Mehr als 15 Räder

Neuer Windpark an der hessischen Grenze

Die fünf Windräder oberhalb von Wunderthausen sollen in den nächsten drei, vier Jahren verschwinden. Stattdessen ist ein neuer Windpark auf hessischem Gebiet geplant, in dem zwischen "Gebrannter Rücken" und "Heiligenholz" bei Diedenshausen "15 oder mehr" Windkraftanlagen vorgesehen sind. Foto: Vetter

Die fünf Windräder oberhalb von Wunderthausen sollen in den nächsten drei, vier Jahren verschwinden. Stattdessen ist ein neuer Windpark auf hessischem Gebiet geplant, in dem zwischen "Gebrannter Rücken" und "Heiligenholz" bei Diedenshausen "15 oder mehr" Windkraftanlagen vorgesehen sind. Foto: Vetter

Foto: WP

Wunderthausen. Der Windpark oberhalb von Wunderthausen mit zurzeit fünf Anlagen soll in größerem Umfang ausgebaut und erweitert werden. Das sind die Pläne des Investors, die VENTUS Regenerative Energie GmbH.

Deren Geschäftsführer, Prof. Dr. Walter Delabar, hält sich momentan in der Region zu Verhandlungsgesprächen mit den betroffenen Waldbesitzern auf. Und die kommen ausnahmslos aus Wittgenstein - so wie die Mitglieder des „Bodenverbands Diedenshausen“, die gestern Abend hinter verschlossenen Türen über das Vorhaben informiert wurden; denn die in Planung befindliche Windkonzentrationsfläche der Gemeinde Bromskirchen soll sich von den Bergen „Großer Hoher Stein“ und „Gebrannter Rücken“ nordöstlich von Wunderthausen über den Höhenzug „Heilige Holz“ bis auf die Bergrücken oberhalb des Diedenshäuser Ortsteils Seibelsbach erstrecken.

Beeinträchtigungen der Bewohner von Wunderthausen und Diedenshausen möchte Prof. Delabar „unter allen Umständen vermeiden“. Versichert er im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Der 54-Jährige weiß aber auch, dass es „damals in 1997/98 besonders für die Bewohner der Hallenberger Straße in Wunderthausen kritisch war“, in der Nähe der Tag und Nacht rotierenden Windräder. „Ich verstehe den Bauern Dreisbach, wenn der sich über den Schattenwurf ärgert“, gab Prof. Delabar offen zu. Aber das gehöre demnächst der Vergangenheit an, wenn die fünf Windräder abgebaut werden.

Wie viele werden denn dann neu gebaut? „Vielleicht 5, vielleicht 10, vielleicht auch 15 oder mehr“, antwortet Prof. Dr. Delabar, das hänge von den behördlichen Genehmigungen ab und davon, wie viele Waldbesitzer ihre Flächen verpachten möchten.

Interessiert an solch einem Geschäft dürften die Eigentümer aus Diedenshausen, Wunderthausen, Wemlighausen und Elsoff durchaus; denn als monatliche Pacht werden vierstellige Beträge gehandelt. Zahlen in diesem Zusammenhang wollte Prof. Dr. Delabar aber nicht nennen. Vielmehr möchte er deutlich machen, dass die für zehn Anlagen geschätzten Kosten von „60 bis 80 Millionen Euro eine hohe regionale Wertschöpfung“ mit sich bringen. „Das Geld bleibt hier“, sagte der Geschäftsführer und deutete an, dass durch die Ansiedlung einer Servicegesellschaft auch „ein paar Arbeitsplätze in Wunderthausen“ entstehen könnten. Als sicher gilt, dass die Betreibergesellschaft ihren Sitz in Bromskirchen nehmen wird. Immerhin liegt das komplette noch zu überplanende Gelände auf dem Gebiet der hessischen Gemeinde. Der dortige parteilose Bürgermeister Karl-Friedrich Frese bereite zurzeit den Aufstellungsbeschluss für die Flächennutzungsplanänderung bzw. den Bebauungsplan vor, verriet Delabar und sagte weiter: „Aber wir sind erst ganz am Anfang der Planungsphase, haben noch gar keine konkreten Standorte, müssen noch zahlreiche behördlichen Hürden nehmen und ein Vogel- sowie ein Fledermaus-Gutachten vorlegen.“

Die Stadt Bad Berleburg erwarte von ihrer Nachbarkommune Bromskirchen „eine umfassende und vor allem frühzeitige Beteiligung“, erklärte gestern der Erste Beigeordnete Jürgen Weber auf Anfrage. „Wir möchten nämlich erreichen, dass es nicht zu solchen Zuständen kommt wie vor 15 Jahren, als Fakten geschaffen worden waren, auf die wir nicht mehr einwirken konnten. Wir sind uns durchaus bewusst, dass eine Stärkung der erneuerbaren Energien stattfinden muss, aber bitte nicht zu Lasten der Bürger in Wunderthausen und Diedenshausen. Der Siedlungsraum auf Berleburger Seite darf nicht negativ beeinflusst werden - egal, ob durch Schatten, Lärm oder Landschaftsverunstaltung“, betont Jürgen Weber.

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