Comedy

Volle Hütte für Jochen Prang beim Auftritt in Erndtebrück

Der Stand-up-Comedien Jochen Prang vor ausverkauftem Haus. Die Haflinger Hütte von Dr. Ralf Wied feierte Premiere als Spielort der Kulturinitiative Erndtebrück

Der Stand-up-Comedien Jochen Prang vor ausverkauftem Haus. Die Haflinger Hütte von Dr. Ralf Wied feierte Premiere als Spielort der Kulturinitiative Erndtebrück

Foto: Christoph Haupt

Erndtebrück.  Stand up Comedian Jochen Prang plaudert oft unter der Gürtellinie, aber immer witzig mit dem Publikum und man vergisst völlig, dass es für ihn ein Programm ist.

„Volle Hütte“! Treffender hätte der Gast zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung die Situation nicht kommentieren können. Hütten-Besitzer und Initiator Dr. Ralf Wied strahlt über seinen gelungenen Coup: Während einer Zugfahrt zwischen Stuttgart und Frankfurt saßen sie zusammen mit Jochen Prang, der die drei reisenden Erndtebrücker ständig kommentierte. „Jochen war ganz überrascht, dass wir ihn nicht kannten“, so der Hausherr, „und er jammerte, dass er immer nur vor 500 Gästen spielen müsse und nie einmal vor 50. Da hab ich ihm gesagt: ich hab genau diese Hütte, komm nach Erndtebrück“.

Ohne „Spicker“ und mitten im Publikum

Und da Ralf Wied im Vorstand der Kulturinitiative aktiv ist, war Jochen Prang damit sozusagen „verhaftet“ und durfte die Premiere in der voll besetzten Haflingerhütte begehen. So startet Prang sein niegelnagelneues Programm, das er an dem Abend erst zum fünften Mal und zum allerersten Mal ohne „Spicker“ und mitten im Publikum spielt. In der Vergangenheit war er DJ auf Hochzeiten „Hat was von Nutte: die erste Frage ist immer: was kostet das und nachher drückt einem ein verheirateter Mann ein Bündel Geldscheine in die Hand“. Heute mache er Stand-Up Comedy auf Hochzeiten: „Edelnutte: 20 Minuten für das dreifache Geld“.

So plaudert er oft unter der Gürtellinie, aber immer witzig mit dem Publikum und man vergisst völlig, dass es für ihn ein Programm ist, das er fast Wort für Wort am nächsten Abend in einer anderen Stadt wiederholen kann. Mit einem entscheidenden Unterschied: In Erndtebrück ist das Publikum viel näher. Es sitzt ihm nicht nur gegenüber, auch direkt neben ihm und, je nach Spielrichtung, auch hinter ihm. Es reagiert sofort oder gar nicht: „Sind Veganer hier?“ Schweigen. „Hat sich wohl noch nicht bis Erndtebrück rumgesprochen“.

Seine Themen sind das alltägliche Leben: Liebe, Freundschaft, Beziehung („ist wie Krankheit: Sie hat jetzt Fabian, das ist was ernstes. Da ist sie die erste Zeit bettlägerig“), Sex, Großstadt, Essen, Tierversuche: „Ich hasse Tierversuche bis auf den, wo die Langzeitwirkung von Marihuana auf Pandas getestet wurde: einer davon verdient jetzt als Deutschrapper sein Geld…“ Aber auch die Deutsche Bahn, Flixbus, Youtube, Sanifair oder das Smartphone werden lustig, aber hintersinnig durch den Kakao gezogen. Breiten Raum nimmt das Thema Altern ein, schließlich ist Jochen Prang gerade 40 geworden und macht jetzt „Urban-Sport: Zahle 60 Euro im Fitness-Studio und kann zu 90 Sportarten nicht hingehen.“

Klare Position gegen Rechtsextremismus

Politisch wird er nur beim Thema Rechtsextremismus mit einer ganz klaren kritischen Position. So sind mehr als zwei Stunden verplaudert und gelacht und manchmal blieb einem das Lachen auch mal im Halse stecken. Prang war mittendrin und das gab dem Abend einen wirklich besonderen Kick, was das Publikum mehr als honorierte. Toller Künstler, super Location. Alles richtig gemacht!

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