Wisentprojekt

Pro Wald spricht von „einer Täuschung der Öffentlichkeit“

Auch entlang der Waldwege kann Wisenten begegnen.

Auch entlang der Waldwege kann Wisenten begegnen.

Foto: Wolfram Martin

Bad Berleburg/  „Der Vertrag ist eine Täuschung der Öffentlichkeit“, sagt Sprecher Lucas von Fürstenberg, der Sprecher der Wisent-Gegner.

In Oberkirchen haben 15 Waldeigentümer aus Schmallenberg und dem Kreis Olpe die Interessengemeinschaft „Pro Wald“ gegründet (Wir berichteten). Sie richtet sich gegen die ausgewilderten Wisente, die über die Grenze des Kreis Siegen-Wittgenstein nach Kirchhundem und Schmallenberg ziehen. Vier neue Klage haben mittlerweile die Waldbauern aus dem Kreis Olpe beim Verwaltungsgericht Arnsberg gegen alle angestrengt, die den öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Auswilderung unterschrieben haben: das Land NRW, den Kreis Siegen-Wittgenstein und den Projektträger Wisentwelt.

„Der Vertrag ist eine Täuschung der Öffentlichkeit“, sagt Sprecher Lucas von Fürstenberg. „Das Projekt ist völlig aus dem Ruder gelaufen.“ Mit der IG stelle man nun den Protest auf ein breiteres Fundament, erläutert der Waldbesitzer. „Es sind nicht mehr nur die im Fokus, die die Klagen führen, wie Georg Feldmann-Schütte in Oberkirchen und Reinhild Schulte aus dem Kreis Olpe.“ Die seien bisher die „Buhmänner“ gewesen.

Es gehe nicht um eine höhere Entschädigungen, betonte von Fürstenberg. „Letztlich kämpfen wir dafür, dass wir selbst bestimmen dürfen, was in unserem Wald passiert, welche Bäume wir anpflanzen oder nicht. Uns ist eine Entwicklung aufgezwungen worden, in die wir nicht einbezogen waren und gegen die wir uns nicht wehren können.“

Michael Emmrich, Pressesprecher des Wisentvereins, sieht die Entwicklung mit Gelassenheit. „Es kann sich zusammenschließen, wer will“, sagte er. Man sei immer bereit, offen mit allen zu diskutieren. Die juristische Auseinandersetzung habe man nicht gewollt. Sie sei dem Verein aufgezwungen worden. Und mit einem ironischen Unterton ergänzt er, man freue sich über den Titel der IG „Pro Wald“, „denn wir sagen ja: Der Wisent gehört zum Wald.“

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