Interview

Junger Weidenhäuser überzeugt von zweigleisiger Ausbildung

Simon Spies aus Weidenhausen ist erfolgreicher Informationselektroniker. Als Projektmanager eines Ingenieurbüro für Photovoltaik steigt er seit dem Sommer der Kundschaft regelmäßig aufs Dach.

Simon Spies aus Weidenhausen ist erfolgreicher Informationselektroniker. Als Projektmanager eines Ingenieurbüro für Photovoltaik steigt er seit dem Sommer der Kundschaft regelmäßig aufs Dach.

Foto: Privat

Weidenhausen.  Ein Besuch der Ausbildungsmesse in Siegen bringt Simon Spies aus Weidenhausen zum Beruf des Informationselektronikers. Und zu vielen Erfolgen.

Innerhalb von drei Jahren hat Simon Spies aus Weidenhausen gleich zwei Ausbildungen bei der Siegener Firma „Hees Bürowelt“ absolviert, die er jeweils mit sehr guten Ergebnissen abschloss: Informationselektroniker und „Geprüfter Fachmann für kaufmännische Betriebsführung“. Als Elektroniker durchlief er die Abteilungen „Konfiguration“ sowie „Druck- und Kopiertechnik“ und sammelte bei Kunden vor Ort wertvolle Erfahrungen. Und als „Geprüfter Fachmann für kaufmännische Betriebsführung“ hat er auch externe Projekte betreut, war beispielsweise am Rollout von 100 Maschinen beteiligt. Im Interview mit unserer Redaktion verrät der 22-Jährige einige Geheimnisse seines beruflichen Erfolgs, der sich auch in mehreren Leistungswettbewerben widerspiegelt.

Wie wird man eigentlich Teilnehmer von Leistungswettbewerben in Ihrer Branche?

Simon Spies Man muss sich dafür qualifizieren. Nachdem ich mich bereits beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks als Sieger im Kammerbezirk Arnsberg bei den Informationselektronikern, Schwerpunkt Bürosystemtechnik, durchgesetzt hatte, wurde ich auch gefragt, ob ich nicht auch auf NRW-Landesebene antreten wolle. Da habe ich dann ebenfalls den 1. Platz gemacht. Und als Landessieger habe ich mich nun zum Bundesleistungswettbewerb der E-Handwerke 2020 qualifiziert. Da darf ich mich demnächst vom 12. bis zum 15. November in Oldenburg mit den besten Auszubildenden aller 16 Bundesländer messen.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag im Moment aus?

Ich arbeite mittlerweile bei „Ache Engineering“ im hessischen Leun bei Wetzlar, einem Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Photovoltaik und Kathodischen Korrosionsschutz. Das hat sich so ergeben, außerdem wollte ich in meinem Beruf gerne auch etwas anderes kennenlernen.

Als Projektmanager bin ich derzeit deutschlandweit unterwegs, um gemeinsam mit Fachkollegen geplante Photovoltaik-Anlagen auszulegen. Bei „Hees Bürowelt“ damals habe ich Drucker ausgeliefert. Das technische Know-how aus der Ausbildung ist sehr hilfreich, allerdings dominiert mittlerweile doch das Betriebswirtschaftliche meinen Ar­beitsalltag.

Halten Sie denn noch den Kontakt zur Firma Hees?

Ich bin der Firma Hees noch für den Bundeswettbewerb verbunden – und gehe auch sonst noch mit den ehemaligen Kollegen aus der alten Abteilung gern zusammen kegeln. Ich pflege da die guten Kontakte.

Inwieweit ist Ihre Branche derzeit im Wandel begriffen? Durch ständig neue Technik?

Was sich im Bereich der Photovoltaik aktuell stark wandelt, das sind die gesetzlichen Vorgaben, denen wir im Unternehmen folgen müssen, etwa im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Da kommen Anfang des Jahres Änderungen, die Größe und Wirtschaftlichkeit der Anlage betreffen.

Es entwickeln sich aber auch die Preise hier in Deutschland. Durch deren Verfall werden die einzelnen Module einer Photovoltaik-Anlage derzeit immer günstiger. Und bei einem Eigenverbrauch des produzierten Stroms ist dann auch die Rendite wieder recht gut.

Gibt’s zur Photovoltaik nicht auch ein Förderung hier bei uns?

Zurzeit gibt es eine Förderung des Kreises Siegen-Wittgenstein aus dem 1000-Dächer-Programm für Anlagen auf privaten Dächern. Photovoltaik kommt in der Region also sehr gut an. Aber besser noch wirkt so eine Anlage auf großen Industrie-Dächern. Und in Norddeutschland werden sehr große Anlagen in der Fläche gebaut.

Haben Sie den Wandel womöglich auch schon in der Ausbildung gespürt?

Mein Rahmen-Lehrplan stammte noch aus dem Jahr 1999 – obwohl sich die IT-Welt ständig wandelt. Irgendwann habe ich dann Besuch vom Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bekommen. Da wurde ich dann befragt: Passt das Berufsbild des Informationselektronikers eigentlich noch zu den Anforderungen in der Praxis?

Bei mir in der Ausbildung hat zum Beispiel das Löten eine besondere Rolle gespielt, war Gegenstand der Zwischenprüfung. Aber heute werden bei einem defekten Gerät meist die gesamten Komponenten getauscht. Deshalb war mein Feedback an die Forscher: Das könnte man im Lehrplan zurückfahren, die Vermittlung von Grundkenntnissen im Löten reicht. Ganz ehrlich: Ich habe bei Hees in der Ausbildung genau nullmal löten müssen.

Welche Herausforderung wird nun der Bundesleistungswettbewerb der E-Handwerke 2020 Mitte November für Sie sein?

Das kann ich noch gar nicht abschätzen. So viele Informationen darüber bekommt man ja auch gar nicht. Ich hoffe aber mal, dass es mir bekannte Ausbildungsinhalte sind – ich lasse mich da überraschen. Ich habe ein Buch „Rund um Windows-Server 2019“ von „Hees Bürowelt“ in die Hand bekommen und spreche außerdem mit meinen ehemaligen Kollegen noch so einige Sachen durch. Dann sollte ich gut vorbereitet sein.

Wie haben Sie eigentlich ganz persönlich zu dem Beruf gefunden, den Sie gerade anstreben?

Also, ich habe mich eigentlich schon immer für die Informatik interessiert. Und dann war ich irgendwann bei einer Ausbildungsmesse in Siegen, wo mir mein späterer Ausbilder Gregor Kölsch die erwähnte zweigleisige Ausbildung bei Hees vorgestellt hat. Und das hat mich dann überzeugt.

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