Heimatverein

In Schameder läutet wieder die Glocke

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Idee zum Glockenturm hatte der Ehrenvorsitzende Bernhard Motl. Ihm ging es um den Erhalt eines echten Stückes Schamederscher Geschichte.

Die Idee zum Glockenturm hatte der Ehrenvorsitzende Bernhard Motl. Ihm ging es um den Erhalt eines echten Stückes Schamederscher Geschichte.

Foto: Guido Schneider / WP

Schameder.  Die Glocke hat früher nicht nur zur Schule gerufen. Jetzt kann Schameder wieder läutet, dank einige Spender und einer neuen weit gereisten Glocke.

Am Heimathaus in Schameder hatte man am Samstag kräftig Glück mit dem Wetter. Die Sonne lachte über der offiziellen Einweihung des neuen Glockenturms samt Glocke. „Es ist einfach klasse, dass wir das heute machen können und das wir so gutes Wetter dabei haben“, sagte Carsten Dreisbach, Vorsitzender des Heimatvereins Schameder.

Die Idee

Die Idee zum Glockenturm hatte der Ehrenvorsitzende Bernhard Motl. Ihm ging es um den Erhalt eines echten Stückes Schamederscher Geschichte. Die erste Glocke wurde 1902 beim Bau der Schule eingeweiht. Doch im ersten Weltkrieg musste die Glocke schon wieder eingeschmolzen werden. Im Jahr 1918 stiftete Heinrich Radenbach einen neue Stahlgussglocke mit rund 120 Kilogramm Gewicht. Die Glocke tut heute noch ihren Dienst am Friedhof in Schameder. Wie ist die da hingekommen? Als die Schule schloss, wurde der Umzug organisiert. Zuvor hatte die Glocke nicht nur zur Schule gerufen, sondern auch das Totengeläut übernommen, zum Gottesdienst gerufen und auch die Feuerwehr alarmiert.

+++ Schameder freut sich auch über den Heimatpreis der Gemeinde Erndtebrück.

Ein Kunstwerk gezimmert

Der Glockenstuhl stand inzwischen 90 Jahre auf dem Schulhof und verfiel immer mehr. Bernhard Motl wollte das Gebilde nicht dem völligen Verfall überlassen. Also ging man an die Restaurierung. Da das Gebilde in keiner Weise mehr gesichert werden konnte, beschloss man in Schameder in Absprache mit der Gemeinde den kompletten Rückbau. „Eckhard Bald hat ein echtes Kunstwerk gezimmert“, sagte Berhard Motl über den neuen Dachstuhl des neuen Glockenturms. Denn das war es am Ende, ein kompletter Neubau. Der steht direkt neben dem Heimathaus. Jürgen Saßmannshausen und Lothar Kuhmichel konnte Motl ebenfalls für die Holzarbeiten gewinnen.

+++Dorfjubiläum schweißt Ort zusammen.

Glocke hat eine weite Anreise

Jetzt fehlte nur noch eine Glocke, die kam aus München. Glockenliebhaber Kurt Rothmann verkaufte dem Heimatverein eine Glocke für 1600 Euro. Das Geld kam dank spendabler Sponsoren während der 700-Jahr-Feier an nur einem Tag des stehenden Festzuges zusammen. Am 5. Oktober 2019 kam die neue Glocke in Schameder an. Nun endlich, fast zwei Jahre später, die offizielle Einweihung. Das erste läuten gehörte natürlich Bernhard Motl. Einer der Helfer stellte später lachend klar, dass er am Morgen schon mal „probegeläutet“ habe. „Man muss ja sicher gehen, dass sich niemand blamiert“, so die nicht ganz ernst gemeinte Aussage. Auch die Kinder des Dorfes durften sich mal am Läuten versuchen. Wann und wie die Glocke in Zukunft läuten wird, wissen die Schamederschen noch nicht. „Vielleicht wird der Heimatverein mal einen Wettbewerb ausschreiben, wo jeder seinen Vorschlag nennen kann“, so Bernhard Motl.

Heimatpreis gefeiert

Gleichzeitig feierte der Heimatverein Schameder den Heimatpreis, der 2020 gewonnen wurde. Den Preis gab es für das Ensemble aus Heimathaus, Bauerngarten und Glockenturm. Auf die Auszeichnung ist der Heimatverein stolz.

Nach dem offiziellen Teil ging es direkt in den gemütlichen Teil über. Die gesamte Veranstaltung wurde aus Mitteln des Programms „Neustart NRW“ der Landesregierung gefördert.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wittgenstein

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben