Kommentar

Kommt die Waldvignette?

Ich verstehe, dass Waldbesitzer eine Entschädigung für das Betreten ihres Waldes oder dessen Eigenschaft als CO2-Speicher fordern.

Ich verstehe, dass Waldbesitzer eine Entschädigung für das Betreten ihres Waldes oder dessen Eigenschaft als CO2-Speicher fordern.

Foto: Sascha Kertzscher / WP

Waldbesitzer fordern in der Krise neue Einnahmequellen aus zwei verschiedenen Töpfen.

Ich verstehe, dass Waldbesitzer eine Entschädigung für das Betreten ihres Waldes oder dessen Eigenschaft als CO2-Speicher fordern. Durch Klimawandel, Stürme und jahrelange Dürre kämpfen sie mit einem zusammenbrechenden Holzmarkt. Viele große und kleine Forstbetriebe stehen durch den Preisverfall am Rande des Ruins und greifen nach jedem Strohhalm. Das ist legitim.

Allerdings ist das Waldbetretungsrecht ein hohes Gut. Es öffnet den Wald als Erholungsraum für alle Menschen und schränkt damit gleichzeitig das Eigentumsrecht ein. Zunächst müsste das Gesetz geändert werden. Dann könnten wir die Frage nach den Finanzen stellen: Sollen Besucher künftig wie beim Schwimmbadbesuch Eintritt zahlen oder eine Waldvignette kaufen? Das wäre ja nur gerecht, denn wer nicht in den Wald geht, müsste ja auch nicht zahlen. Wenn es Pauschalen gäbe, wäre es viel einfacher. Aber das wären dann Steuergelder. Zielführender wäre es möglicherweise, Waldbesitzer über die CO2-Bindungs-Faktoren ihrer Fläche zu entschädigen und sie am Emissionshandel zu beteiligen.

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