Wanderwege-Check

Feudingen: „Ilsetalpfad“ - Ein Premiumwanderweg zum Genießen

Auf dem Ilsetalpfad: Die Rothaarsteigspur mit dem schwarzen Rothaarsteiglogo führt Wanderer durch eine schöne, teils abgeschiedenen Waldlandschaft des Ilsetals. Höhepunkte sind der Weidelbacher Weiher und einige lohnende Ausblicke vom Rothaarkamm ins Land.

Auf dem Ilsetalpfad: Die Rothaarsteigspur mit dem schwarzen Rothaarsteiglogo führt Wanderer durch eine schöne, teils abgeschiedenen Waldlandschaft des Ilsetals. Höhepunkte sind der Weidelbacher Weiher und einige lohnende Ausblicke vom Rothaarkamm ins Land.

Foto: Lars-Peter Dickel/Melanie Kaiser / WP

Feudingen.  Die Heimatzeitung macht sich auf die Socken und testet ein Dutzend Wanderwege in der Region Wittgenstein. Folge 1 führt uns ins Obere Lahntal.

Eines muss ich dem Corona-Virus lassen. Durch die strengen Regeln und die eingeschränkten Reisemöglichkeiten entdecken wir Wittgensteiner unsere Heimat neu. Statt Urlauben in weit entfernten Ländern rücken der Garten, der Balkon oder eben die Wiesen und Wälder in den Blick für unsere Freizeit: Deshalb testet das Team der Redaktion jetzt Wittgensteiner Wanderwege. Den Anfang macht der Ilsetalpfad in Feudingen. Eines vorweg: Es lohnt sich!

Streckenprofil

Der Ilsetalpfad ist ein Rundweg von etwa 16 Kilometern Länge und einer Höhendifferenz von rund 450 Metern. Den höchsten Punkt erreicht der Weg mit 637 Metern oberhalb des Lahntals bei Glashütte. Er ist ausdrücklich als Tagestour ausgewiesen. Der Wanderweg führt meist über gut ausgebaute Waldwege, teils über echte Fußpfade und nur selten über Asphalt. Für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen ist der Weg ungeeignet und nur in Teilabschnitten nutzbar. Weil der Pfad auch die Möglichkeit bietet, kurz nach der Hälfte – nämlich am Weidelbacher Weiher – abzukürzen und zum Ausgangspunkt zurückzukehren, ist er auch in zwei Etappen erwanderbar. Das kommt der Kondition von Wander-Anfängern oder Familien mit kleinen Kindern zugute.

Ich vergebe für Wegeführung und Streckenprofil: 4 von 5 Sternen

Ausrüstung

Die Wege sind gut begehbar, so dass bei gutem Wetter leichte Wanderschuhe reichen sollten. Wer aber leicht umknickt, sollte auf hohe Schuhe setzen. Das Gleiche gilt bei Regen oder Schnee. Wanderer in Wittgenstein sind mit einem Pullover und leichten Regenjacke immer bestens ausgerüstet. Selbst bei hohen Temperaturen gibt es im Ilsetal schattige Ecken, in denen es sich deutlich kühler – und angenehmer – laufen lässt. Ein Rucksack für Jacke, Brotzeit und auf jeden Fall eine Flasche Wasser ist bei allen Tagestouren ein Muss.

Ich vergebe für die notwendige Ausrüstung: 4 von 5 Sternen

Orientierung

Der Ilsetalpfad ist eine von elf „Rothaarsteig-Spuren“. Das sind ausgewählte Tagestouren, die den „Weg der Sinne“ komplettieren. Diese „Spuren“ eint das gleiche Wegzeichen, das Rothaarsteig-R auf schwarzem Grund. Wer den Ilsetalpfad läuft, kann sich auf die Wegzeichner des SGV verlassen. Nur selten gibt es Zweifel an der Streckenführung. Wer sich neben den Schildern auf GPS-Navigation seines Smartphones und Apps wie „outdooractive“ oder „komoot“ verlässt, könnte an einigen Stellen im Ilsetal Probleme bekommen, wenn der GPS-Empfang aussetzt. Und wer ab dem Weidelbacher Weiher abkürzen will, nutzt einen anderen Weg! Generell ist es nicht verkehrt, entweder die Karte am Eingangsportal mit dem Handy abzufotografieren – oder aber ganz altmodisch eine Wanderkarte im Rucksack zu haben.

Ich vergebe für die Orientierung: 5 von 5 Sternen

Rastplätze/Einkehr

Beim Ilsetalpfad steht bei 16 Kilometern Länge das Naturerlebnis im Vordergrund. Zeit zum Einkehren gibt es kaum. Einkehrmöglichkeiten fast direkt am Weg bietet lediglich das Hotel Auerbach in Feudingen. Doch das liegt entweder am Anfang oder Ende – je nachdem, in welcher Richtung man läuft. Also sollten Wanderer auf Rucksackverpflegung setzen. Neben Bänken an Aussichtspunkten gibt es auch zwei sehr schöne Rastplätze: am Weidelbacher Weiher (nach 9 Kilometern) und der Bettelmannsbuche (nach 10 Kilometern). Beide liegen auf der zweiten Hälfte des Weges. Nichtsdestotrotz verfügt das Obere Lahntal mit dem Landhotel Doerr und dem Lahntalhotel in Feudingen sowie dem Jagdhof Glashütte im benachbarten Ortsteil Glashütte über hervorragende Hotels – nur eben nicht direkt am Weg.

Für die Einkehr- und die Rastmöglichkeiten: 3 von 5 Sternen

Höhepunkte

Zweifellos ist der Ilsetalpfad ein „Wanderhöhepunkt“ in Wittgenstein. Er belohnt nach starken Anstiegen zum Beginn mit tollen Ausblicken auf Feudingen von der Mackelshelle (nach wenigen 100 Metern) und der Hohen Ley (2,5 Kilometern) und später oberhalb des Wisentgeheges im Dernbach bei Kilometer 15. Ohne Übertreibung als wunderschön lässt sich der Fußpfad entlang der Ilse im Tal beschreiben. Nur knapp 2,5 Kilometer lang ist dieser Streckenabschnitt, der sich aber als ursprünglich und tatsächlich „romantisch“ beschreiben lässt.

Das Wandererlebnis bewerte ich mit: 5 von 5 Sternen

Fazit

Der Ilsetalpfad überzeug mit Streckenführung, sehr guter Wegezeichnung und toller Natur. Außerdem ist er auch für Anfänger ohne außergewöhnliche Ausrüstung gut zu schaffen, zumal die Tagestour auch halbierbar ist.

Für Wanderer in Wittgenstein ist der Ilsetalpfad ein echtes Muss und erhält: 4 von 5 Sternen

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