Nachgefragt

Wo bleibt die Post? - Probleme im Zustellzentrum Berleburg

"Wo bleibt die Post?" Der Raumländer Ortsvorsteher hat - wie seine Nachbarn in Markhausen - drei Tage lang keine Briefe oder Päckchen erhalten. Die Post entschuldigt sich für den Missstand. Der ist inzwischen behoben.

Foto: Christoph Vetter

"Wo bleibt die Post?" Der Raumländer Ortsvorsteher hat - wie seine Nachbarn in Markhausen - drei Tage lang keine Briefe oder Päckchen erhalten. Die Post entschuldigt sich für den Missstand. Der ist inzwischen behoben. Foto: Christoph Vetter

Bad Berleburg/Markhausen.  Drei Tage keine Post? Da kann doch etwas nicht stimmen, sagt sich Heinz Limper aus Raumland und forscht nach der Ursache.

Drei Tage keine Post? Da kann doch etwas nicht stimmen. Das überfällige Päckchen müsste längst da sein, doch der Zusteller kommt von Donnerstag bis Montagnachmittag nicht auf den Hof von Heinz Limper in Markhausen. „Nicht nur als Privatmann, sondern als Ortsvorsteher habe ich eine Verantwortung“, sagt Limper und forscht mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nach.

Limper findet heraus, dass offenbar ein hoher Krankenstand im Zustellzentrum am Berleburger Hilgenacker zu personellen Problemen geführt hat, unter denen die Postkunden in einigen Teilen Raumlands und in der Berleburger Kernstadt zu leiden haben. „Donnerstags kommt immer das Landwirtschaftliche Wochenblatt; doch diesmal war der Briefkasten leer“, ärgert sich der Raumländer Ortsvorsteher. Auch Freitag und Samstag vergingen ohne Zustellung. Erst am späten Montagnachmittag fuhr dann der gelbe Bulli auf den Markhäuser Hof. „Man hätte uns wenigstens über die Zeitung informieren können“, meint Limper.

Viele Zusteller waren krank

Der Deutschen Post bleibt hier nur eine Entschuldigung, und die kommt über den für den Bereich Gießen/Siegen, also auch Wittgenstein zuständigen Pressesprecher Alexander Böhm aus der Postzentrale in Frankfurt. Böhm bestätigt: „Wir hatten in der vergangenen Woche einen hohen Krankenstand. Natürlich haben wir für solche Fälle Vertreter und Springer oder andere übernehmen die Zustellung; aber das hat hier nicht geklappt. Es tut uns leid, wenn die Kunden nicht bedient werden.“

Gleichzeitig verweist Böhm auf „die Verpflichtung, an sechs Tagen in der Woche die Post zuzustellen. Jeder Brief ist uns gleich wichtig - und das bei bundesweit 59 Millionen Briefen täglich“. Wenn jedoch ein plötzlicher Notfall, eine Krankheit oder ein Ereignis zu Hause einen oder mehrere Boten am Dienst hindern, dann springen andere ein.

„Wir suchen ständig Leute“

Der Sprecher erklärt weiter: „Alle Briefträger haben täglich die selbe Route;denn die Post ist nach der Gangfolge sortiert. Sollte ein Zusteller ausfallen, setzen andere die Verteilung fort. Wenn die inklusive Pausen zehn Stunden und 45 Minuten Dienst geleistet haben, ist das maximale Pensum erreicht. Dann geht es am nächsten Tag dort weiter, wo der Bote aufgehört hat.“

Eine Kommunikation von Zustellproblemen, etwa über die Tageszeitung, hält Böhm für keine gute Lösung, weil solch eine Nachricht nicht aktuell sein könne. „Wenn wir heute melden, es gibt keine Zustellung, kann das ja morgen, wenn’s in der Zeitung steht, schon ganz anders aussehen.“

Aber nicht nur ein hoher Krankenstand, sondern auch generelle Personalprobleme will Alexander Böhm nicht verschweigen: „Wir suchen ständig Leute. Wer sich zutraut, bei uns als Briefträger zu arbeiten, kann sich über das Internet melden. Bewerber sind immer willkommen.“

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