Wettbewerb

Mammut-Wanderung der Zwillinge führt durch Wittgenstein

Die eineiigen Zwillinge Anders (links) und Kasper Braun im Garten von Familie Paul mit Schloss Berleburg im Hintergrund. Die 20-Jährigen sind auf Wanderschaft von Kopenhagen nach Mailand -- mit zwei Übernachtungen in Wittgenstein.

Die eineiigen Zwillinge Anders (links) und Kasper Braun im Garten von Familie Paul mit Schloss Berleburg im Hintergrund. Die 20-Jährigen sind auf Wanderschaft von Kopenhagen nach Mailand -- mit zwei Übernachtungen in Wittgenstein.

Foto: Christoph Vetter

Kopenhagen/Bad Berleburg.   Die dänischen Zwillingsbrüder Anders und Kasper (20) laufen über 2000 Kilometer für einen guten Zweck - von Kopenhagen bis nach Mailand.

Dass sie in ihrem Land eine Monarchie haben, wissen die beiden Jungs; aber dass mit Prinzessin Benedikte die Schwester ihrer Königin in Bad Berleburg lebt – davon hatten Anders und Kasper Braun bis Donnerstag keine Ahnung. Die 20 Jahre alten Zwillinge erfuhren das erst bei Dr. Henry und Sabine Paul in der Berleburger Roonstraße. Dort haben die beiden in der Ferienwohnung übernachtet und sich mit einem Frühstück ordentlich gestärkt, denn die Brüder erwandern den Europäischen Fernwanderweg E 1 von Kopenhagen bis Mailand – das sind über 2000 Kilometer, davon in Wittgenstein der „E 1“ von Kühhude bis Heiligenborn.

Insbesondere die Herzlichkeit der Menschen im Sauerland und in Wittgenstein hat es den beiden angetan: „Wir werden sehr freundlich aufgenommen. Die Leute sind an unserer Tour interessiert“, freut sich Anders am Frühstückstisch.

Übernachtung mit Frühstück gibt’s gratis

„Am Montagabend“, erzählt Dr. Henry Paul, „erhielten wir eine Anfrage der beiden für eine kostenlose Übernachtung und ein wenig zu essen.“ Kostenlos? Bitte ja, immerhin wandern die Dänen für einen guten Zweck. Ein großes japanisches Elektro-Unternehmen hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem junge Leute bis zu 21 000 Euro für ein gemeinnütziges Projekt ihrer Wahl gewinnen können.

Anders und Kasper haben es bis in die Endrunde geschafft und sind nun seit dem 21. Juni als „Team Violett“ unterwegs. Die Konkurrenz, Romas und Simona, sind in Cambridge gestartet; Michał und Paweł sind von Warschau aus unterwegs nach Mailand. Überwiegend muss gewandert werden; die Dänen haben erst zweimal einen Zug genutzt. Das ist erlaubt, und immerhin stehen ihnen von dem Sponsor wöchentlich 210 Euro für Essen und Getränke zur Verfügung.

Aktionen filmen und ins Netz laden

Natürlich hat der Geldgeber auch Auflagen gemacht: Die Teams müssen beispielsweise mit natürlichen Produkten jonglieren. Das haben die Zwillinge im Wald bei Willingen mit Äpfeln und Tannenzapfen gemacht. Ein anderer Job: Aus Nichts eine Hütte im Wald bauen – erledigt zwischen Oberkirchen und Langewiese. All diese Aktionen müssen gefilmt und auf die Facebook-Seite (eneloop Team purple) geladen werden. Möglichst viele Klicks auf diesen Internet-Auftritt bringen den jungen Dänen zusätzliche Punkte.

Schon früh am Donnerstag machen sich die beiden auf ihre nächste Etappe. Sie führt über Stünzel nach Bad Laasphe.

Wo werden sie dort übernachten? „Mal sehen“, sagt Kasper, der wie sein Zwillingsbruder sehr gut deutsch spricht, weil ihre Familie deutsche Wurzeln hat. „Wir klopfen an eine Tür und fragen nach zwei Betten“. Das habe bislang reibungslos geklappt, spätestens dann, wenn Kasper und Anders von ihrem ökologischen Projekt in Estland berichten, für das sie die 21 000 Euro erwandern wollen. Reicht es nicht zum ersten Platz, winken immerhin noch 2100 Euro.

Für die lange Tour fleißig trainiert

Ihr Abitur haben die beiden Anfang des Jahres erfolgreich bestanden. Gleich danach fiel der Startschuss für ein intensives Training und die Vorbereitung auf die lange Wanderschaft. Fitness-Studio, Laufen, Kite-Surfen, Handball, Fußball und das Tauchen nach Fischen mit einer Harpune gehörten zu den sportlichen Übungen. „Wir sind fitt und hatten bislang keinerlei Probleme unterwegs“, geben sich die Zwillinge zuversichtlich für das Durchhalten bei dieser Mammut-Tour.

Die endet laut Plan am 19. Oktober in Milano. Bis dahin haben die Jungs täglich 15 Kilo auf dem Rücken und wohl von Natur aus gute Laune im Herzen.

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