Kanalanschlüsse

Modernes Kamera-Auge entdeckt nachts Lecks im Abwasserrohr

Nachts, in Birkefehl, Operation am offenen Kanaldeckel: Modernstes Gerät kommt zum Einsatz, wenn die Mitarbeiter einer Schmallenberger Fachfirma die Kanalrohre unter die Lupe nehmen – um Lecks aufzuspüren.

Nachts, in Birkefehl, Operation am offenen Kanaldeckel: Modernstes Gerät kommt zum Einsatz, wenn die Mitarbeiter einer Schmallenberger Fachfirma die Kanalrohre unter die Lupe nehmen – um Lecks aufzuspüren.

Foto: Hans Peter Kehrle

Birkefehl.   Nachts kann von außen eindringendes Wasser besser entdeckt werden. Denn zu dieser Zeit kommt nur wenig Abwasser aus den Hausanschlüssen an

Neulich, nachts in Birkefehl: Auf der Straße steht ein Fahrzeug am offenen Kanaldeckel. „Dichtheitsprüfung – Inspektion – Sanierung“ ist auf der Fahrerseite zu lesen. Und genau das passiert hier auch gerade. Warum nachts? Ortsvorsteher Steffen Haschke weiß es.

Anwohner müssten sich keine Sorgen machen, der Grund sei einfach zu viel Wasser im Kanal. Kein Abwasser, wohlgemerkt. Und die Arbeiten würden deshalb nur nachts durchgeführt, erklärt Haschke, weil zu dieser Zeit nur wenig Abwasser aus den Hausanschlüssen komme. So könnte man von außen eindringendes Wasser besser entdecken.

Vor Ort ist die Firma kan.d.i.s Kanaltechnologie GmbH aus Schmallenberg im Einsatz, die mit modernstem Gerät die Kanäle untersucht – und das bis

zum Hausanschluss. Zuerst wird der Hauptkanal nach vorliegenden Plänen mit einer rollenden Kamera angefahren und deren Durchfahrt aufgezeichnet – „für Auswertungen später, aber auch direkt vor Ort. Dienst haben in dieser Nacht Markus Schauerte und Markus Rickert. Beide betrachten das Monitorbild ganz genau – und halten mit einem Kollegen, der zugleich in Birkelbach tätig ist, Rücksprache über das Abwasser-Aufkommen.

Die Kamera kann 100 Meter den Kanal abfahren, wird dann in Position zu dem prüfenden Hausanschluss gebracht und kann mit der Lanzenkamera dann noch einmal maximal 30 Meter vordringen. Das Gerät kommt somit überall hin, keine Leckage bleibt den Spezialisten verborgen. In Auftrag gegeben hat die Maßnahme die Gemeinde Erndtebrück: Sie möchte anhand der Videos und Daten herausfinden, wo das Kanalnetz noch nachgebessert werden muss.

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