Telefonbetrug

Betrüger ergaunern 20 000 Euro von Senior aus dem Siegerland

Aktuell beschäftigen die Polizei in Siegen-Wittgenstein zwei Fälle wegen Telefonbetrugs.

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Aktuell beschäftigen die Polizei in Siegen-Wittgenstein zwei Fälle wegen Telefonbetrugs. Foto: istock

Siegen-Wittgenstein.  Die Polizeikreisbehörde Siegen-Wittgenstein warnt aktuell wieder vor Betrügern am Telefon. Von einem Senior im südlichen Siegerland ergauern sie 20 000 Euro.

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Hinterhältige Betrugsanrufe, die vor allem ältere Bürgerinnen erreichen, reißen auch im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein nicht ab. Aus aktuellem Anlass warnt die Polizei Betroffene in Wittgenstein und Siegerland. Aktuell wurde ein Senior aus dem südlichen Siegerland um fast 20 000 Euro erleichtert. Gegenüber dem über 80-Jährigen hatten die Betrüger vorgegeben, er habe bei Gericht noch erhebliche Schulden, die er nun begleichen müsse.

Falscher Polizist meldet sich bei Siegener Seniorin

Und erst am Mittwoch rief wiederum ein falscher Polizist bei einer Siegener Seniorin an. Nach der üblichen Masche behauptete dieser hinterhältige Anrufer, dass es einen Einbruch in der Nachbarschaft der 79-Jährigen gegeben habe, bei dem ihr Name aufgefunden worden sei. Dann wurde unterstellt, dass die Seniorin Sparbücher besitze und Geld sowie Goldschmuck in der Sparkasse lagere, in der augenscheinlichen Absicht, Informationen über Wertgegenstände in der Wohnung zu bekommen.

Diesmal hatte der falsche Polizist allerdings keinen Erfolg: Die 79-Jährige glaubte dem Anrufer nicht und sagte ihm, dass ihn das alles nichts angehe und legte den Hörer unvermittelt auf. Es folgte ein weiterer Anruf, in dem der Telefonbetrüger ihr entgegnete, dass sie sehr unhöflich sei und dass man ihr doch nur helfen wolle. Doch auch davon ließ sich die Seniorin nicht einschüchtern; sie legte wiederum auf.

Die Anrufer

Ältere Menschen werden zunehmend von Unbekannten angerufen, die sich als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen ausgeben und hierbei die Rufnummer örtlicher Polizeidienststellen, des Bundeskriminalamtes oder die „110“ mit einer Ortsvorwahl im Telefondisplay erscheinen lassen. Die Anrufer manipulieren ihre Opfer, indem sie ihnen überzeugende Geschichten über aktuelle Straftaten erzählen und sie zum vermeintlichen Schutz ihres Eigentums auffordern, Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen.

Die Masche

Die falschen Polizeibeamten schildern zum Beispiel die Festnahme ausländischer Einbruchsbanden, bei denen Listen möglicher Einbruchsopfer gefunden wurden. Sie fordern die Opfer auf, Wertgegenstände und Bargeld „vorübergehend“ und nur zum Schutz an einen vermeintlichen Kollegen zu übergeben. Sie geben den Opfern vor, dass diese zur Mithilfe verpflichtet seien, um die „Täter“ festnehmen zu können. In manchen Fällen werden die Opfer dazu gebracht, ihr gesamtes Vermögen von der Bank nach Hause zu holen, da auch Bankangestellte zu den angeblichen Straftätern gehören sollen.

Die Folgen

Durch wiederkehrende Telefonanrufe über einen längeren Zeitraum hinweg erhöhen die Anrufer immer weiter den psychischen Druck auf ihre Opfer. Die Täter gehen laut Polizei vollkommen skrupellos und erfindungsreich vor, je nach mentaler Verfassung des Opfers und dessen Reaktionen.

Sie fordern sie teilweise auf, nur noch über das Handy zu telefonieren und während des Telefonates zur Bank zu gehen. Somit können die Täter sicher sein, dass nicht die richtige Polizei oder ein Angehöriger benachrichtigt wird. Die Telefonate dauern so lang an, bis Bargeld und Wertgegenstände an der Wohnungstür oder auf der Straße übergeben oder an einem vereinbarten Ort abgelegt wurden.

Die angezeigte Nummer

Im Telefondisplay erscheint die Nummer der Polizei oder einer anderen Behörde: Über ausländische Telefondienstanbieter sind die Täter in der Lage, jede beliebige Rufnummer im Display des Angerufenen einzublenden. Die Nummer auf dem Telefondisplay liefert daher lediglich einen Anhaltspunkt, wer der Anrufer sein kann. Sie ist keineswegs eine sichere Identifikationsmöglichkeit.

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