Hommage an Berleburger Rainchen

Wittgenstein.   War's im Winter hart gefroren, hat die Jugend sich gefreut /

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War's im Winter hart gefroren, hat die Jugend sich gefreut /

Und du wandelst traumverloren, doch die Stadt hat nicht gestreut.

Gefährlich war’s bergab zu gehen, plötzlich hopp und hoch das Bein, /

rutschten alle auf den Hintern auf dem Hintern Mühlenrain!


Wohl nur noch hoch betagte Berleburger mögen sich an diese Zeilen erinnern, die der Heimatfreund Prof. Dr. Lutz Jung (1912 - 1989) unter dem Titel „Der hintere Mühlenrain“ als Gedicht verfasst hat. Heinz Strickhausen, Autor mehrerer heimatgeschichtlicher Bücher über Berleburg, hat unter anderem diese Zeilen aufgenommen in einen Beitrag für das aktuelle Heft „Wittgenstein – Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins“. Darin widmet sich Strickhausen einem echten „Dauerbrenner“, was die Berichterstattung und Leserbriefe in den Medien betrifft: den drei Rainchen zwischen der Berleburger Ober- und Unterstadt. Heute erinnern sie mit ihren Namen an markante Gebäude wie das Gericht in der Hochstraße, die Schule (heute Musikschule) oder die alte Mühle (Unterm Hain). Das sind die öffentlichen Rainchen, die früher jeder als „Gängelcher“ bezeichnete. Sie sind im Besitz der Stadt.

Daneben gab es, so berichtet Strickhausen, viele heute längst verschwundene Privatwege, die durch den steilen Hang, mitunter in Serpentinen oder im Zick-Zack-Kurs führten. Strickhausen lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Sie berichten von einer ungesicherten Treppe, von Briels Metzgesellen, die Schweinehälften auf der Schulter in die Oberstadt trugen – oder von Abkürzungen in der Kehre vom Schulrainchen zur Brauerei.

Hochinteressant sind vielen wohl unbekannte Pläne der fürstlichen Familie: „Nach Fertigstellung der Bauarbeiten am und im Schloss gab es 1912 einen Plan, die Häuser gegenüber dem fürstlichen Hause zu erwerben, für einen freien Blick abzubrechen und eine große und breite Freitreppe bis ins Tal erstellen zu lassen, einschließlich einer dazu passenden Brücke über die Odeborn. Nur der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vereitelte die Ausführung dieser Absicht.“

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