Recht

Jagd mit Schalldämpfer hat vor und Nachteile

Ein Jäger auf einem Hochsitz zielt mit seinem Gewehr. Diese Waffe trägt allerdings keinen Schalldämpfer, der ab sofort in NRW bei Jagdgewehren erlaubt ist.

Foto: Patrick Pleul

Ein Jäger auf einem Hochsitz zielt mit seinem Gewehr. Diese Waffe trägt allerdings keinen Schalldämpfer, der ab sofort in NRW bei Jagdgewehren erlaubt ist. Foto: Patrick Pleul

Wittgenstein.   Der Erndtebrücker Karl-Friedrich Müller fasst Vor- und Nachteile der Schalldämpfer für die Jagd zusammen.

Ab sofort sind - wie in einigen anderen Bundesländern auch - in Nordrhein-Westfalen Schalldämpfer für Jagdwaffen erlaubt. Das teilte der NRW-Innenminister Reul und Umweltministerin Schulze-Föcking in einer Presseerklärung mit. Die Heimatzeitung hat mit Karl-Friedrich Müller aus Birkelbach, dem stellvertretenden Leiter des Erndtebrücker Hegerings, über diese neue Entwicklung gesprochen. Müller fasst Vor- und Nachteile der Schalldämpfer zusammen:

Technische Auswirkungen

Der Geschossknall, der zwischen 110 und 120 Dezibel laut sein kann, wird durch eine Schalldämpfer um 35 bis 50 Dezibel, je nach Geschoss und Güte des Schalldämpfers leiser. „Das schont das Gehör der Schützen und reduziert die Umwelteinflüsse durch den Lärm erheblich“, sagt Müller.
Durch den Schalldämpfer wird nicht nur der Knall leiser. Er wirkt auch wie eine Mündungsbremse, so dass auch der Rückstoß des Jagdgewehrs deutlich reduziert wird.
Die meisten Jäger schätzen eine kurze Waffe, weil sie handlicher und in einem engen Hochsitz besser zu handhaben ist. Durch einen aufgesetzten Schalldämpfer verlängert sich die Waffe um 20 bis 30 Zentimeter.
Außerdem erhöht sich das Gewicht.
Die Kosten für Schalldämpfer betragen mehrere Hundert Euro.

Jagdliche Bedeutung

Möglicherweise werden im Einzelfall auch Tiere durch den Schuss nicht verschreckt, so dass direkt im Anschluss auch ein zweites Stück Wild erlegt werden kann.
Ein gedämpfter Schuss lässt sich für andere Jäger oder Menschen, die sich im Wald aufhalten in Richtung und Entfernung schlechter zuordnen.

Alternativen

Während viele ältere Jäger auf Schalldämpfer verzichten, gibt es einen Tendenz bei den jüngeren Jägern, genau diese Technik zu bevorzugen, wegen des Gehörschutzes und wegen der Möglichkeit, ein zweites Stück zu erlegen. Es gibt Alternativen: Müller verwendet z.B. einen elektronischen Gehörschutz, der einem Hörgerät vergleichbar ist und nur im Moment des Schusses den Knall dämpft. Darüber hinaus gibt es auch konventionelle Gehörschutz-Geräte.

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