70 Jahre verheiratet

Otto und Erika Schmethüsen hatten viel Glück im Leben

Prof. Otto Schmethüsen und seine Frau Erika feiern am 15. Oktober ihren 70. Hochzeitstag. "Gnadene Hochzeit ist schon der richtige Ausdruck dafür. Es ist eine Gnade, so lange mit ein und derselben Frau verheiratet zu sein", sagt der bekannte Porträtmaler.

Prof. Otto Schmethüsen und seine Frau Erika feiern am 15. Oktober ihren 70. Hochzeitstag. "Gnadene Hochzeit ist schon der richtige Ausdruck dafür. Es ist eine Gnade, so lange mit ein und derselben Frau verheiratet zu sein", sagt der bekannte Porträtmaler.

Foto: Lars-Peter Dickel / WP

Girkhausen.  Damit haben die beiden über 90-jährigen Jubilare nicht gerechnet. Das Ehepaar aus Girkhausen feiert Gnadene Hochzeit.

„Gnadene Hochzeit ist schon der richtige Ausdruck dafür. Es ist eine Gnade, so lange mit ein und derselben Frau verheiratet zu sein", sagt Prof. Otto Schmethüsen voller Dankbarkeit über die vergangenen 70 Jahre. Das es so gekommen ist, hätte 1947 keiner geahnt, als sich das Paar in den Kunstwerkstätten Blankenstein kennengelernt hat.

„Es war auch viel Glück dabei“, sagt der bekannte Porträtmaler, der damals für sein Studium an der Folkwangschule in den Semesterferien Geld in den Werkstätten verdiente.

„In den Pausen habe ich jemanden Gitarre spielen und singen gehört. Das war Erika“, sagt der spätere Ehemann. Der junge Mann hat offensichtlich nur Augen für sie. „Es gab eine Reihe von Mädchen, die in meine Mann verliebt waren. Aber die hatten keine Chance“, lacht Erika Schmethüsen. Trotzdem musste das junge Paar noch Überzeugungsarbeit leisten. „Erika, das ist doch kein Mann zum heiraten“, hatte die Verwandtschaft der Kunstwerkerin gewarnt - wohl auch weil der Beruf des Kunstmalers damals nicht als zukunftsträchtig erschien. „So kann man sich täuschen“, lacht die 94-Jährige nach 70 Jahren Ehe.

Kunst hilft überleben

Die Kunst war für ihren Otto nicht nur Broterwerb: Die Kunst hat den jungen Mann im Krieg gerettet. „Ich war Frontzeichner, so musste ich keinen einzigen Schuss abgeben“, erinnert sich der heute 92-Jährige. Und in der Gefangenschaft waren es erneut seine Bilder, die ihn vor dem Verhungern retteten, ehe er sein Können an der Folkwangschule in Essen vervollkommnen konnte. Später wird er den Bundespräsidenten Heuss und die Bundeskanzler Adenauer, Brandt und Schmidt, gekrönte Häupter und ausländische Staatspräsidenten malen.

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In den 1950er Jahren zieht es das paar zu ersten Urlauben ins Sauerland - zum Beispiel nach Oberhenneborn und später nach Neuastenberg. „Meine Frau hat sich dabei regelrecht in das Odeborntal verliebt. Und wenn die sich was in den Kopf gesetzt hat...“, berichtet Otto Schmethüsen. Die beiden kaufen einen alten Stall an der Schmelzhütte bei Girkhausen und mit handwerklicher Hilfe aus Girkhausen und der zupackenden Art von Erika Schmethüsen wird daraus ein Heim, das das Paar auch heute noch bewohnt. Mit im Haus lebt auch die 69-jährige Tochter Brigitte. Während das Haus umgebaut wurde bewarb sich der Künstler an Schulen im Umfeld. Generationen von Schülern an der Realschule Bad Berleburg, dem Gymnasium Schloss Wittgenstein in Bad Laasphe und dem Gymnasium Winterberg lehrte er Kunst und Kunstgeschichte. „Ich habe aber immer nebenher gemalt, sonst wäre das ja kein Leben“, sagt der Jubilar, der später ab 1992 einen Lehrauftrag an einer Schweizer Hochschule erhielt.

Bundespräsident gratuliert

An an diesem Vormittag schwelgen Otto und Erika Schmethüsen in Erinnerungen. Sie sitzen im Atelier. Die Gratulationsschreiben liegen auf dem Tisch und das Paar blättert durch seine Post. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat ein paar nette Zeilen nach Girkhausen geschickt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sogar einen Brief geschrieben. Auch der Landrat Andreas Müller und der Bürgermeister Bernd Fuhrmann haben Grußadressen an die Schmethüsens verfasst. „Die kamen alle schon zum 10. Oktober. Das ist der Tag, an dem wir standesamtlich geheiratet haben. Aber der 15. Oktober, ist für uns das wichtigere Datum – das unserer kirchlichen Hochzeit“, sagt Otto Schmethüsen.

Feiern werden sie ihren Ehrentag aber nicht: „Es sind ja nicht mehr viele Verwandte und Freunde am Leben, und an manchen Tagen geht es einem gut und am nächsten nicht mehr“, gesteht Erika Schmethüsen. Über eines freuen sich die beiden aber in jedem Fall - über liebe Glückwunschkarten. Denn Glück ist wichtig, wie Otto Schmethüsen immer wieder sagt, schließlich ist er gerade von einem Schlaganfall genesen. Und Erika Schmethüsen ergänzt: „Humor ist auch wichtig, und dass man lange im Kopf fit bleibt.“

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