Nahwärme gibt’s nicht zum Nulltarif

Birkelbach/Womelsdorf.   Jetzt wird es ernst für die angedachte Nahwärme-Versorgung in Birkelbach und Womelsdorf: Die Machbarkeitsstudie für das geplante Netz liegt vor. Und bei der Präsentation des Energieberaters am Mittwochabend in der Birkelbacher Mehrzweckhalle konnten ernsthafte Interessenten auch gleich eine „Absichtserklärung“ abgeben – um später einer Bürger-Energiegenossenschaft beizutreten. Sie soll eigens für das Projekt gegründet werden.

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Jetzt wird es ernst für die angedachte Nahwärme-Versorgung in Birkelbach und Womelsdorf: Die Machbarkeitsstudie für das geplante Netz liegt vor. Und bei der Präsentation des Energieberaters am Mittwochabend in der Birkelbacher Mehrzweckhalle konnten ernsthafte Interessenten auch gleich eine „Absichtserklärung“ abgeben – um später einer Bürger-Energiegenossenschaft beizutreten. Sie soll eigens für das Projekt gegründet werden.

Damit sich das Projekt rechnet, muss die Anschlussdichte bei mindestens 60 Prozent der Haushalte liegen, machte Matthias Partetzke vom der Bad Iburger Ingenieur Netzwerk Energie eG (iNeG) deutlich. Gelingt die Genossenschaftsgründung im kommenden Herbst, spielen Banken und Förderer mit, könnte das Netz schon im August 2018 realisiert werden – für rund 5,2 Millionen Euro Investition.

Deutliche Ersparnis gegenüber Öl

Mit einem Grund- und Leistungspreis von rund 650 Euro pro Jahr und einem Arbeitspreis von 6,5 Cent pro Kilowattstunde (jeweils plus Mehrwertsteuer) soll sich dann aber schon im ersten Jahr etwa gegenüber Heizöl eine Ersparnis von etwa 300 Euro, im 15. Jahr von 9220 Euro ergeben, haben die Experten ausgerechnet. Und im Vergleich zu Nachtspeicher-Öfen soll es sogar deutlich mehr sein.

Durch ein Netz von etwa zwölf Kilometer Rohrleitung soll die Wärme in Form von Heißwasser transportiert werden – per Wärmetauscher in den Haushalten nutzbar gemacht. Die tatsächlich abgenommene Wärme wird über einen Zähler gemessen und berechnet. Die neue Anlage ersetzt prinzipiell die Heizung. Die Anschlussleistung orientiert sich idealerweise an jener der alten Anlage.

Frage aus dem Publikum: Was passiert mit meinem alten Brennwert-Kessel, acht Jahre alt? Für gut erhaltene Kessel gebe es durchaus einen Markt, so Alexander Blecher vom Arbeitskreis Nahwärmenetz, der sich um die Vorarbeiten für das Projekt kümmert. Und wie realistisch sind die Rohr-Verläufe vorwiegend über private Grundstücke? Hier möchte der Arbeitskreis versuchen, das Interesse der Eigentümer und künftiger Nutzer weitgehend unter einen Hut zu bringen.

Eine Zuhörerin wollte wissen, wie lange denn wohl so ein zentraler Heizkessel halten werde. Er soll mit einer Spitzenlast von 1500 Kilowatt auf dem Gelände der Firma Beuter in Birkelbach entstehen, ferner eine Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung, die etwa 1000 kW Wärme und bis zu 250 kW Strom produzieren kann. Betrieben werden soll das gesamte Kraftwerk mit Holzhackschnitzeln. Energieberater Partetzke schätzt, dass so ein Kessel 20 Jahre hält – und man sich für weitere Investitionen sicher auch mit dem Holzpreis in zwei Jahrzehnten befassen müsse.

Mitgliedsbeitrag und „Eintrittsgeld“ für die Genossenschaft sollen einmalig 4500 Euro betragen. Und was passiere, wenn etwas schiefgehe, fragt eine Zuhörerin. Hier empfiehlt der Energieberater der künftigen Genossenschaft, eine klare Ausschluss-Klausel für Nachzahlungen festzulegen.

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