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Monopoly: Häuser in Bad Berleburg sind teurer als anderswo

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Im Neubaugebiet in der Bad Laaspher Kernstadt sind noch Baulücken. Die Zahl der freien Plätze schwindet allerdings dank der guten Baukonjunktur schnell

Im Neubaugebiet in der Bad Laaspher Kernstadt sind noch Baulücken. Die Zahl der freien Plätze schwindet allerdings dank der guten Baukonjunktur schnell

Foto: Lars-Peter Dickel / WP

Wittgenstein.  Im ländlichen Wittgenstein ist Bauland relativ günstig. Dafür kann ein Reihenhaus viel mehr kosten als andernorts in NRW. Das sind die Zahlen.

Wittgenstein scheint ein teures Pflaster zu sein. Das geht aus einer soeben veröffentlichten Statistik der Landesbausparkassen (LBS) und Empirica zum Wohnungsmarkt hervor. Dabei liegt Bad Berleburg zwar bei den Preisen für Bauland sehr günstig im Vergleich zum Landesdurchschnitt oder auch den Nachbarkreisen HSK und Olpe. Aber bei den den Durchschnittskosten für Neubau-Reihenhäuser sticht Bad Berleburg mit seinem für Wittgenstein gültigen Werten deutlich heraus. Bauwillige machen sich Gedanken um die Finanzierung und müssen auch das bereits wieder anziehende Zinsniveau bei den Krediten im Blick haben.

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Erschlossenes Bauland

Für erschlossenes Bauland zahlt man in NRW pro Quadratmeter 285 bis 655 Euro. Der meist genannte Preis (Median) liegt bei 420 Euro. Im Kreis Siegen-Wittgenstein läuft die Preisspanne zwischen 80 und 215 Euro und beträgt im Mittel 155. Im HSK liegt sie zwischen 75 und 225 Euro – die Meisten haben 140 Euro gezahlt. Im Kreis Olpe sind es 85 bis 165 Euro und im Schnitt 135. Wittgenstein – in diesem Fall Bad Berleburg – rangiert da sogar unter den vorgenannten Mittelwerten bei 30 bis maximal 90 Euro. Im Mittel werden 50 Euro gezahlt.

Die LBS kommentiert diese Werte so: „Die Neubaupreise in Bad Berleburg haben sich im vergangenen Jahr stabilisiert.“

Neubau-Reihenhäuser

Ein neu gebautes Reihenhaus in einer Größenordnung von 100 bis 120 Quadratmetern Wohnfläche kostet in Wittgenstein je nach Ausstattung und Lage zwischen 300.000 und 800.000 Euro, so die Statistik. Und damit liegt Bad Berleburg beim Höchstwert deutlich über dem für NRW (530.000 Euro), dem Kreis Siegen-Wittgenstein (515.000 Euro), dem HSK (395.000 Euro). Für den Kreis Olpe liegen hier keine Werte vor. Der am meisten genannte Baupreis liegt bei 435.000 Euro im Land. 400.000 sind es im Kreis Siegen-Wittgenstein und 365.000 im Hochsauerland. In Bad Berleburg liegt dieser Wert höher: bei 600.000 Euro.

Neue Eigentumswohnungen

Eine neue Eigentumswohnung mit 80 Quadratmetern liegt in Bad Berleburg bei durchschnittlich 270.000 Euro. Die Quadratmeterpreise variieren zwischen 3.300 und 3.450 Euro, sagt die Statistik. Hier liegt Bad Berleburg deutlich unter den Werten in NRW mit einer Preisspanne von 3320 bis 5075 Euro. Im Kreis Olpe kostet der Quadratmeter 3050 bis 3920 Euro und im HSK liegen die Wert zwischen 2905 bzw. 3890 Euro.

Konsequenzen

„Die Käufer gehen mit den hohen Preisen laut LBS-Immobilienbarometer 2022 sehr flexibel um“, kommentiert die LBS ihr eigenes Zahlenwerk. Jeweils zwei Drittel suchten eine einfachere und kleinere Immobilie (66 Prozent) und wollen mehr Eigenleistung einbringen (69 Prozent). Sogar 87 Prozent können sich vorstellen, in eine günstigere Region auszuweichen, begünstigt durch den steigenden Homeoffice-Anteil. Allerdings erwägen mittlerweile 51 Prozent der Interessenten auch einen Aufschub ihres Vorhabens.

LBS-Gebietsleiter Christian Schneider berichtet: „Gut die Hälfte will mehr Eigenkapital ansparen und hofft zudem auf einen Zuschuss der Eltern, zum Beispiel in Form eines vorgezogenen Erbes. Außerdem verzeichnen wir ein mit den Zinsen deutlich steigendes Interesse am Bausparen, um die Finanzierung vor künftigen Belastungssprüngen abzusichern“, so der Gebietsleiter für Wittgenstein.

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