Deutsch-Rock

Jubiläum: Bogga blickt auf 25 Jahre Band-Geschichte zurück

Sänger und Texter Jörg Wirsing bei den Proben

Sänger und Texter Jörg Wirsing bei den Proben

Foto: Britta Prasse

Erndtebrück.   25 Jahre Deutsch-Rock „made in Wittgenstein“. Mit Sockenpartys fing alles an. Jetzt hätte „Bogga“ wieder Lust auf eine neue CD.

Es ist eher „Auf ein Biermischgetränk“ mit Bogga. Und auf eine – ach was – mehrere Zigaretten. Bei einer ihrer Abendproben im Erndtebrücker Bunker blicken die vier Rock-Musiker auf ihre 25-jährige Bandgeschichte zurück, von Sockenpartys bis Massenkonzert auf dem Flugplatz Schameder. Und wie geht’s in Zukunft weiter? Vielleicht mit einer neuen CD.

Ein Vierteljahrhundert Bogga: Wie hat denn damals alles angefangen?

Jörg Wirsing: Mit 30 Zuhörern bei unserem ersten Konzert in Dotzlar. Das war 1993.

Rainer Birkelbach: Bei Sockenpartys sind es dann immer mehr geworden, das ging damals ja noch. Statt Eintritt gab man am Einlass eine Socke ab.

Andreas Berkhahn: Das war früher schon cooler als heute. Heutzutage ist alles immer so organisiert und bis ins kleinste Detail geplant.

Dann gab’s 1996 dieses Konzert in der Fest- und Kulturhalle Berghausen, wo Sie am 14. Oktober ja auch ihr Jubiläumskonzert geben werden. Welche Erinnerungen sind damit verbunden?

Berkhahn: Die Halle war damals brechend voll und die Stimmung tip-top.


Wirsing: Zu diesem Zeitpunkt ist gerade unsere erste CD durch die Decke gegangen und die Songs sind im Radio rauf und runter gespielt worden. Die Leute haben jedes Lied mitgesungen und sind quasi ausgeflippt. Es ist toll, dass wir jetzt dahin wieder zurückkehren.

Hat sich Ihre Musik oder Ihr Anspruch an Musik im Vergleich zu der Anfangszeit geändert?

Birkelbach: Jede CD ist auch ein Stück anders. Bei dem ersten Album waren wir noch sehr unbekümmert, weil wir total unerfahren waren.

Wirsing: Die zweite CD haben wir dann mehr oder weniger kaputt produziert, mit mehreren Instrumentalspuren und so einen Schnick-Schnack. Die dritte CD ist dann quasi wieder eine Rückkehr zum Ursprung geworden.

Birkelbach: Mittlerweile ist es aber schon so, dass wir Musik für uns machen und nicht mehr, um etwas zu werden. Die meisten unserer Stücke sind in den Anfangsjahren entstanden, als wir noch drei Mal die Woche geprobt haben. Jetzt proben wir mehr oder weniger nur noch, wenn ein Auftritt bevorsteht. So wie jetzt.

2004 ist Bogga nach einer dreijährigen Schaffenspause zurückgekehrt, nachdem Rüdiger Zeits die Band krankheitsbedingt verlassen musste. Wie haben Sie die Pause erlebt?

Wirsing: Ich habe mir ein kleines Musikstudio im Keller eingerichtet und ein bisschen herumexperimentiert. Dann habe ich aber gemerkt: Nee, das ist nichts.

Birkelbach: Ich habe in der Zeit in einer anderen Band gespielt. Dann habe ich aber gemerkt: Nee, das ist nichts.

Und wie war dann das Comeback auf dem Flugplatz Schameder?

Berkhahn: Gänsehaut! 3000 Leute, die nach vier Jahre Bogga-Pause gekommen sind, um mit uns unsere Lieder zu singen – das bleibt für immer in Erinnerung.

Wirsing: So etwas hatten wir bis dahin noch nicht erlebt.

Berkhahn: Wobei es bei Konzerten nicht auf Masse ankommt. Kleinere Dinger, wie zum Beispiel bei Geburtstagsüberraschungen, haben durchaus ihren Reiz, weil du in Gesichter schaust, die du kennst.

Was würden Sie noch gerne mit Bogga erleben?

Berkhahn: Ich persönlich würde gerne noch mal eine CD aufnehmen – aber das ist momentan weder zeitlich noch finanziell drin. Um eine neue Platte im Tonstudio aufzunehmen, muss man schon mal so 15.000 Euro in die Hand nehmen.

Birkelbach: Ja, immer die gleichen Lieder zu spielen ist auf Dauer langweilig und manchmal fährt man nach der Probe dann echt ein bisschen genervt nach Hause. Wir sollten wirklich wieder was Neues machen.

Berkhahn: Am besten, wenn wir in Rente sind. Dann schließen wir uns hier in unserem Proben-Bunker für 17 Wochen ein, lassen uns Essen und Trinken durch eine Klappe geben und konzentrieren uns voll und ganz aufs Schreiben und Produzieren.

Also gibt’s bald eine neue CD?

Wirsing: Man sollte nie nie sagen. Dass es uns schon so lange gibt, wundert uns selbst.

Birkelbach: Wir bekommen nicht so recht den Absprung hin – weil wir es auch nicht wollen.

Wirsing: Solange uns noch Leute fragen, ob wir auftreten, werden wir das auch weiter machen.

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