Literaturpflaster

Kurs in Bad Berleburg: So schmeckte das kanadische Menü

| Lesedauer: 3 Minuten
Nicht lange fackeln, selber machen: Mit Hans-Christian Radenbach (Mitte) lernten sechs Teilnehmer die Vielfalt der kanadischen Küche im Rahmen des Literaturpflasters kennen

Nicht lange fackeln, selber machen: Mit Hans-Christian Radenbach (Mitte) lernten sechs Teilnehmer die Vielfalt der kanadischen Küche im Rahmen des Literaturpflasters kennen

Foto: Benedict Weinhold

Bad Berleburg.  Nach zehn Jahren beendet Küchenmeister Hans-Christian Radenbach seine Zeit beim Bad Berleburger Literaturpflaster-Erfolgsformat.

Mit Hans-Christian Radenbach wird nicht lange über die kanadische Küche diskutiert. Sie wird sofort auf dem Schneidebrett und dem Herd gelebt. Seit fast zehn Jahren begleitet der Küchenmeister und Berufsschullehrer im Rahmen des Bad Berleburger Literaturpflasters mit der Volkshochschule Siegen-Wittgenstein die internationalen Kochkurse.

Auch dieses Mal setzte er mit typischen kanadischen Leckerbissen auf der Speisekarte gemeinsam mit sechs Teilnehmern kulinarische Ausrufezeichen aus Übersee. „Pandemiebedingt mussten wir die Teilnehmerzahl von zwölf auf sechs reduzieren. Doch das schmälert die Vorfreude nicht“, so Heidi Haswell-Lückel von der Volkshochschule.

Nachfolger gesucht

Einen kleinen Wermutstropfen musste sie dennoch offenbaren: Nach fast zehn Jahren wird es der letzte Kochkurs beim Literaturpflaster für Hans-Christian Radenbach sein – aus privaten Gründen. „Mir ist damals fast die Kinnlade runtergefallen, dass die Kochkurse bereits Minuten nach der Freischaltung völlig ausgebucht und die Wartelisten prall gefüllt waren. Im Namen der Volkshochschule und dem Literaturpflaster-Team bedanke ich mich herzlich für diese engagierte Kursleitung“, so Heidi Haswell-Lückel.

Ob Georgien, Frankreich, Indonesien oder Finnland: Die Mitmach-Veranstaltungen waren Selbstläufer – sogar weit über die Grenzen der Kommune hinaus. „Kann das überhaupt schmecken?“, fragt eine Teilnehmerin, während Hans-Christian Radenbach die Vorspeise des dreigängigen Menüs erläutert. Es gibt Poutine, ein populäres kanadisches Fast-Food-Gericht, unter welchem Pommes frites verstanden werden, die mit Bratensauce und geschmolzenem Käse serviert werden. Doch die Neugier überwiegt am Dienstagabend.

Ergänzt wird die Vorspeise durch kanadischen Lachs, mariniert mit Chili, Knoblauch, Whiskey, Ahornsirup und Olivenöl. Weil die kanadische Küche stark von Einwanderern geprägt wurde, finden sich grade in den Rezepten ganz besondere Abweichungen. „Der Lachs aber kommt nicht aus Kanada“, erklärt der Küchenmeister.

Rind statt Bison

„Besonders das Bisonfleisch für das Hauptgericht hat einen hohen Stellenwert für die Kanadier, doch auch dieses Fleisch haben wir nicht bekommen“, so Hans-Christian Radenbach. 90 Euro beträgt derzeit der Kilopreis für Bison.

Stattdessen findet sich ein gelungener Ersatz an den Herden in der neuen Küche des Berufskollegs Wittgenstein, nämlich Tournedos vom Rinderfilet. „Statt der Cranberrysauce kochen wir dazu eine Pfeffersauce“, verantwortet der Küchenmeister erneut Lieferengpässe bei Lebensmitteln.

Nachdem die sechs Teilnehmer, darunter einige „Wiederholungstäter“, den Wildlachs für die Vorspeise eingelegt haben, wird schon das süße Highlight des Menüs vorbereitet: Nanaimo bars – eine Schokoladenschnitte mit einer Buttercreme, benannt nach der gleichnamigen Stadt. „Ich habe noch nie so viel Butter und Schokolade für ein Dessert verwendet“, schmunzelt Hans-Christian Radenbach. Mit kleinen Kniffen im Rezept lernen so die zwei Frauen und sechs Männer an den Herden etwas für die heimische Küche.

Nur Sekundenbruchteile bleiben für das Ei, das in die geschmolzene Butter und den Zucker gegeben werden darf. Kleine Fehler sind ausdrücklich erlaubt, so dass jeder etwas mitnehmen kann: „Unter ständigem Rühren langsam in die Tonne geben“, kommentiert Hans-Christian Radenbach den Erstversuch der Nanaimo bars. Nach rund anderthalb Stunden, vielen guten Gesprächen und hilfreichen Tipps für die eigene kanadische Küche gibt es dann die Belohnung: ein typisch kanadisches Menü, dass an diesem Abend jeden Geschmack trifft.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wittgenstein

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben