Bundeswehr

Kaserne Erndtebrück: Neuer Ausbildungsleiter begrüßt

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Oberstleutnant Florian Horlacher, Oberst Sven Menger, und Oberstleutnant Christian Kramer schreiten die Front ab.

Oberstleutnant Florian Horlacher, Oberst Sven Menger, und Oberstleutnant Christian Kramer schreiten die Front ab.

Foto: Lisa Klaus / WP

Erndtebrück.  In der Hachenberg-Kaserne übernimmt ab sofort ein neuer Leiter die Ausbildung. Dabei wurde deutlich: Hier steht die Bundeswehr vor einem Problem.

Es war eine Erndtebrücker Taufe für Oberstleutnant Florian Horlacher, als er am Dienstagnachmittag das Kommando des Lehr- und Verfahrenszentrums (LVZ) im Einsatzführungsbereich 2 der Hachenberg-Kaserne von Oberstleutnant Christian Kramer übernahm. Im strömenden Regen stellte sich Horlacher beim militärischen Appell anlässlich der Übergabe den Soldaten und Soldatinnen vor. Neben Begrüßung und Abschied wurde vor allem eines deutlich: Auch der Bundeswehr bzw. Luftwaffe fehlen die Fachkräfte.

Das Lehr- und Verfahrenszentrum, so erläuterte Oberst Sven Menger, wurde im Jahr 2015 aufgestellt. „Seither, und das ist nicht nur meine Einschätzung, steigt das Ansehen dieses Zentrums stetig an“, so Menger. „Was wird hier geleistet? Für die Einsatzgruppen Schönewalde und hier in Erndtebrück, für die NATO-Verbände, aber auch für die Kommandobehörden und die fachlich zuständigen Ämter bildet das LVZ im Jahr zirka 250 Techniker und Operateure, sowohl Feldwebel als auch Offiziere des Einsatzführungsdienstes aus.

In einer Kooperationsgemeinschaft führen insgesamt 15 Soldatinnen und Soldaten des LVZ die militärfachliche Ausbildung von militärischen Flugsicherungspersonal in Kaufbeuren durch“, erklärte Menger. Hier in Erndtebrück werden demnach regelmäßig bis zu 75 Personen aus der gesamten Bundeswehr zu IT-Entwicklern und IT-Projektleitern in Form einer zivilberuflich anerkannten Ausbildung qualifiziert. „Seit dem Jahr 2019 werden in dem neuen Gebäude, dem höchsten auf unserem Hachenberg, alle erforderlichen Systeme für Ausbildung, Test und Training zusammen getragen. Ziel ist es, dass wir in einem Haus alle wichtigen Ausbildungsgänge in Theorie und Praxis effektiv und für die Trainingsteilnehmer attraktiv durchführen können.“

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In diesem Umfeld hat sich Oberstleutnant Christian Kramer bewiesen – „mit großem persönlichen Engagement, Kreativität und Gestaltungswillen“, so Menger. Mittels des Leitsatzes „Einer guten Aufgabenerfüllung geht eine sehr gute Ausbildung voran“ habe sich Kramer „unermüdlich für seine beiden Ausbildungsstätten in Kaufbeuren und Erndtebrück eingesetzt“.

Oberstleutnant Kramer sei, so Menger, genau der richtige für diesen Job. „Vorbildlich, authentisch, fürsorglich, aber auch klar in der Ansage hat sich Oberstleutnant Kramer als der Leiter des LVZ gezeigt. Er geht voran, gibt vor, gestaltet mit Herz und Verstand.“ Kramer wechselt nun ins Bundesamt für Personalmanagement – und wird dort wohl von einer anderen Seite mit einem Problem konfrontiert werden, das er bisher als Leiter im LVZ bewältigen musste. „Die Probleme im Bereich der Ausbildung sind leider seit Jahren unverändert. Zu wenig Personal für eine steigende Zahl von Lehrgangsteilnehmern und dazu zahlreiche weitere Herausforderungen“, so Kramer.

Zwar werde die Anzahl der Dienstposten in der Ausbildungsinspektion zum 1. Oktober aufgestockt, allerdings, so Kramer, „werden diese Stellen wohl erst einmal unbesetzt bleiben.“ Das bedeute, dass die Arbeitsbelastung für die Ausbilder weiterhin hoch bleibe und man auch zukünftig weiter in besonderem Maße auf Gastlehrer aus den Einsatzverbänden angewiesen sei. „Dass diese Umstände für die Sicherstellung einer hohen Ausbildungsqualität nicht zuträglich sind, muss ich nicht weiter erläutern“, so Kramer.

Seinen Posten übergibt er jedoch mit gutem Gewissen an seinen Nachfolger, Oberstleutnant Florian Horlacher: „Ich weiß bei Dir das LVZ in sehr guten Händen und bin überzeugt, dass Du die zahlreichen Herausforderungen meistern wirst.“ Für Horlacher ist es nicht das erste Mal auf dem Hachenberg: Von 2010 bis 2013 war er Lehroffizier im Einsatzführungsbereich 2, 2014 dann Einsatzführungsstabsoffizier, bevor er nach Hamburg ging.

Nach eineinhalb Wochen Einweisung übernimmt er jetzt von Kramer: „ Die letzten Jahre waren für uns alle durch die Pandemie mit all ihren Auswirkungen geprägt. Die Entwicklungen an der Ostflanke der NATO und der Krieg in der Ukraine bringen ein ganzes Bündel an neuen Herausforderungen. Längst vergessen geglaubte Dinge werden auf einmal wieder wichtig. Und über allem steht die Ausbildung. Nur mit gut trainierten Soldaten ist es uns möglich, diesen Herausforderungen zu begegnen.“

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