Bus & Bahn

Ortsmitte Feudingen: Buskaps statt Buswende angeregt

So ähnlich wie hier in Wilnsdorf-Gernsdorf könnten auch die Buskaps in Feudingen aussehen – wenn Anwohner und Politik mitziehen.

So ähnlich wie hier in Wilnsdorf-Gernsdorf könnten auch die Buskaps in Feudingen aussehen – wenn Anwohner und Politik mitziehen.

Foto: Privat

Feudingen.  Für die Haltestellen-Situation zeichnet sich eine neue Lösung ab. Günter Padt vom Zweckverband Personennahverkehr wird sie der Politik vorstellen.

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Braucht Feudingen tatsächlich eine groß angelegte Buswende an der Sieg-Lahn-Straße (L 719) im Ortskern? Nein, meint Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) in Siegen. Zwei sogenannte Buskaps an der Straße – für jede Fahrtrichtung eines – würden im Grunde reichen, um den üblichen Linien- und Schulbusverkehr im Bereich des Bahnhofs sicher abzuwickeln. Am kommenden Mittwoch ist Padt zu Gast im Bau-, Denkmal- und Umweltausschuss, um den Bad Laaspher Politikern seine Alternative zu erläutern. Er sieht seine Alternative als Vorschlag, der nun erst einmal politisch diskutiert werden müsse.

Die Planung bisher

Bislang sei die Planung der Stadt für eine Buswende „schlüssig und okay“ gewesen, betont Padt im Gespräch mit unserer Redaktion – wenn man davon ausgehe, dass für zwei komplette Bushaltestellen direkt an der Landstraße kein Platz sei. Doch bei einem Besuch vor Ort habe sich für ihn gezeigt, so Padt weiter, dass es für besagte Alternative „durchaus eine realistische Chance“ gebe – sofern Anwohner und Politik mitmachen. „Da ist Bewegung drin.“

Die Chance für Alternativen

So habe ein Anwohner der Sieg-Lahn-Straße bereits signalisiert, seine Grundstückseinfahrt zugunsten einer neuen Haltestelle verlegen zu lassen. Dieser Aufwand im Zuge der Bauarbeiten „würde dann mit in die Förderung einfließen“, kann sich Padt gut vorstellen. Im Klartext: Der Förderbescheid des übergeordneten Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), eigentlich für die Finanzierung der Buswende gedacht, könne so „an die neue Situation angepasst werden“, dass er alternativ für die Buskaps samt der Einfahrtsverlegung gelte. Idealerweise samt zweier Wartehäuschen.

Die Gegenargumente

Das Argument, die Busse müssten im Bereich Feudinger Bahnhof partout an einem Verknüpfungspunkt halten, der einen nahtlosen Wechsel der Fahrgäste ohne Straßen-Überquerung auf den Bahnsteig ermögliche, lässt Padt nicht gelten. Der Alltag zeige, so der ZWS-Geschäftsführer, dass es gar nicht um einen Umstieg von Bus auf Bahn oder umgekehrt gehe, etwa im Schulbus-Verkehr. Sondern vielmehr um einen sicheren Ein- und Ausstieg am Bus. Und eine Buswende an der Sieg-Lahn-Straße sei schon aus einem anderen Grund gar nicht nötig, denn: „Da wendet kein Bus.“

Die Verkehrssicherheit

Viel wichtiger sei die Verkehrssicherheit an den Haltestellen, unterstreicht Padt. Und die werde mit den Buskaps gewährleistet. So halte der Bus direkt auf der Fahrbahn, nehme das Tempo des oft zu schnell fließenden Verkehrs ab. Und bei der Abfahrt habe der Busfahrer nicht das Problem wie oft in einer Busbucht, trotz Blinkens wieder in den fließenden Verkehr zu kommen. Weiterer Vorteil eines Buskaps: Es bleibe mehr Aufstellfläche etwa für Schulkinder, argumentiert Padt.

Der Vergleich

Zum Vergleich: Eine Buswende neben der Straße würde im Alltag immer auch ein Linksabbieger-Problem bedeuten, erklärt Padt – mit der Folge, dass der Busfahrer womöglich viel Gegenverkehr abwarten müsse. Und das wiederum führe ganz schnell zu Verspätungen. Die Wende sei auch überhaupt kein Vorteil, wenn man – wie in Feudingen angedacht – mehrere Haltestellen in der Ortsmitte zu einer zusammenfassen wolle.

Das sagen Anwohner

Aus Sicht von Anne Bade, Fraktionschefin der Bad Laaspher Grünen, selbst Feudingerin und Anwohnerin der Sieg-Lahn-Straße, würden mit den angeregten Buskaps gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das Konzept sei verkehrssicherer als die geplante Buswende: „Einfach, aber trotzdem wirkungsvoll.“ Und: Die wertvolle Grünfläche am Bahnhof müsse nicht für deren Bau geopfert werden. Mehr noch: Die Kap-Lösung sei vermutlich deutlich kostengünstiger als die Wende, für die ansonsten „über 222.000 Euro an Steuergeldern einfach verschleudert“ würden, findet Bade. Mit einer Summe von 222.500 Euro ist der Bau der Buswende derzeit im Haushalt der Stadt Bad Laasphe veranschlagt.

Der Bau-, Denkmal- und Umweltausschuss tagt am Mittwoch, 13. November, im Bad Laaspher Rathaus, Mühlenstraße, großer Sitzungssaal. Beginn öffentlicher Teil: 17.30 Uhr.

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