Zwangsversteigerung

In Erndtebrück steht das erste Kuhlmann-Haus vor dem Verkauf

Erstmals interessiert sich jemand ernsthaft im Zwangsversteigerungsverfahren für eines der Mehrfamilienhäuser in der Kuhlmann-Siedlung Erndtebrück. Detlef Gründer (Lippstadt) hat ein Gebot abgegeben. Der Zuschlag steht noch aus.

Erstmals interessiert sich jemand ernsthaft im Zwangsversteigerungsverfahren für eines der Mehrfamilienhäuser in der Kuhlmann-Siedlung Erndtebrück. Detlef Gründer (Lippstadt) hat ein Gebot abgegeben. Der Zuschlag steht noch aus.

Foto: Christoph Vetter

Erndtebrück.   Überraschung im Amtsgericht Bad Berleburg: Detlef Gründer bietet für ein Objekt im Höhenweg. Aber der Kaufmann aus Lippstadt will noch mehr.

Zum ersten Mal ist ein Bieter bei einer Zwangsversteigerung der Erbbaurechte an einem der Kuhlmann-Häuser in Erndtebrück aufgetreten. Und zum ersten Mal gibt es einen Termin für die Verkündigung des Zuschlags. Für die fünf Eigentumswohnungen im Mehrfamilienhaus Höhenweg 41 hat Detlef Gründer aus Lippstadt insgesamt 56 700 Euro geboten; obendrauf muss der 51-jährige Diplom-Kaufmann die Erbbauzinsreallast von knapp 139 000 Euro bezahlen.

Detlef Gründer ist Geschäftsführer der im Handelsregister am Amtsgericht Essen eingetragenen „Rhein-Ruhr Grundbesitzinvest 2 GmbH“, in deren Namen er am Montagnachmittag im Verfahren die Gebote abgab – jeweils wenige Euro über dem gerichtlich festgelegten Bargebot.

Interesse an der kompletten Siedlung

Im Gespräch mit unserer Zeitung gibt sich der Geschäftsführer eher wortkarg. Hat er vielleicht Interesse an dem gesamtem Komplex der Kuhlmann-Immobilien mit über 40 Häusern? „Wir möchten das als Gesamtpaket erwerben und weiter entwickeln. Dazu laufen zurzeit parallel auch Verhandlungen mit den Gläubigern – außergerichtlich.“

Begonnen haben die Gespräche offenbar schon früher; denn mit dem für die Gläubiger agierenden Rechtsanwalt Torsten Tiedemann (Hamburg) unterhielt sich Gründer gleich nach dem Ende der Verhandlung noch auf dem Flur des Amtsgerichts. Beide machten den Anschein, dass sie sich kennen.

Umfangreiches Verfahren für zwei Rechtspfleger

Rechtspflegerin Claudia Bald, die sich „wegen des Umfangs des Verfahrens“ die Bearbeitung mit ihrem Kollegen Thomas Göbel teilt, hatte nach dem notwendigen Verlesen der Bestimmungen um 14.27 Uhr zum Bieten aufgerufen. Zunächst ohne Erfolg; denn Detlef Gründer war noch nicht da.

Zehn Minuten später wollte er sich mit Handelsregisterauszug aus dem Jahr 2015 als Bieter legitimieren. „Das ist nicht möglich“, befand Rechtspfleger Göbel, „wir wissen ja nicht, ob der Rechtsträger überhaupt noch existent ist.“ Aber hier leistete das Amtsgericht Hilfe und besorgte via Internet den Auszug.

Erteilung des Zuschlags ist ausgesetzt

Am Ende der Bietzeit stellt Claudia Bald fest, dass Gründer als einziger Gebote abgegeben hat. Auf Antrag von Gläubiger-Anwalt Tiedemann wird der Zuschlag auf gut fünf Wochen ausgesetzt. Dem schließt sich Detlef Gründer an, beantragt aber gleichzeitig den Zuschlag.

Nun haben Gläubiger und Meistbietender Gelegenheit, die weitere Abwicklung des Verfahrens zu beraten. Insbesondere dürfte zu klären sein, ob der Insolvenzverwalter der immomerkurfinanz GmbH, die Pleite gegangene Besitzerin der Grundstücke in der Kuhlmann-Siedlung, Zugeständnisse für den Verkauf machen wird. Verkündungstermin ist Mittwoch, 27. September.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben