Politik

MdB Licina-Bode: SPD-Ortsverein kommt mit Antrag zu spät

| Lesedauer: 3 Minuten
Leere Plätze im Vereinsheim des TuS Erndtebrück. Fehlende Vermietungen oder Veranstaltungsabsagen in der Pandemie haben die Vereine viel Geld gekostet.

Leere Plätze im Vereinsheim des TuS Erndtebrück. Fehlende Vermietungen oder Veranstaltungsabsagen in der Pandemie haben die Vereine viel Geld gekostet.

Foto: Fotograf Peter Kehrle / WP

Erndtebrück/Wittgenstein.  Die SPD-Erndtebrück will Vereine nach den Corona-Jahren finanziell entlasten, erntet dabei aber unerwartete Kritik der eigenen Abgeordneten.

Die SPD-Erndtebrück will Vereine nach den wirtschaftlich schwierigen Corona-Jahren finanziell entlasten und sieht dabei die Abgeordneten der eigenen Partei in Land und Bund in der Pflicht. Michael Rothenpieler hat das Papier unterzeichnet, mit dem die Genossen eine Debatte über Corona-Hilfen in Bundes- und Landtag anstoßen möchten.

Die Bad Laaspher Bundestagsabgeordnete Luiza Licina-Bode sieht den Vorstoß der Erndtebrücker als vergeblich an: „Der Antrag der SPD Erndtebrück kommt leider zu spät, der Bund hat dazu bereits im Jahr 2020 erste Hilfen eingestellt und die Ampelkoalition hat inzwischen sechs Hilfspakete zur aktuellen Krise auf den Weg gebracht, die auch Vereinen zu Gute kommen.“

Lesen Sie auch:

Bund und Land hatten bereits ab 2020 zahlreiche Hilfen zur Milderung der Coronafolgen bereitgestellt. Auch für Vereine, wie Licina-Bode klar macht. Lediglich für den Kulturbereich gebe es noch Hilfen.

Aber die Bundestagsabgeordnete hat auch Verständnis für den Hintergrund des Antrags: „Natürlich sind die Vereine nun auch zunehmend von steigenden Energiekosten betroffen, besonders, wenn eigene Vereinsheime zu unterhalten sind.“ Aber für den Bereich der steigenden Energiekosten gibt es schon Hilfen beim Land durch Energieberatungen und Förderungen zur Umstellung auf erneuerbare Energien, so die Abgeordnete. Gleichzeitig könnten sich Vereine bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen an das Büro von Licina-Bode in Bad Laasphe wenden.

Das will die Erndtebrücker SPD bewirken

Für die Erndtebrücker SPD war bei ihrem Antrag klar: Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Vereinen, die eigenwirtschaftlich Vereinsheime betreiben und durch den Wegfall von Veranstaltungen während der zwei Pandemie-Jahre mit finanziellen Problemen kämpfen.

„Sowohl Bundes-, als auch Landesregierungen haben in der Vergangenheit Bürger*innen sowie Unternehmen mit finanziellen Hilfen tatkräftig entlastet, um die Auswirkung der Corona-Pandemie so gering wie möglich zu halten und leisten diese zum Dank auch weiterhin. Einzig Vereine, hier vor allem Sportvereine, die über ein eigenwirtschaftlich betriebenes Vereinsheim verfügen, gingen bei diesen Hilfen leer aus. Doch auch gerade diese Vereinsstellen sind ein sehr wichtiger Faktor in der Zusammenkunft von Menschen und stellen somit einen gesellschaftlichen Mehrwert dar“, begründet der Ortsvereinsvorsitzende Michael Rothenpieler den Antrag.

Eigene Abgeordnete sollen in Parlamenten Werbung machen

„Besonders im ländlichen Raum konnten sich Vereine nur mit viel Eigeninitiative ein solches Vereinsheim ermöglichen und die Unterhaltung erfordert viel Kraft, jahrelange Arbeit und enorme finanzielle Ressourcen, um den Mitgliedern eine Ausübung des Hobbys in einer angenehmen und geselligen Atmosphäre zu ermöglichen und das Miteinander im Verein sowie am jeweiligen Heimatort zu bestärken. Zudem wurden Vereinen von Kommunen Heime oder Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, für deren Unterhalt sie jedoch selbst sorgen müssen. Daher stellen wir als SPD- Ortsverein Erndtebrück an die Fraktion der SPD im Bund und an die Fraktion der SPD im Land NRW den Antrag, diesen zur Beratung und zur Abstimmung in die entsprechenden Gremien einzubringen und Hilfe für die in Frage kommenden Vereine zu gewähren. Es wäre für unsere Gesellschaft kontraproduktiv, würden solchen ,,Leuchttürme“ in den Ortschaften wegbrechen, weil Vereine die Unterhaltung ihrer Heime nicht mehr stemmen könnten und in eine finanzielle Schieflage geraten würden“, schließt er den Antrag.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wittgenstein