Verbraucher

Nicht jeder Bio-Müllbeutel ist für Biotonne geeignet

Die DIN 13432 ist das Problem: Die grünen Biomüll-Beutel aus kompostierbarem Kunststoff brauchen 90 Tage, um zu verrotten Für das Kompostierwerk in Olpe ist das zu viel. Beutel aus Papier oder die alten Zeitungen eignen sich besser.

Die DIN 13432 ist das Problem: Die grünen Biomüll-Beutel aus kompostierbarem Kunststoff brauchen 90 Tage, um zu verrotten Für das Kompostierwerk in Olpe ist das zu viel. Beutel aus Papier oder die alten Zeitungen eignen sich besser.

Foto: Lars-Peter Dickel

Bad Berleburg.   Es steht Bio drauf, aber trotzdem sind manche verrottenden Kunststoffbeutel eine Gefahr für Kompostanlagen – und für den Geldbeutel der Bürger.

Viele Verbraucher machen einen Fehler, selbst wenn sie den Müll vorschriftsmäßig trennen. Der Teufel steckt, wie so oft, im Detail. Genauer gesagt in der Tüte für den Biomüll, wie der Bad Berleburger SPD-Stadtverordnete Bodo Hüster aus Schwarzenau bei einem Besuch in der Redaktion erläutert.

Das Problem sind die Kunststofftüten, die speziell für Biomüll hergestellt und nach einer DIN/EN 13432 als kompostierbar eingestuft werden. Der Haken: Diese Norm besagt, dass sich diese oft auch in der Signalfarbe grün eingefärbten Tüten in einer industriellen Kompostieranlage innerhalb von maximal 90 Tagen zersetzen sollen.

Der Bad Berleburger Müll landet im Kompostwerk Olpe. Diese zwischen Oberveischede und Griesemert angesiedelte Anlage kompostiert aber nicht über 90, sondern lediglich 21 Tage, wie Bodo Hüster weiß. Damit sind auch diese eigens für Biomüll entwickelten Beutel für Olpe ungeeignet. „Diese Beutel können dort gar nicht verrotten. Ich sehe es als unsere Aufgabe an, die Haushalten zu informieren“, sagt Bodo Hüster.

Der Schwarzenauer Kommunalpolitiker präsentiert gleich eine ganze Reihe von Produkten, in denen Biomüll im Haushalt für die Entsorgung gesammelt werden kann. Ein Haken, die definitiv absolut unproblematischen Papiertüten, sind nicht nur schneller durchgeweicht, sie sind in den meisten Fällen sogar um einige Cent teurer oder im Volumen kleiner als die Bio-Kunststoffvariante.

Gebühren können steigen

Gerade erst hat der Bad Berleburger Bauausschuss über Verunreinigungen im Bioabfall debattiert, die langfristig teure Folgen für alle Bürger haben können – dann nämlich, wenn Kompostierbetriebe den Müll ablehnen müssen und der verunreinigte Inhalt der braunen Tonnen statt in der Kompostierung in der Müllverbrennung landet. Auch der Kreis Siegen-Wittgenstein ist alarmiert: Beatrice Bender von der Kreisverwaltung machte das Szenario deutlich: Wenn der Kreis mit seinen Städte und Gemeinden nicht bald etwas gegen den überhöhten Störstoff-Anteil täten, so Bender, könnte das Problem rasch „kostentreibend“ werden. Das Olper Entsorgungszentrum als Vertragspartner mahne die Qualitätsverbesserungen bereits an.

Bodo Hüster hat das Problem bereits angepackt und möchte zusammen mit der Stadt Bad Berleburg gezielt über das Problem mit der zu langen Zerfallszeit der Bio-Kunststofftüten informieren. Eine kostengünstige und umweltverträgliche Variante ist das Einwickeln des Biomülls in die gelesene Tageszeitung, sagt Hüster.

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