Nachruf

Jürgen Tang ist tot - Hesselbach war sein Leben

Tempo 30 Ende: Mitten im Dorf ist es mit dem Limit vorbei. Jürgen Tang (auch Kopfbild) als Ortsvorsteher von Hesselbach fordert nun eine Tempo-30-Zone für das gesamte Dorf - einschließlich der K 37, die aus Richtung Breidenbach kommt.

Foto: Eberhard Demtröder

Tempo 30 Ende: Mitten im Dorf ist es mit dem Limit vorbei. Jürgen Tang (auch Kopfbild) als Ortsvorsteher von Hesselbach fordert nun eine Tempo-30-Zone für das gesamte Dorf - einschließlich der K 37, die aus Richtung Breidenbach kommt. Foto: Eberhard Demtröder

Hesselbach.  Jürgen Tang ist tot. Der Kommunalpolitiker starb am vergangenen Montag im Alter von 79 Jahren. Weggefährten würdigen seine Lebensleistung.

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Jürgen Tang ist tot. Der weit über die Grenzen seines Heimatdorfes bekannte Kommunalpolitiker starb am vergangenen Montag im Alter von 79 Jahren nach langer schwerer Krebserkrankung im Krankenhaus in Biedenkopf.

Der Diplom-Elektroingenieur hat sich neben seinem Beruf und seiner Familie immer auch für das Gemeinwesen und die Vereine in seiner Heimat eingesetzt. Dabei war der groß gewachsene Jürgen Tang gleichermaßen geachtet wie streitbar, wenn er von einer Sache überzeugt war. In den letzten Jahren ging es in seinem politischen Wirken in Bad Laasphe vor allem um eine verbesserte Verkehrsanbindung Wittgensteins, eine Ortsumfahrung für Bad Laasphe und die Erhaltung des Landschaftsbildes, was ihn zu einem Gegner der Windkraftprojekte vor Ort machte.

Nach seinem Eintritt in die CDU 1973 begann Jürgen Tangs politische Arbeit als Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Wirtschafts- und Verkehrsfragen. 1984 wurde er Ortsvorsteher von Hesselbach – ein Amt, das er bis zu seinem Tode am Montag fast 33 Jahre inne hatte. Ab 1989 folgte dann neben anderen politischen Ämtern auch die Arbeit im Bauausschuss - zunächst ebenfalls als sachkundiger Bürger. 1999 dann der nächste Schritt: 15 Jahre hatte Tang ein Direktmandat für die CDU im Bad Laaspher Stadtrat. 2014 zog er sich aus diesem Gremium und vielem anderen zurück, blieb aber bis zu seinem Tode Sachkundiger Bürger im Bau-, Denkmal- und Umweltausschuss. Das Ratsmandat ging 2014 an seine Tochter Petra Tang.

Ein Urgestein der Kommunalpolitik

Tang war ein „Urgestein der Bad Laaspher Kommunalpolitik“. So beschreibt ihn einer seiner langjähriger Weggefährten aus der CDU, Volker Gautsch. Erst im vergangenen Jahr, als der Kreisverband Siegen-Wittgenstein sein 70-jähriges Jubiläum feierte, erinnerte Gautsch an seinen politischen Freund Jürgen Tang, den er 1973 in Hesselbach für die politische Mitarbeit gewinnen konnte. Noch im August 2016 beim 70-jährigen Jubiläum erzählte Gautsch die folgende Anekdote. Es ging um die kommunale Neugliederung. „Als Stadtverbandsvorsitzender bin ich nach Hesselbach gefahren und wollte Wahlkampf machen. Dort habe ich dann in einer Kneipe acht neue Mitstreiter getroffen. Die haben ich alle auf der Speisekarte unterschreiben lassen – und sie waren dann Mitglied der CDU. Einer davon lebt noch. Das ist Jürgen Tang.“ Jetzt ist auch dieser langjährige Weggefährte gestorben. Für Gautsch bleibt er als Partner, aber auch als Mensch mit klaren Prinzipien in Erinnerung. Gautsch bewunderte Tang vor allem als „idealen Ortsvorsteher“, weil es ihm immer um Hesselbach gegangen sei.

Über Parteigrenzen hinweg beliebt

Das sieht auch seine Niederlaaspher Ortsvorsteher-Kollegin Waltraud Schäfer so: „Hesselbach, das war sein Leben.“ Die SPD-Politikerin und stellvertretende Landrätin würdigt den verstorbenen Kollegen auch wegen seiner Haltung: „Er hätte für alle ein Vorbild sein müssen.“ Persönlich habe sie sich über die Parteigrenzen hinweg sehr gut mit Tang verstanden. Beide saßen sich über Jahrzehnte im Rat direkt gegenüber. „Ich habe ihm vertraut. Bei uns ging es immer um die Sache, nicht um die Partei“, so Schäfer.

Für die Partei spricht der Fraktionsvorsitzende im Bad Laaspher Stadtrat, Werner Treude aus Feudingen: „Das ist ein großer Verlust für die Bad Laaspher CDU.“ Treude behält Jürgen Tang aber auch persönlich in guter Erinnerung: „Der Jürgen hat mir sehr geholfen, als ich in 1992 mit meiner politischen Arbeit begonnen habe.“

Tang hinterlässt seine Ehefrau Liselotte, drei Töchter und einen Enkel. Wie sein Schwiegersohn Bernhard Santiago Kuhn mitteilt, wird die Trauerfeier am kommenden Freitag, 6. Januar, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Hesselbach stattfinden.

Vereine und Dorf konnten auf Tang zählen

Eines seiner Projekte: das Freibad Hesselbach, für das Jürgen Tang die Bürger zu beachtlichen Eigenleistungen anspornte, die Begrünung des Dorfes in den 70er Jahren, bei der Tang auch viel selbst Hand anlegte.


Skihang und Lift am Bohn­stein werden immer mit seinem Namen verbunden sein. Bei der Errichtung hat Tang den SV Oberes Banfetal unterstützt.


Darüber hinaus hat sich Jürgen Tang für viele andere Vereine im Dorf und speziell für die Dorfjugend engagiert, deren einziges Ehrenmitglied er war.

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