Wittis in der Welt

Philine Grellmann - Praktikum in Paris, Strand-Leben inklusive

Aktion in der französischen Hauptstadt zur Sommerurlaubszeit für Daheimgebliebene: Paris Plage, ein Sandstrand direkt an der Seine

Foto: Philine Grellmann

Aktion in der französischen Hauptstadt zur Sommerurlaubszeit für Daheimgebliebene: Paris Plage, ein Sandstrand direkt an der Seine Foto: Philine Grellmann

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Bad Berleburg/Paris. Entspannt am Strand liegen, die Sonne genießen – und das mitten in Paris. Geht nicht, meinen Sie? Geht doch, sagt Philine Grellmann, gebürtige Bad Berleburgerin. Und sie muss es wissen, hat sie das bunte Strand-Leben direkt an der Seine in dieser Sommer-Saison doch hautnah erlebt. Gerade macht die 22-Jährige zum Abschluss ihres Bachelor- Studiums in Aachen und Paris ihr Praktikum bei einer französischen Modemarke. Klar, dass man da auch mal abschalten muss.

Anzug-Hosen im Liegestuhl

„Viele machen sich – so wie ich – direkt nach der Arbeit auf den Weg zum Paris Plage“, schildert die Berleburgerin ihre Eindrücke. „Nicht selten sieht man die Männer noch in ihren Anzug-Hosen im Liegestuhl. Da die Seine-Ufer beleuchtet werden, kann man dort bis spät abends sitzen und plaudern und den Feierabend genießen. Wenn dann auch noch die Boote an einem vorbeifahren und zwischen den Palmen die Stadt langsam zu leuchten beginnt, fühlt man sich wirklich wie im Urlaub.“

Für Daheimgebliebene

Urlaubszeit – das ist in Frankreich traditionell der Juli und der August. Dann „ist Paris, abgesehen von den Touristen, wie leergefegt“, hat Philine Grellmann festgestellt. Wo sich sonst morgens die Geschäftsleute in die Metro quetschen, finde man dann „bequem einen Sitzplatz.

Und die Daheimgebliebenen? Für sie hat man sich im Rathaus der Hauptstadt etwas ausgedacht: 2002 hat der Pariser Bürgermeister erstmals tonnenweise Sand ans Ufer der Seine schütten lassen. Ergebnis: ein kilometerlanger Strand, der sich rechts am Fluss entlangzieht. „Dort, wo sonst Autos entlang fahren, sieht man einen Monat lang nur noch Fußgänger, Fahrradfahrer und Inlineskater“, erzählt Grellmann. „Auch direkt vor dem Rathaus ist Sand aufgeschüttet, allerdings sind dort Netze für Volleyball-Spieler angebracht.“

Strand-Leben live

Und wie sieht sonst das Strand-Leben aus? Grellmann: „Da findet man Spielplätze für die Kinder, Liegen, Sonnenschirme, Duschen und sogar Palmen. Natürlich kann man auch überall Getränke und Eis kaufen. Da die Liegestühle und Schirme ab 21 Uhr eingesammelt werden, bringen die meisten Leute eigene Decken oder Handtücher mit und nutzen die kühleren Abendstunden, um zusammen mit Freunden oder Kollegen ein Picknick im Sand zu machen.“ Eine tolle Idee.

Schöner wohnen außerhalb

Für die 22-Jährige liegt das Sandstrand-Vergnügen in der Hauptstadt nicht weit von ihrem französischen Wohnort weg – Viro­flay, östlich von Versailles. „Aber mit der Bahn bin ich sehr schnell im Stadtzentrum.“ Nur 14 Kilometer liegt die 16.000-Einwohner-Kleinstadt entfernt.

Hier wohnt Philine Grellmann „in einem wunderschönen Haus mit Garten und Terrasse bei einer Französin, die an der Universität von Versailles Deutsch unterrichtet.“ Sie vermietet zwei Zimmer in ihrem Haus an deutsche Studenten. „Es ist also eher ein WG-Leben, das ich hier führe“, sagt Grellmann – „nur, dass ich zwischen deutsch und französisch hin und her wechsle“.

Die eher ruhigere Wohnlage sei „der perfekte Ausgleich zum lauten Alltag in Paris“. Natürlich sei das Leben in der Weltstadt „anders, als ich es von zu Hause oder aus Aachen gewöhnt bin“, räumt die 22-Jährige ein. Aber auch im Vergleich zu anderen größeren deutschen Städten sei hier alles „schneller, hektischer und größer“.

Mit der Sprache arbeiten

Frankreich, Frankreich – woher kommt Grellmanns Interesse für das Nachbarland? „Das kann ich gar nicht erklären“, sagt sie. „Die Sprache hat mich einfach von Anfang an begeistert – und mir war schnell klar, dass ich später mit dieser Sprache arbeiten möchte.“ Schon bei der Bewerbung in Aachen hat die 22-Jährige gesehen, dass es eine Partnerschaft mit einer Hochschule in Paris gibt. „Und da mich die Stadt seit meinem ersten Besuch mit dem JAG im Jahr 2007 begeistert hat, war dies meine erste Wahl. Ich wollte schon lange eine Weile in Paris leben – und wenn sich das mit meinem Studium verbinden lässt, umso besser.“

Viel fürs Leben gelernt

Gelernt hat Philine Grellmann nicht nur viel für ihren späteren Beruf, sondern auch fürs eigene Leben: „Von meinen französischen Mitstudenten konnte ich mir etwas Gelassenheit abgucken. Die Franzosen sind eben Genuss-Menschen – und wenn etwas nicht klappt, lassen sie sich davon den den Tag verderben, sondern machen erst am nächsten Tag in aller Ruhe weiter.“

Idee für die Poststraße

Diese Ruhe – genau dafür „wurde auch der Strand angelegt“, vermutet die 22-Jährige. Wäre das im nächsten Sommer nicht auch etwas für die Bad Berleburger Poststraße?

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