Dorfrundgang

Ortsdurchfahrt Hemschlar: Gefahr für Kinder und Erwachsene

Den Zebrastreifen auf der Ortsdurchfahrt in Hemschlar nutzen auch viele Schulkinder – dort halten sich aber auch einige Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Bürgermeister Fuhrmann (rechts) machte sich beim Dorfrundgang ein Bild davon.

Den Zebrastreifen auf der Ortsdurchfahrt in Hemschlar nutzen auch viele Schulkinder – dort halten sich aber auch einige Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Bürgermeister Fuhrmann (rechts) machte sich beim Dorfrundgang ein Bild davon.

Foto: Lisa Klaus / WP

Hemschlar.  Beim Dorfrundgang in Hemschlar erfährt Bürgermeister Fuhrmann von den auf der Durchgangsstraße oft zu schnellen Autos. Was getan werden kann.

Immer der Nase nach. Beim Dorfrundgang von Bürgermeister Bernd Fuhrmann in Hemschlar erfüllt der Duft von frisch gebackenem Brot die Dorfluft und lockt die Teilnehmer des Rundganges zu warmem, herzhaften Gebäck im Feuerwehrgerätehaus. Neben viel Lob für Verwaltung, Ortsvorsteher Helmut Janner und die Dorfgemeinschaft wurden aber auch kritische Töne angeschlagen.

Größtes Problem in Hemschlar: Laut Helmut Janner und den Bewohnern ist das die Ortsdurchfahrt Neue Straße. „Das ist schon sehr gefährlich, wenn hier Grundschüler über den Zebrastreifen gehen, denn hier wird immer sehr schnell gefahren, selten fährt hier einer 50“, gibt der Ortsvorsteher dem Bürgermeister sowie Wolfgang Grund, Abteilungsleiter Infrastruktur der Stadt Bad Berleburg, zu verstehen. In Rinthe gibt es ähnliche Probleme.


Tempo 30 kaum möglich

„Ich bin hier selber schon dreimal fast zur Kühlerfigur geworden“, verdeutlicht Janner die Problematik. Auch LKW, die die Durchfahrt nutzen, seien immer zu schnell unterwegs. Ob ein Fahrverbot für LKW oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde, wollten die Hemschlarer wissen. Wolfgang Grund konnte diesbezüglich jedoch keine allzu

großen Hoffnungen machen: „In NRW ist die einzige Möglichkeit, eine Tempo 30 Zone einzurichten, wenn die Straße zum Beispiel durch Kurven nur schwer einsehbar ist.“ Die Ortsdurchfahrt in Hemschlar hingegen sei gut einsehbar, was bei einer Verkehrsschau bereits festgestellt worden war.

„Jetzt, wo wir von der Gefahr für die Kinder wissen, könnten wir aber eine erneute Verkehrsschau ansetzen und schauen, was möglich ist“, beschwichtigte Grund. „Es ist aber immerhin schon einmal gut, dass wir hier überhaupt einen Zebrastreifen haben“, gab Fuhrmann zu bedenken. Es bestünde auch die Möglichkeit, ein Geschwindigkeitsmessgerät aufzustellen, um ein Bild von der Situation an der Ortsdurchfahrt zu bekommen.


Traditionen für Enkel erhalten

Beeindruckt zeigte sich Fuhrmann vom hohen Grad der Selbstversorgung in dem 300-Seelen-Dorf – „neu war für mich, dass es hier fünf Imker gibt“, staunte der Bürgermeister: „Das ist schon eine starke Leistung, das kann man nicht anders sagen.“ Hans Müsse, selbst Imker mit rund 500.000 Bienen, betonte, dass die Haltung von Bienen und Herstellung von Honig ein „sehr schönes Hobby“ sei.

„Imkern ist auch wieder moderner geworden, die jungen Leute interessieren sich dafür. Man muss jetzt nur schauen, dass sie auch dabei bleiben“, fügte Müsse hinzu. Der Enkelgeneration müsse der direkte Kontakt zur Natur und alten Traditionen erhalten werden, wie auf dem Biohof Hüster, der auch von Schulklassen besucht wird.

Digitalisierung und Traditionen vereinbaren

„Es ist wichtig, dass wir als Stadt der Dörfer das Wissen der Großeltern für unsere Enkel erhalten. Aber eigentlich muss beides gehen“, sagte er mit Blick auf die Digitalisierung, die auch vor Hemschlar nicht Halt macht. Im dritten Quartal dieses Jahres soll demnach der Breitbandausbau im Ort fertig gestellt sein – die Hauptversorgung soll über Glasfaser laufen, erklärte Manuel Spies, Abteilungsleiter der Stabstelle Wirtschaftsförderung.

Bis zu den Häusern hin sollen Kupferkabel verlegt werden – die Bewohner können also mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 M/bit rechnen. Auch die weiter entfernt wohnenden Außenlieger sind nicht vergessen worden und bekommen spätestens in der nächsten Förderwelle einen Kupferkabel-Anschluss.

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