Kapitalverbrechen

Opfer aus Bad Laasphe spricht von Rambo-Messer als Tatwaffe

Der 42-Jährige sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Der 42-Jährige sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Bad Laasphe.   Mit drei Messerstichen soll ein 42-Jähriger in Bad Laasphe seinen Bekannten lebensgefährlich verletzt haben. Der Verdächtige schweigt.

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Bei einem nächtlichen Streit ist in der Nacht zum Dienstag gegen 3 Uhr ein 40-Jähriger von seinem zwei Jahre älteren Bekannten in dessen Wohnung niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. „Es war ein Rambo-Messer“ – mit diesen Worten soll das Opfer die Tatwaffe bei der Vernehmung am nächsten Tag bezeichnet haben.

Der Tatverdächtige sitzt in der JVA Attendorn

Diese Information der WP-Redaktion in Wittgenstein bestätigte Staatsanwalt Rainer Hoppmann (Siegen), der die Ermittlungen mit der Mordkommission Hagen durchführt. Den Tatverdächtigen hat der Berleburger Richter Torsten Hoffmann am Donnerstagnachmittag wegen des Verdachts des versuchten Totschlags zur Untersuchungshaft in die JVA Attendorn geschickt.

Tatort versuchter Totschlag in Bad Laasphe

In der Wohnung im Erdgeschoss dieses Mehrfamilienhauses kam es am 1. Februar gegen 3 Uhr zum Streit zwischen zwei Männern.
Tatort versuchter Totschlag in Bad Laasphe
Christoph Vetter

Während der Beschuldigte zum Tathergang und etwaigen Motiven schweigt und bei den Vernehmungen keinerlei Angaben gemacht haben soll, könnten Auseinandersetzungen zwischen dem mutmaßlichen Täter und seiner von ihm seit Kurzen getrennt lebenden Ehefrau gewesen sein. Jedenfalls habe nach Auskunft der Staatsanwaltschaft das Opfer ausgesagt, sein Bekannter hätte „noch kurz vor der Tat mit der Frau telefoniert“. Ob dabei die Trennung zur Sprache gekommen ist oder auch der nicht lange zurückliegende Verlust des Arbeitsplatzes des Mannes, ist noch Bestandteil der Ermittlungen. „Nach dem Telefonat war der 42-Jährige aggressiv und hat zum Messer gegriffen“, zitiert Staatsanwalt Hoppmann das Opfer.

Von den drei zugefügten Stichen in den Oberkörper streifte einer die Leber, zwei gingen knapp an der Lunge des 40-Jährigen vorbei. Trotz dieser schweren Verletzungen, so teilt die Polizei mit, ist der Bad Laaspher noch zu Fuß zu seiner Wohnung gekommen. Die liegt angeblich rund 800 Meter vom Tatort entfernt im Bereich der Altstadt.

Diese schweren Verletzungen sind erst fast elf Stunden später beim Opfer in dessen Wohnung von einer Nachbarin entdeckt worden, die am Mittwoch um 13.50 Uhr Notarzt und Polizei alarmierte.

Verletzter wurde in die Uniklinik Gießen geflogen

Während das Opfer mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Gießen geflogen wurde, wurden vor dem Hintergrund des Tatgeschehens sofort die Staatsanwaltschaft Siegen und die Mordkommission Hagen unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Tobias Puspas alarmiert. Sie erhielten Unterstützung von Kripobeamten des Berleburger Kommissariats.

Der 42-jährige Tatverdächtige wurde dann am Mittwochnachmittag gegen 15.50 Uhr in seiner Wohnung vorläufig festgenommen. Dabei wurde auch das mutmaßliche Tatwerkzeug, ein längeres Messer mit je einer geriffelten und einer geschliffenen Schnittfläche, gefunden und sichergestellt.

„Eine gravierende Alkoholisierung“ sei zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar gewesen, sagte Rainer Hoppmann, der noch keine Angaben zum Alkoholgenuss von Opfer und Tatverdächtigen in der Nacht zuvor machen kann.

Kapitalverbrechen in Laasphe auch schon vor drei Wochen

Erst vor knapp drei Wochen war die Mordkommission aus Hagen zu einem Tötungsdelikt nach Bad Laasphe gerufen worden. Dort hatte an der Flüchtlingsunterkunft im Thüringer Weg ein 30 Jahre alter Tatverdächtiger einen 27-jährigen Bewohner der städtische Unterkunft lebensgefährlich verletzt. Auch bei dieser Tat war – wie jetzt in der Friedrichstraße – ein Messer im Spiel. In diesem Fall gehen die Ermittler inzwischen von einer Beziehungstat aus, die zwei Nebenbuhler betreffen könnte

Das 27-jährige, aus Nordafrika stammende Opfer war mit zunächst lebensgefährlichen Verletzungen in die Marburger Uniklinik eingeliefert und dort notoperiert worden.

Nach der Tat war der 30-jährige, im Raum Bad Laasphe lebende Familienvater – er stammt vom Balkan – geflüchtet. Die Mordkommission Kripo schließt nicht aus, der weiterhin gesuchte Mann mit einem Bekannten in dessen Auto das Weite gesucht haben könnte. Zur Tatzeit vor drei Wochen trug der Gesuchte einen Vollbart.

Hinweise zu seinem Aufenthaltsort unter Telefon 02751-9090 oder an jede andere Polizeidienststelle .

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