Koch-Event

Landfrauen kochen mit saisonalen Produkten ein Herbst-Menü

Die Landfrauen des Ortsvereins Bad Laasphe kochen die vier Jahreszeiten nach und starten mit dem Herbst. Dabei kommen vor allem Kohl, Kürbis, Kartoffeln, Äpfel und Zwetschgen vor.

Die Landfrauen des Ortsvereins Bad Laasphe kochen die vier Jahreszeiten nach und starten mit dem Herbst. Dabei kommen vor allem Kohl, Kürbis, Kartoffeln, Äpfel und Zwetschgen vor.

Foto: Ute Schlapbach

Weide.  Die Landfrauen aus Bad Laasphe starten die Aktion „Wir kochen die vier Jahreszeiten“. Im Herbst gibt’s vor allem Kohl, Kürbis und Kartoffeln.

Was wäre der Herbst – küchentechnisch gesehen – ohne Kohl, Kürbis, Kartoffeln oder Obst wie beispielsweise Äpfel und Zwetschgen? Und da jede Jahreszeit saisonale Produkte liefert, bietet es sich an, daraus ein Koch-Event zu machen. Nicht nur eins, sondern gleich vier. Die Idee „Wir kochen die vier Jahreszeiten“ spukte Karin Wagner und Renate Göbel bereits seit Längerem im Kopf herum. Kürzlich ist der Plan mit dem ersten von vier Bausteinen Wirklichkeit geworden.

Die Idee

Gemeinsam begrüßten die Ideengeberinnen bei Wagners morgens zu Hause weitere fünf Hobbyköchinnen: Birgit Miczka aus Banfe, Christa Schäfer aus Puderbach, Elfriede Blecher und Ursula Lange (beide Feudingen) sowie Renate Schmidt aus Erndtebrück-Altenteich. Sie alle waren dem Aufruf der beiden Landfrauen des Bad Laaspher Ortsvereins gefolgt. Wie immer durften auch Nichtmitglieder dabei sein.

Das Menü

„Es wird geben...“, erklärte Karin Wagner auf der Terrasse beim Sektempfang, zu dem Brot mit ‘Landfrauen-Dip’ gereicht wurde: „Als Vorspeise eine im Ofen gegarte Kürbiscremesuppe mit Kokosmilch, dann eine mit Wildhack gefüllte Rotkohlroulade, Semmelklöße und Feldsalat und als Abschluss eine Eissplittertorte an Rotweinpflaumen.“

Das war der Startschuss zu einer Koch-Aktion, bei der alle gemeinsam kochen und essen. „Macht ruhig alle Schubladen und Schränke auf“, fordert die Küchenchefin zu Beginn auf. In der eigenen Küche sei halt alles einfacher.

Die Köchinnen

„Ich hab mein Käppche und Schnitzerche mitgebracht“, lacht Christa Schäfer. Beim Essen sollte sich rausstellen, dass eine Tupper-Dose auch nicht verkehrt gewesen wäre. Wer mit wem was zubereitet, ergibt sich in den nächsten Stunden, da sind alle flexibel. Die Damen kennen sich nicht alle, lernen sich aber dadurch kennen.

Renate Schmidt, „du hast den Jagdschein!“, pariert mit Karin Wagner das Rehfleisch, lässt es durch den Fleischwolf und würzt. Soll noch eine Zwiebel rein? „Salz haste genug.“ Währenddessen sind Christa Schäfer, Elfriede Blecher und Renate Göbel eine Etage tiefer im „Keller“ mit dem Rotkohl beschäftigt. Da steht, was die ganze Sache entzerrt, eine Küchenzeile und ein weiterer Herd, auf dem in zwei riesigen Töpfen Wasser zum Kochen gebracht wird.

Die kleinen Tricks

Dort hinein werden die Rotkohlköpfe gelegt, damit sich die Blätter lösen. „Ich hab’ das auch noch nicht gesehen, dass man eine ganzen Kopf ins Wasser gibt“, schüttelt Ursula Lange den Kopf. Wieder was gelernt. Das ist ja das Schöne, Erfahrungen auszutauschen und Neues mitzunehmen. Überhaupt – Kohlrouladen aus Rotkohl kannten die meisten vorher nicht. Diese werden dann oben in der Küche mit dem Rehhack gefüllt. Karin Wagner fertigt einen Prototyp der Roulade. „Wer will wickeln?“ Etwas die Mittelrippen begradigen, sonst rollen sie sich nicht. Anschließend werden die Päckchen angebraten und mit Speck, Zwiebeln, Äpfeln und Gewürzen sowie Bratenfond in einem großen Bräter für eine gute Stunde in den Ofen geschoben.

„Hast du davon auch ein Rezept?“, kommt die Frage aus der Gruppe. „Man nehme ...“, lacht Karin Wagner. Parallel dazu stellen Ursula Lange und Birgit Miczka die Masse für die Eissplittertorte her. „Ihr könnt ausgiebig probieren“, denn Karin Wagner hat bereits am Vortag nach diesem Rezept eine Masse hergestellt und in eine Form gefüllt, so dass sie über Nacht fest geworden ist. „Probiert, das schmeckt wie verrückt!“, animiert Birgit Miczka.

Der Krokant soll selbst hergestellt werden. Neue Aufgabe für Renate Schmidt. Kleiner Tipp von ihr am Rande: „Ich mache Krokant immer mit braunem Zucker.“

Unten werden derweil die regionalen Zutaten für die Kürbissuppe geschnippelt: Hokkaidokürbis, Kartoffeln, Lauch, Möhren, Sellerie, Zwiebel und Ingwer. Mit Salz, Pfeffer und etwas Öl in einer Auflaufform 30 Minuten im Backofen grillen, bevor später alles mit Brühe püriert und mit (Kokos-)Milch und Orangensaft verfeinert bzw. abgeschmeckt wird. Danach wird erst einmal eine Kaffeepause eingelegt.

Renate Göbel hat ihren Thermomix mitgebracht, um die Knödelmasse herzustellen. „Einmal lassen wir sie traditionell im Wasser garziehen, einmal im Varoma.“

Es fehlt noch die Salatsauce zum Feldsalat. Den hat Elfriede Blecher mit Christa Schäfer bereits geputzt, nun stellt sie mit Ursula Lange noch das Saure Sahne-Dressing her. Und die Rotweinpflaumen zum Eis müssen noch gedünstet werden. Um die kümmert sich Ursula Lange, auch wenn der Rheinländerin erst der ‘Wittgensteiner Zwetschgenentsteiner’ nicht ganz geheuer ist.

Nebenbei gibt es nette Gespräche über Gott und die Welt und ein Gläschen Rotwein. Schließlich muss alles probiert werden. „Ob die im Fernsehen auch so’n Spaß haben?“, fragt Elfriede Blecher lachend in die Runde.

Die Tischdeko

Natürlich darf auch die Deko nicht fehlen. „Ich hatte gedacht, Herbststräußchen in ausgehöhlten Kürbissen zu dekorieren.“ Der Wagnersche Garten bietet unter anderem noch Astern, Hagebutten und dekorative Zweige. Das Arrangement darf später mit nach Hause genommen werden. „Bei der Deko sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.“

Der Tisch ist gedeckt. Dann kann es losgehen mit dem Essen. „Fantastisch! Schmeckt super!“, so der Kommentar bei jedem Gang. „Ich schaffe nur eine halbe Roulade.“ „Wer möchte noch einen Nachschlag vom Dessert?“ Ja klar, aber nicht nur von den Rotwein-Pflaumen.

Die Winterrunde

Die ganze Aktion schreit nach Wiederholung. Darüber sind sich alle nach dieser gelungenen Premiere einig. Wie gut, dass die Ideengeberinnen gleich drei Fortsetzungen geplant haben. Beim nächsten Mal steht die Jahreszeit ‘Winter’ im Mittelpunkt. Was dann gekocht wird, interessiert alle brennend. „Das wissen wir noch nicht“, schüttelt das Orga-Team den Kopf. Nur so viel: Das Ganze findet am 1. Februar statt.

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