Klimaschutz

Klimawette in Bad Laasphe: Klimaschutz ist noch zu langsam

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Michael Bilharz, Rainer Schmalz, Margot Leukel und Günter Wagner (von links)  boxen symbolisch die CO2-Tonne um. Damit im Klimaschutz etwas bewegt werden kann, muss mehr als das geschehen.

Michael Bilharz, Rainer Schmalz, Margot Leukel und Günter Wagner (von links) boxen symbolisch die CO2-Tonne um. Damit im Klimaschutz etwas bewegt werden kann, muss mehr als das geschehen.

Foto: Lisa Klaus / WP

Bad Laasphe.  Der Initiator der Klimawette ist in Bad Laasphe mit dem Lastenrad zu Besuch. Er betont: Der Klimaschutz ist noch zu wenig.

203 Tonnen CO2 müssten die Bad Laaspher Bürger bis zur Weltklimakonferenz im November in Glasgow einsparen, um so einen angemessenen Beitrag zum avisierten Ziel im Rahmen der Klimawette (wir berichteten) – eine Million Tonnen eingespartes CO2 – zu leisten. Um auf die Klimawette, an der sich jeder Einzelne ganz einfach beteiligen kann, aufmerksam zu machen, kam Initiator Dr. Michael Bilharz auf dem Lastenrad nach Bad Laasphe gefahren. Im Gepäck: Neben der symbolischen CO2-Tonne vor allem auch Hinweise, wie sich jeder einbringen kann.

„Ich fühle mich ein bisschen wie ein Fußballtrainer bei dieser Aktion. Die Mannschaft hat zwar schon zwei Tore geschossen, liegt aber zur Halbzeit 2 zu 5 hinten. Aber wir haben noch eine zweite Halbzeit.“ Übersetzt heißt das: Es sind bereits Maßnahmen für den Klimaschutz eingeleitet, viele Kommunen haben bereits ein Klimaschutz-Konzept erstellt – aber es müsse noch mehr passieren, macht Bilharz klar.

Stadt Bad Laasphe spendet 50 Euro

Er ist vom Fach: Im Umweltbundesamt ist er Experte für nachhaltigen Konsum und gehört zudem dem Verein „3 fürs Klima“ an. Drei Monate hat er sich Urlaub genommen für die Tour, die er am 23. Juni startete und am 3. Oktober beenden wird – dann wird er rund 200 Orte in ganz Deutschland besucht haben. „So kann ich in diesen drei Monaten auch mal etwas sinnvolles machen, anstatt nur im Büro hinterm Schreibtisch zu sitzen“, so Bilharz.

Die Stadt Bad Laasphe wolle sich am Erreichen des Ziels der Klimawette beteiligen, versprach am Donnerstag Dezernent Rainer Schmalz vor dem Bad Laaspher Rathaus, wo Bilharz Halt gemacht hatte. Dabei habe die Verwaltung die Möglichkeit der Spende gewählt, die hilft, CO2 einzusparen – eine Tonne könne bereits mit 25 Euro eingespart werden, die Verwaltung spart also mit einem Spendenbetrag von 50 Euro zwei Tonnen CO2 ein. Fehlen also noch 201 Tonnen, die in der Lahnstadt eingespart werden. Das kann jeder Bürger schon mit einem Beitrag ab 25 Euro auf der Website tun: www.dieklimawette.de/mitmachen.

Die CO2-Einsparung

Und wie wird das CO2 schließlich eingespart? Die Spende geht direkt an das Klimaschutzprojekt „CO2-Zertifikate“ von Compensators (ein gemeinnütziger, ehrenamtlich arbeitender Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, dem Europäischen Emissionshandel überschüssige Verschmutzungszertifikate zu entziehen). Mit dem Projekt kauft der Verein sogenannte CO2-Verschmutzungsrechte auf – das heißt aber nicht, dass der Verein deshalb mehr die Umwelt verschmutzen darf oder will als andere.

Im Gegenteil: „Die Europäische Union vergibt jedes Jahr knapp zwei Milliarden Verschmutzungszertifikate an Unternehmen. Die Anzahl dieser Zertifikate ist viel zu hoch, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen“, erklärt der Verein auf seiner Homepage. Der Verein, der solche Zertifikate kauft, lagert sie ein und will so garantieren, dass sie nicht mehr in Umlauf geraten. So müssen Unternehmen ihre Luftverschmutzung reduzieren.

Die Stadt Bad Laasphe will mit der 50-Euro-Spende ihren Beitrag dazu leisten. Auch einige der Bad Laaspher Grünen waren zum Stopp von Bilharz vor dem Rathaus gekommen und konnten sich einen Kommentar nicht verkneifen: „Wir warten dann auf die Blühstreifen.“

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