Wisentprojekt

Jungbulle wird Opfer von Rangkämpfen in der Wisentherde

Vor gut zwei Jahren veröffentlichte die Wisent-Welt dieses Bild mit drei Kälbchen. Eines von ihnen dürfte der jetzt bei Schüllar tot aufgefundene Jungbulle gewesen sein.

Vor gut zwei Jahren veröffentlichte die Wisent-Welt dieses Bild mit drei Kälbchen. Eines von ihnen dürfte der jetzt bei Schüllar tot aufgefundene Jungbulle gewesen sein.

Foto: Wisent Welt

Schüllar.   Wisent-Ranger Jochen Born findet das verendete Tier bei Schüllar. Mitarbeiter der Berleburg’schen Rentkammer beobachten die Auseinandersetzung.

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Wisent-Ranger Jochen Born hat am Montagmorgen bei Schüllar einen toten Wisent entdeckt. In der Pressemitteilung der Wisent-Welt heißt es dazu: „Es handelt sich um einen etwa zweijährigen Jungbullen. Das Tier war bereits seit einigen Tagen vermisst worden. Es ist aller Wahrscheinlichkeit nach Opfer von Rangkämpfen geworden.“

Verletzter Jungbulle vor 14 Tagen im Wald verschwunden

Bereits vor rund 14 Tagen waren Mitarbeiter der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer zufällig Zeugen eines Rangkampfes in der frei lebenden Wisent-Herde des Artenschutzprojektes geworden. Der dabei offensichtlich verletzte Jungbulle hatte sich daraufhin von der Gruppe entfernt und war im Wald verschwunden. Mehrere Tage lang wurde nach dem verletzten Wisent gesucht – ohne Erfolg. Dann fand Jochen Born das tote Tier in einem Tal in der zur Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer gehörenden Försterei Schüllar bei Bad Berleburg. Im Brustbereich waren bei dem Jungbullen Verletzungen deutlich erkennbar. Sie stammen wahrscheinlich von Wisent-Hörnern.

„Rangkämpfe sind bei Wisenten – wie z.B. bei Rotwild auch – nichts Außergewöhnliches“, erklärt die Wissenschaftliche Koordinatorin des Wisent-Projektes, Kaja Heising. Die Biologin betont: „Mindestens zehn Prozent aller Wisent-Todesfälle in der freien Natur gehen auf diese Auseinandersetzungen zurück.“

Klärung der Todesursache in Tierpathologie Arnsberg

Zur Klärung der Todesursache wurde der Jungbulle dennoch nach Arnsberg in die Tierpathologie gebracht. Dort wird auch eine Genanalyse vorgenommen, um seine Abstammung sicher zu bestimmen. Die frei lebende Wisent-Herde im Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge besteht damit jetzt aus 18 Tieren.

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