Multivisionsshow

Hausboot-Tour zieht knapp 700 Gäste in Berleburger Gymnasium

Dr. Martin Schulte-Kellinghaus erkundet regelmäßig die französischen Landschaften vom Hausboot aus. Im Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasium erzählt er von den Flussstraßen Frankreichs

Foto: Erich Spiegelhalter

Dr. Martin Schulte-Kellinghaus erkundet regelmäßig die französischen Landschaften vom Hausboot aus. Im Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasium erzählt er von den Flussstraßen Frankreichs Foto: Erich Spiegelhalter

Bad Berleburg.  Über 20 Hausboot-Touren fuhr Dr. Martin Schulte-Kellinghaus durch Frankreich. Beim Literaturpflaster erzählte er von seinen Reisen.

„Leinen los“ beim Literaturpflaster: Am Dienstag und Mittwoch zeigte Dr. Martin Schulte-Kellinghaus im Johannes-Althusius-Gymnasium eine Sammlung seiner Reisebilder mit dem Hausboot.

Vor der Fahrt

In die Aula lockte eine erdichtete Fahrt durch die verflochtenen Kanäle Frankreichs, zusammengestellt aus über 20 Einzelfahrten quer durch die Landschaften von Burgund bis zum Mittelmeerstrand. Die Größe seiner Crew in Bad Berleburg war beachtlich: Knapp 700 Gäste heuerten an, um die Kanäle zu erkunden. Der Großteil davon waren Jugendliche aller weiterführenden Schulen der Stadt, hinzu kamen rund 80 Interessierte bei einer Abendvorstellung am Dienstag.

Erfahrener Kapitän

Sie trafen auf einen Kapitän mit viel Erfahrung: So reist Dr. Martin Schulte-Kellinghaus schon seit Jahrzehnten rund um den Globus – und erzählt darüber. Über 30 Bücher hat der promovierte Naturwissenschaftler bereits von seinen Fahrten veröffentlicht, darunter Bildbände von Kanada, Neuseeland oder Norwegen.

Auch mit Vortragsreihen tourt er durch die Republik, erzählt vom Marsch über den Jakobsweg oder die glühenden Wüsten im Westen Amerikas. Fahrten mit dem Hausboot haben für ihn dennoch einen besonderen Stellenwert: „Vor 20 Jahren habe ich meine erste Fahrt durch Burgund gemacht – dabei hat mich die Leidenschaft gepackt“, schwärmte Schulte-Kellinghaus vom Reiz einer Reise im Schritttempo. So schaffen Hausboote selten mehr als acht Kilometer in einer Stunde – wegen der Schleusen sind es unterm Strich häufig sogar nur knapp drei Kilometer. Viel Zeit für einen Blick auf das Umland: „Frankreich bleibt für mich das Paradies zum Hausboot-Fahren“, legte sich der Gast am Beginn des Bildvortrags fest.

Seine Liebe zur französischen Natur, Kultur und Geschichte trug er darauf auch in die Aula des Johannes-Althusius Gymnasiums. Das Ergebnis war eine knapp zweistündige Verneigung in Bildern – ausgemalt mit farbenreicher Inszenierung.

Die Reise per Hausboot

Über die große Leinwand auf der Bühne flimmerten Hochglanz-Bilder von malerischen Fluss-Landschaften, massiven Schleusentoren und glänzenden Hafenanlagen, begleitet von seichter Pianomusik oder einem rhythmischen Akkordeon. Dazwischen setzte Schulte-Kellinghaus mit tiefer Stimme kleine Geschichten und Erzählungen zu den gezeigten Bildern:

„An dieser Schleuse trafen wir Gilbert. Er war früher Schleusenwärter und ist heute Gemischtwarenhändler, verkauft Honig und Wein am Rande des Flusses“, machte Schulte-Kellinghaus etwa das Portraitbild eines älteren Franzosen mit weißgrauem Haar lebendig. Die Reise zog sich aber nicht allein über die Flussstraßen, sonder auch durch bekannte französische Metropolen.

Auf dem Land

So zeigte Schulte-Kellinghausen etwa Bilder von prachtvollen Kathedralen in Reims, Paris oder Amiens. „Das ist der größte gotische Kirchenbau in Frankreich“, erläuterte Schulte-Kellinghaus, während über die Leinwand langsam Bilder von den schneeweißen Fassaden der Kirche „Notre Dame d’Amiens“ flimmerten.

In Paris führte er die Gäste durch enge Gassen und Hafenanlagen, in Reims ließ er mit Bildern von Holzfässern und Champagner die Sektkorken knallen.

Außerdem kamen kulinarische Genüsse in den Blick – mit teils skurrilen Auswüchsen: „Zu den Spezialitäten der Küche in Lyon gehören ‘Les Joyeuses’. Das sind Stierhoden.“

Überzeugte Crew

Für seinen Vortrag wurde Martin Schulte-Kellinghaus mit viel Applaus seiner Gäste honoriert.

Auch Bettina Born von BLB-Tourismus zog für das Literaturpflaster ein positives Fazit – und gab sich infiziert: „Ich möchte auf jeden Fall auch mal eine Fahrt mit dem Hausboot machen“, betonte Born begeistert. „Diese entspannte Form des Urlaubs finde ich richtig gut.“

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