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Investor will Netto-Markt in Bad Laasphe bauen

Hinter ihnen stünden später der Markt: Hubert Thorwirth (links, Korbach) und Norbert Kittler (Bad Soden-Salmünster) wollen auf dem Gelände des Parkplatzes an der Lahnstraße einen Supermarkt errichten.

Hinter ihnen stünden später der Markt: Hubert Thorwirth (links, Korbach) und Norbert Kittler (Bad Soden-Salmünster) wollen auf dem Gelände des Parkplatzes an der Lahnstraße einen Supermarkt errichten.

Foto: Lars-Peter Dickel

Bad Laasphe.  Die Idee für einen Markt an der Lahnstraße vor dem Rathaus ist nicht neu. Aber diese Pläne sind schon recht konkret und bekommen Lob und Kritik.

Es gibt einen neuen Plan, die Nahversorgung der Bad Laaspher Altstadt zu verbessern. Ein dreiköpfiges Team von Projektentwickler und Investoren stellte dem Bad Laaspher Hauptausschuss und Rat ihre ersten Ideen für die Ansiedlung eines Netto-Discounters samt Bäckerei auf dem Gelände des Parkplatzes vor dem Rathauspark in der Lahnstraße vor. In der Politik scheinen diese Ideen auf fruchtbaren Boden zu fallen. Zustimmung kommt von den meisten Fraktionen, aber nicht von allen.

Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann sieht darin sogar nach den fruchtlosen Diskussionen der vergangenen Jahre eine große Chance wieder Fleisch an die Knochen-Theorie zu bekommen. Spillmann macht aber zugleich deutlich, dass man politisch erst am Anfang des Projektes und der Diskussionen stehe. „Das ist erst der Startschuss“. Noch gibt es lediglich die Idee und weder Planungs- noch Baurecht.

Die Investoren

Der Korbacher Hubert Thorwirth und dessen Tochter Nadia Thorwirth-Vahl von der Gesellschaft für Geschäftsraumvermittlung (GfG) suchen Ankermieter und vermarkten Flächen. Norbert Kittler von der KIZ-Unternehmensgruppe aus Bad Soden-Salmünster baut Geschäftsgebäude. Zusammen haben beide aktuell auch das ehemalige USH-Gelände in Hilchenbach mit einem Rewe-Markt und weiteren Geschäften entwickelt. In Bad Laasphe hat Hubert Thorwirth vor Jahren den Aldi-Markt in der Feldstraße gebaut. Auch das Parkplatzgelände in der Gartenstraße habe Thorwirth vor Jahren schon einmal als Standort geprüft und anschließend abgelehnt. Eine erneute Prüfung habe keine Veränderung ergeben.

Das Projekt

Die grundsätzlichen Pläne sind nicht neu: Auf dem Gelände des Parkplatzes und Teilen des Stadtparkes könnte am südlichen Ende ein Marktgebäude mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter für den Netto-Markt entstehen, erläutert Nadia Thorwirth-Vahl. Hinzu käme ein Backshop-Café mit 150 Quadratmetern Verkaufsfläche, das über eine Außengastronomie in Richtung Rathauspark verfügen könnte. Anders als andere Märkte verstehe sich Netto als Discounter mit Vollversorgeranspruch und habe trotz kleiner Geschäftsfläche ein größeres Sortiment, erläuterte Hubert Thorwirth. Auf die vom Michael Ermert (FDP) gestellte Frage nach der Mietdauer, nannte Nadia Thorwirth 15 Jahre, die mit zwei Optionen langfristig verlängert werden könnten. Die Parkplätze entstünden dann zwischen Markt und Sparkasse neu. Die Zahl der Parkplätze werde zwar verringert, aber durch eine zeitgemäße breite von 2,70 Metern würden diese Stellplätze sicher als angenehmer empfunden, so Thorwirth. Außerdem wolle man sich die Option erhalten, auch das angrenzende Sparkassen Grundstück neu zu überplanen.

Das sagen die Investoren

„Wir bearbeiten nur gute Lagen. Mit der Sparkasse haben wir vor drei Jahren schon einmal Kontakt aufgenommen, kommen aber aktuell nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Aber die Option halte wir offen.“

Hubert Thorwirth, Geschäftsführer.

„Wir machen dieses Geschäft seit 40 Jahren. Wenn Netto den Markt verlässt, bekommen wir das sofort vermietet, weil es eine supergute Lage ist.“

Nadia Thorwirth-Vahl, Wirtschaftsingenieurin

Das sagt die Politik

„Ich stehe dem Ganzen kritisch gegenüber und sehe keinen Nährwert. Wir haben ja zwei Einkaufszentren und Supermärkte. Auch die Parkplätze werden ja nicht nur mittwochs, sondern auch für Veranstaltungen im Haus des Gastes benötigt. Und eine Belebung der Altstadt sehe ich auch nicht.“ Alexander Petri (FDP)

„Wir müssen die Chance sehen! Wir haben einen Nahversorgungsauftrag für die Altstadt. Und es gibt einstimmige Beschlüsse zur Knochentheorie. Und diese Chance ist jetzt gegeben.“ Martin Achatzi (CDU)

„Vor einer halben Stunde haben wir grünes Licht gegeben. Ob es eine Bereicherung wird, müssen wir dann sehen.“ Klaus Preis (FDP)

„Ich sehe dieses Projekt sehr positiv. Das wird die optimale Lösung.“ Björn Strackbein (SPD)

„Für mich ist das Ende des Knochens noch nicht greifbar, noch nicht echt. Sie haben auch von Nachhaltigkeit gesprochen. Nachhaltigkeit heißt für mich auch nach anderen Anbietern zu suchen. Zum Beispiel einem Unverpackt-Laden.“ Anne Bade (Bündnis90/Die Grünen)

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