffen immer mehr Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Bad Berleburg am Einsatzort an der Astenbergstraße ein. Die Drehleiter und das Großtanklöschfahrzeug werden schnell in Stellung gebracht, um das Dach des brennenden Hauses zu kühlen und züngelnde Flammen zu ersticken. Gleichzeitig rüsten sich Feuerwehrtrupps mit Atemschutzgeräten aus und andere Einsatzkräfte verlegen Schlauchleitungen.

„Es befindet sich eine unklare Anzahl an Menschen im Gebäude“, erläutert der stellvertretende Stadtbrandmeister Matthias Limper. Feuerwehrleute bereiten sich bereits für den Innenangriff und die Menschenrettung vor, als klar wird, dass alle Gäste des Ayurveda Centers und auch allen Beschäftigten das Gebäude rechtzeitig verlassen konnten.

Immer mehr Blaulicht und Martinshorn ist zu hören. Löschfahrzeuge aus Berghausen, Raumland, Schüllar-Wemlighausen kommen dazu. Auch die Polizei muss immer mehr Kräfte einsetzen, weil die Bundesstraße 480, der Homrighäuser Weg und die Hochstraße gesperrt werden müssen. Von Winterberg aus in Richtung Stadtmitte bildet sich ein langer Stau.

Die erste Erleichterung der Feuerwehrleute über die geretteten Personen weicht der Erkenntnis, dass sich die Flammen des Feuers bereits unter dem Dach durch das Gebälk fressen. Dichte graubraune Rauchschwaden quellen unter dem Schiefer am Dachfirst hervor. Die Hitze muss enorm sein. Nach und nach platzen die Schiefersteine und knallen dabei wie Feuerwerkskörper. Aus einem Dachfenster lodern schließlich rote Flammen. Aus Bad Laasphe wird eine zweite Drehleiter nachalarmiert. Am Steuer sitzt der Laaspher Wehrführer und stellvertretende Kreisbrandmeister Dirk Höbener. Trotzdem: Am frühen Abend wird klar sein, dass die Feuersbrunst auch auf den Rückseitigen Anbau übergegriffen hat.

Während die Feuerwehrleute die Flammen bekämpfen und zusätzliche Wasserversorgung aus der Odeborn und dem Lausebach aufbauen, kümmert sich ein Team des DRK-Rettungsdienstes um 17 Mitarbeiter und Gäste aus dem Ayurveda-Center. Sie werden von zwei Notärzten und Rettungsassistenten in Empfang genommen, kurz untersucht und registriert. Sie werden mit Mannschaftsbussen der Feuerwehr zu einem Sammelplatz am Bad Berleburger Rathaus gebracht und genau untersucht, um Rauchgasvergiftungen feststellen zu können. Parallel dazu löst die Leitstelle der Feuerwehr Großalarm für den Rettungsdienst aus: Das Stichwort MANV1 steht für Massenanfall an Verletzten. Rettungswagen aus dem gesamten Kreisgebiet werden am Bad Berleburger Rathaus zusammengezogen, um mögliche Verletzte sofort in Kliniken bringen zu können. Nach gut zwei Stunden scheint klar zu sein, dass es keine Verletzten gibt. Der Rettungsdienst spricht ausschließlich von Betroffenen.

So entspannt die Lage bei der Versorgung von Verletzten ist, so angespannt ist sie bei den Löschmannschaften, die bis zum späten Abend weiter in Aktion sind.

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