Internationale Musikfestwoche

Schumann-Quartett fordert Zuhörer in Bad Berleburg heraus

Das Schumann-Quartett mit den Brüdern Erik, Ken und Mark Schumann sowie Liisa Randalu, spielte Felix Mendelssohn-Bartholdy, Leos Janacek und Johannes Brahms auf Schloss Berleburg.

Das Schumann-Quartett mit den Brüdern Erik, Ken und Mark Schumann sowie Liisa Randalu, spielte Felix Mendelssohn-Bartholdy, Leos Janacek und Johannes Brahms auf Schloss Berleburg.

Foto: Lars-Peter Dickel / WP

Bad Berleburg.  Das Schuman-Quartett spielt bei der Berleburger Internationalen Musikfestwoche. Für die Zuhörer gibt es kaum eine Atempause.

Wer sich auf einen Abend mit dem Schumann-Quartett vorbereitet, der „muss auf alles gefasst sein“, heißt es in der Biografie der vier noch jungen Musiker. Und tatsächlich: Dieses Quartett hinterlässt bei seinen Zuhörern einen bleibenden Eindruck, weil es sich nicht scheut, auch für ungeübte Ohren verstörende Kompositionen anzubieten, an denen sich erst recht die Virtuosität und Klasse ablesen lässt, mit der die Streicher Violinen, Viola und Cello beherrschen.

Bei der Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg gehört das Quartett „Intime Briefe“ von Leoš Janáček in diese Kategorie. In seiner Komposition hat der damals 74-jährige Komponist die Beziehung zu seiner 36-jährigen Geliebten Kamila Stöslova verarbeitet. Die Beziehung war zwar platonisch, hat den Musiker in seinem letzten Lebensjahrzehnt aber stark geprägt.

Wie stark, das lässt sich an der kraftvollen aber eben auch modernen, disharmonischen Arbeit mit dem Titel „Intime Briefe“ ablesen, die auch den Zuhörer aufrüttelt. Spürbar wird der Widerstreit der Gefühle einer offensichtlich unerfüllten Liebe und die Sehnsucht nach Harmonie – übrigens auch für den Zuhörer, dem Leoš Janáček kaum eine Atempause gegönnt hat.

Der Eindruck, den Janáčeks Werk an diesem Abend im Schloss Berleburg hinterlässt, ist umso stärker, weil dieser wilde Ausbruch eingerahmt wird von Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichquartett Nr. 2 und Johannes Brahms Streichquartett in c-moll. Beide verstärken den Bruch und zugleich versöhnt der Rahmen die Zuhörer und beruhigt Ohren und Gemüt.


Mutige Auswahl

In der mutigen Auswahl der Stücke und der Virtuosität – mit der die drei Brüder Erik, Ken und Mark Schumann, verstärkt um Liisa Randalu, spielen – zeigt das Schumann-Quartett eindrücklich, warum es von der Süddeutschen Zeitung „zu den besten Quartetten der Welt“ gezählt wird.

Weitere Nachrichten, Bilder und Videos aus Wittgenstein finden Sie hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben