Wirtschaft

IG Metall und SCS in Berghausen werden sich nicht einig

Die SCS Stahlschmidt Cable Systems ist zum 31. Juli 2015 an die Peter Möhrle Holding aus Hamburg verkauft worden. Die Familie Stahlschmidt, die das Unternehmen vor etwa 91 Jahren gründete hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen.

Foto: Peter Kehrle

Die SCS Stahlschmidt Cable Systems ist zum 31. Juli 2015 an die Peter Möhrle Holding aus Hamburg verkauft worden. Die Familie Stahlschmidt, die das Unternehmen vor etwa 91 Jahren gründete hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen. Foto: Peter Kehrle

Berleburg-Berghausen.  Die Spannung bleibt. Auch beim letzten möglichen Schlichtungstermin am Freitag konnten sich die Industriegewerkschaft Metall und die Geschäftsführung der SCS Stahlschmidt Cable Systems GmbH & Co. KG nicht auf ein Inkrafttreten des Standortsicherungs-Tarifvertrages einigen.

Die Spannung bleibt. Auch beim letzten möglichen Schlichtungstermin am Freitag­ konnten sich die Industriegewerkschaft Metall und die ­Geschäftsführung der SCS Stahlschmidt Cable Systems GmbH & Co. KG nicht auf ein Inkrafttreten des Standortsicherungs-Tarifvertrages einigen.

Kein Kommentar aus dem Unternehmen

Erneut habe die Geschäftsführung um Kai-Uwe Wollenhaupt nicht die von der Gewerkschaft verlangten Zahlen und Zukunftsprognosen für den Standort Wittgenstein vorlegen können. „Der ­Tarifvertrag kann so nicht zustande kommen“, kommentiert der 1. Bevollmächtigte der IG Metall die Entwicklung im Gespräch. Das Unternehmen mochte die Gespräche nicht kommentieren. Dieser gescheiterte Versuch einer Einigung bedeutet nicht automatisch das Aus für die Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, dass es einen so genannten Übergangstarifvertrag geben soll. Der hat eine deutlich verkürzte Laufzeit und soll nach dem Willen beider Seiten bis zum 30. August 2017 gelten.

Schon im November könnten die Verhandlungen für diesen neuen Tarifvertrag folgen. Anschließend muss er von den bei SCS beschäftigten Gewerkschaftsmitgliedern diskutiert und auch angenommen werden, um Gültigkeit zu erlangen, erläutert Andree Jorgella das Prozedere.

Mitglieder haben das letzte Wort

Ob sich der Übergangstarifvertrag inhaltlich grundsätzlich von dem im Sommer verhandelten Standortsicherungs-Tarifvertrag unterscheiden werde, mochte Jorgella nicht kommentieren. Fakt ist, dass dieses Papier im Grunde auch ohne die offizielle Zustimmung der Gewerkschaft bereits gelebt wird. Das bestätigten Informanten aus dem Unternehmen. Sollte auch der neue Übergangstarifvertrag nicht zustande kommen, würde der allgemein gültige Metalltarifvertrag gelten.

Das würde bedeuten, dass die in den Öffnungsklauseln vereinbarten Kürzungen bei Weihnachts- und Urlaubsgeld oder auch die Lohnunterschiede ausgeglichen werden müssten. Dies würde zu erheblichen Mehrkosten für das Unternehmen führen. Wenn der Übergangs-Tarifvertrag aber kommen sollte, dann sieht die IG Metall die Unternehmensführung bis spätestens August 2018 in der Pflicht, nicht nur eine geprüfte Geschäftsjahresbilanz, sondern auch eine Zukunftsprognose abzugeben, so Jorgella.

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