Millionen-Projekt

Jugendforum in Bad Berleburg nach langer Bauzeit eröffnet

Auch Landrat Andreas Müller war bei der Wiedereröffnung der Bürgerhauses in Bad Berleburg zu Gast.

Auch Landrat Andreas Müller war bei der Wiedereröffnung der Bürgerhauses in Bad Berleburg zu Gast.

Foto: Britta Prasse / WP

Bad Berleburg.  Das noch namenlose Jugendforum in Bad Berleburg lebt Zukunft und Transparenz. Regierungspräsident Vogel nennt es „ein Haus der Heimatmacher“.

Es war ein langer Weg, der am Samstagnachmittag zu Ende ging. Vorerst. Das Bürgerhaus am Markt wurde offiziell wieder eröffnet und zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Fünf-Sterne-Projekt, dessen konkrete Planungen mit der Regionale 2013 starteten und durch den ein Jahr später zugesprochenen Förderbescheid in Höhe von 1,7 Millionen Euro vom Land NRW schließlich in die Tat umgesetzt werden konnten. Dazu kamen jeweils 200.000 Euro, die die Unternehmen BSW und Ejot in das neue Projekt mit regionaler Strahlkraft investierten. „Eine Investition in die Zukunft“, fand Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann. „Ein Haus der Heimatmacher“, sagte Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident der Bezirksregierung Arnsberg.

Bürgerhaus soll ein Begegnungsort der Generationen sein

Das Bürgerhaus soll zukünftig multifunktional genutzt werden. Es wird Tagungszentrum, ein Haus für Vereine, Veranstaltungsraum für Kultur sowie Probenraum für Chöre und Bands sein. Vor allem die Verschmelzung mit dem benachbarten Jugendzentrum zu einem Gebäude zeige, welchen Weg die Stadt einschlagen wolle: „Es ist zusammengewachsen, was zusammen gehört. Junge Menschen sind unsere Zukunft – und die wollen wir direkt in unsere Mitte holen“, so Fuhrmann. Das Bürgerhaus – das bis jetzt noch keinen offiziellen Namen hat (siehe Infokasten) – solle ein Begegnungsort der Generationen sein.

Transparenz, Offenheit, ein Willkommensgefühl: Das soll vor allem die Glasfassade im Foyer ausdrücken, die zum Marktplatz hin zeigt. Modern sei aber nicht nur die Architektur, sondern auch das Vorhaben, das die Stadt Bad Berleburg mit dem neuen Zentrum verfolge. „Mit unserer Auszeichnung als ‘Smart City’ im Juli gehen wir auch die Verpflichtung ein, uns für die Digitalisierung vor Ort einzusetzen. Da sind die Hot Spots hier im Bürgerhaus nur der Anfang“, meinte Fuhrmann. Es werde eine engere Vernetzung zwischen den Dörfern angestrebt, die unter anderem die Vereinsarbeit entlasten soll.

Südwestfalen hat dringenden Nachholbedarf bei Digitalisierung

Stichwort: Digitalisierung. Ein großes und anspruchsvolles Aufgabenfeld, an dem maßgeblich auch die Bezirksregierung Arnsberg mitarbeitet. Doch auch hier gebe es noch viel Nachholbedarf laut Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. „Wir haben in Südwestfalen immer noch ‘weiße Flecken’ auf unserer Landkarte. Abschnitte, in denen wir weder Handyempfang noch Internetabdeckung haben. Da müssen wir den Telekommunikationsanbietern deutlich machen, dass sie eine Verantwortung haben, diese zu beseitigen.“

Es sei kein Argument, dass diese Abschnitte dünn besiedelte oder vielleicht auch nicht bewohnte Gebiete seien. Schließlich müsse man durch sie fahren, um beispielsweise zur Arbeit zu gelangen. Die Beseitigung der „weißen Flecken“ sei außerdem wichtig, um dem demografischen Wandel, der vor allem im ländlichen Raum präsent sei, entgegenzuwirken.

„Für eine große Zukunft braucht man keine große Stadt“

„Wir brauchen junge Menschen“, so die Auffassung von Bürgermeister Fuhrmann. Junge Menschen, die sich hier wohl fühlen, gerne arbeiten und das Naturparadies als Heimat zu schätzen wissen. So wie Tobias Beitzel. Der 22-jährige Slam Poet aus Arfeld ist so erfolgreich mit seinen Gedichten auf der Bühne, dass er sich im Juni für die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam in Berlin qualifiziert hat. Er absolviert derzeit ein Duales Studium bei Bikar-Metalle, ist eng mit Wittgenstein und seinen Menschen verbunden. Das wurde spätestens deutlich, als Beitzel sein Gedicht zum Thema „Heimat“ auf der Bühne des Bürgerhauses vortrug. Quasi als ein Auftakt zum ersten Wittgensteiner Poetry Slam. Der Schlusssatz: „Für eine große Zukunft braucht man keine große Stadt.“ Chancen gebe es hier genug; man müsse sie nur ergreifen.

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