Straßenplan

Langes Warten auf die Route 57 beschäftigt Wittgenstein

Symbolbild Route 57 - Transparent im Industriepark Schameder

Symbolbild Route 57 - Transparent im Industriepark Schameder

Foto: Eberhard Demtröder

Wittgenstein.   Als die Landesregierung jetzt den „Masterplan zur Umsetzung des Fernstraßenbedarfsplans NRW“ vorgelegt hat, sind in Wittgenstein erneut Erwartungen enttäuscht worden, weil die Verkehrsanbindung von Kreuztal bis nach Bad Berleburg zwar im vordringlichen Bedarf steht, aber eben doch nicht die höchste Priorität genießt – trotz des jahrzehntelangen Kampfes für eine leistungsfähige Straße.

Die Stimmen reichen von offener Empörung bis hin zu gelassenem Pragmatismus: „Seit 2003 ist die Route 57 im vordringlichen Bedarf, aber die Region bleibt abgehängt“, formuliert es Karl Ludwig Völkel. Der ehemalige Erndtebrücker Bürgermeister und AWO-Kreisvorsitzende ist wütend: „Es kann nicht sein, dass wir hier immer noch auf Straßen mit einer Streckenführung aus dem 19. Jahrhundert herumfahren.“

Zu wenig Wählerpotenzial

Auch Eckehard Hof, Geschäftsführer von Berge Bau und Mitglied im Verein „Route 57“ verfolgt die Entwicklung mit sorgenvoller Miene. „Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass Wittgenstein in den Augen der Landes- und Bundespolitik keine große Rolle spielt, weil hier zu wenig Wählerpotenzial zu stecken scheint“.

Hof schüttelt den Kopf beim Blick darauf, dass alle Voraussetzungen für die Planer erfüllt waren, durch die erneuten Verzögerungen nun inzwischen aber zum dritten Mal eine Umweltverträglichkeitsstudie gemacht werden müsse: „Das kostet doch auch alles Geld.“ Eines aber versichert Hof: „Wir vom Verein ‘Route 57’ werden den Druck hoch halten.“

Der Vorsitzende dieses Zusammenschlusses, der Arbeitgeber, Gewerkschaften und auch die großen politischen Parteien umfasst, gibt sich gelassener was die Thematik der Route 57 insgesamt angeht. Christian Kocherscheidt, geschäftsführender Gesellschafter bei Ejot, glaubt, dass der Druck, den nicht nur Wittgenstein, sondern auch das Siegerland auf die Bundes- und Landespolitik ausübt, hoch genug ist und dass man auch in Düsseldorf und Berlin verstanden habe, wie wichtig die Verkehrsanbindung Südwestfalens für die Menschen aber auch den Wirtschaftsstandort sei.

„Ich bin gar nicht so enttäuscht, sondern ganz entspannt“, sagt Kocherscheidt. Nur bei einem zentralen Punkt der Planungen wird der Unternehmer nachdenklich: Was passiert in Kreuztal? Alles steht und fällt mit den Ortsumgehungen von Kreuztal und Ferndorf“, sagt Kocherscheidt. Er sieht den Druck nicht bei der Landesregierung, sondern beim Regierungspräsidium, dass diesen Planfeststellungsbeschluss schon lange angekündigt habe.

Pläne ab 23. Januar ausgelegt

Inzwischen ist er auch da: Der Planfeststellungsbeschluss ist am 3. November 2017 ergangen, erläutert das Regierungspräsidium in Arnsberg. Am 23. Januar sollen die Pläne in der Stadt Kreuztal ausgelegt werden. Dann haben sowohl die betroffenen Bürger als auch Behörden Gelegenheit, im Rahmen der Beteiligung die Pläne genauer zu studieren und gegebenenfalls ihre Einwände zu formulieren. Damit wird noch nicht gebaut, aber ein weiterer Schritt zum Planungsrecht für den Anfang der Route 57 ist gemacht.

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