Jörg: Corona ist „Vollkatastrophe“ für Jugendliche

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SPD-Landtagskandidat Samir Schneider (2. von rechts) ist mit Henrik Irle (links) und Julian Maletz (rechts) zu Gesprächen in Düsseldorf. Dabei traf er auch den SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty.

SPD-Landtagskandidat Samir Schneider (2. von rechts) ist mit Henrik Irle (links) und Julian Maletz (rechts) zu Gesprächen in Düsseldorf. Dabei traf er auch den SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty.

Foto: Julian Maletz

Düsseldorf/Wittgenstein.  Der Bad Laaspher SPD-Landtagskandidat Samir Schneider spricht in Düsseldorf über Folgen der Pandemie und Chancen der Digitalisierung.

Es trifft vor allem die Kinder, sagt Wolfgang Jörg. Der Hagener SPD-Landtagsabgeordnete ist Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend. In Düsseldorf sprach der Bad Laaspher Landtagskandidat Samir Schneider und der Freudenberger SPD-Fraktionsvorsitzende Henrik Irle mit Jörg über die Folgen der Pandemie, den Lehren daraus und die Digitalisierung der Schulen.

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Wolfgang Jörg sieht nur eine Altersgruppe, die die Pandemie als positiv erlebt haben könnte. Das sind die Unter-Einjährigen, weil die Eltern öfter zu Hause gewesen sind. Für die Kindergarten-Kinder sieht Jörg große Probleme. Die Kita sei einer der wichtigsten Orte für die Unter-Dreijährigen: „Die blanke Festplatte bleibt ohne Reize“, formuliert der Familienpolitiker es salopp, um dann ernst zu werden: „Diese Zeit ist nicht ersetzbar.“ Man müsse sich mal die Relation anschauen, dass Kinder von drei Jahren mindestens ein Jahr davon unter Coronabedingungen und mit Kitaschließungen erlebt haben. „Wohlhabende Familien können das kompensieren. Es gibt da große Unterschiede“, berichtet der Politiker. Diese Lücken könnten auch in der Betreuung der Über-Dreijährigen nicht aufgeholt werden. Weiter geht das in der Grundschule. „Der einzigen echten Gesamtschule, die wir haben, in der auch noch mit Emotionen gearbeitet wird.“

Jugendliche hart getroffen

Am düstersten seien die Auswirkungen dann aber bei den Jugendlichen: „Da ist es eine Vollkatastrophe.“ Jörg betont dabei nicht nur die schulischen Entwicklung, sondern nennt auch die Treffen mit Gleichaltrigen, Freizeit, Vereine und Sport als Lernorte. „Das macht mir große Sorge, weil es auf die emotionale Kompetenz ausschlägt“. Wolfgang Jörg nennt eine Studie, die besagt, dass 30 Prozent des Wissens von Menschen durch formale Bildungseinrichtungen wie Kita oder Schule aufgebaut werden. 70 Prozent aber kommen von den Kontakten mit anderen Menschen und Erfahrungen, die man in der Freizeit macht.

„Ich sehe große Probleme die Familien und Kinder zu erreichen, die in beengten Verhältnissen wohnen“, macht der Freudenberger Henrik Irle seine Sorge deutlich. Dafür hat Wolfgang Jörg ein einfaches wie forderndes Konzept: „Dann muss man Hausbesuche machen und die Menschen fragen, wie sie zurecht kommen. Meine Erfahrung ist, dass die sehr dankbar sind.“ Für wichtig hält der Sozialpolitiker auch die vernetzten Angebote, Sportverbände und Jugendring solle man mit einbeziehen, das helfe auch den Vereinen, die durch Corona bei der Nachwuchsgewinnung stark eingeschränkt seien.

Digitalisierung von Schulen

Die gute Nachricht vorweg: Die Landesgelder für die Digitalisierung der Schulen reichen aus, sagt Jörg. Aber „Digitalisierung bedeutet nicht, dass man eine Laptop zu Verfügung hat.“ Dem Politiker geht es darum, dass auch die Technik unterricht und verstanden wird. Es fehle die Qualifizierung, die Ausbildung der Lehrer. „Wir dürfen die Kinder damit nicht einfach alleine lassen.“

Im Bezug auf Siegen-Wittgenstein schlägt Wolfgang Jörg Henrik Irle und auch Samir Schneider vor, Schule, Lehrer, Universität und Professoren zusammenzubringen. Beide Seiten profitierten vom fachlichen Austausch. Und letztlich sei auch die Wirtschaft Nutznießer, wenn Schüler noch stärker auf Anforderungen der Digitale Welt vorbereitet seien.

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