Religion

Kirchenkreis Wittgenstein: Die Details der Fusion mit Siegen

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Synode -Fusion der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein

Synode -Fusion der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein

Foto: Lars-Peter Dickel / WP

Wittgenstein.  Der Termin steht bereits fest: Am 1. Januar kommt ein neuer Kirchenkreis mit Siegen - aber über Namen und Siegel wurde kontrovers beraten.

Es ist Zeitenwende – auch im Kirchenkreis Wittgenstein, der kurz vor der wichtigsten Veränderungen seit seiner Gründung steht. Den Begriff, den Bundeskanzler Olaf Scholz im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine verwendete, benutzte auch die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein, Simone Conrad, auf der Sommersynode 2022 im Abenteuerdorf Wemlighausen, um auf die vielen bevorstehenden Veränderungen im Kirchenkreis hinzuweisen.

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„Dies ist unsere vorletzte Synode als Kirchenkreis Wittgenstein – die Landessynode hat die Vereinigung unseres Kirchenkreises mit dem Kirchenkreis Siegen zum 1. Januar 2023 beschlossen. Das bedeutet beileibe nicht, dass die Arbeit getan ist und wir uns zurücklehnen können – im Gegenteil: Es gibt noch viel zu beraten, zu beschließen und auf den Weg zu bringen“, kommentierte Simone Conrad die richtungweisende Entscheidung.

Und die waren von den 40 Synodalen durchaus auch kritisch begleitet worden. Immer wieder gab es Gegenstimmen und Enthaltungen auf dem Weg zu einer Fusion mit dem Kirchenkreis Siegen, die zwar längst beschlossene Sache ist, aber dennoch in einzelnen Punkten sowohl in Siegen als auch in Bad Berleburg bei den Sommersynoden abgestimmt werden muss.

Name und Siegel in der Diskussion

Lebhaft wurde die Diskussion beim Namen und dem Siegel des künftigen Kirchenkreises. „Ein neuer Name steht für Aufbruch“, befand Superintendentin Simone Conrad und verwies auf eine Idee: „Soll er schlicht ,Maria’ heißen?“ Das war eine spontanen Eingebung von Pfarrerin Kerstin Grünert bereits im vergangenen Jahr am Anfang der Diskussion gewesen. „Weil dieser Kirchenkreis etwas ganz Besonderes ist, muss er auch einen besonderen Namen haben“, erklärte die Erndtebrückerin noch einmal. Doch juristische Formalia verlangen die Benennung des Ortes. Also Siegen-Wittgenstein. Den Vorstoß von Christine Liedtke, doch die Bestandteile auf „Wittgenstein-Siegen“ umzustellen, setzte sich am Ende nicht durch, weil er doch zu sehr nach dem Wunsch nach Eigenständigkeit klang. Bei 30 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und neun Gegenstimmen wurde – wie in Siegen – für „Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein“ gestimmt. Kerstin Grünert hatte am Schluss selbst für diesen schlichten Namen geworben: „Es ist nicht wichtig, was draußen draufsteht. Die Menschen sind wichtig“, sagte sie.

Beim Siegel standen neben dem runden Namensschriftzug vor allem zwei Bildmotive im Mittelpunkt. Eine Friedenstaube über einer Arche wurde es nicht. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung entschied sich die Synode für ein Kreuz auf einem durch eine Linie stilisierten Berg und ein einem ebenso von einer Linie markierten Fluss. Der Berg könne für das Rothaargebirge stehen, der Fluss für Sieg, Lahn, Eder oder Odeborn, so Simone Conrad.

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