Wasserpfeife

„Shisha to go“: Bad Laaspher haben „Bottle Bowls" entwickelt

Bad Laaspher entwickeln „Shisha to go“

Drei Bad Laaspher Jungunternehmer demonstrieren, wie leicht sich ihre „Shisha to go“ zusammenstecken lässt. Video: Eberhard Demtröder

Drei Bad Laaspher Jungunternehmer demonstrieren, wie leicht sich ihre „Shisha to go“ zusammenstecken lässt. Video: Eberhard Demtröder

Beschreibung anzeigen

Bad Laasphe.   Selbst entwickelt: Drei Bad Laaspher Jungunternehmer machen eine leere Flasche plus Bausatz aus dem Koffer zur mobilen Shisha für die Freizeit.

Hmmm, Shisha rauchen – das entspannt. Wenn man es richtig macht. Doch nicht jeder will dafür gleich in die Shisha-Bar. So etwas gibt’s in Wittgenstein ohnehin nicht. Und eine ausgewachsene Wasserpfeife privat kaufen? Ist nicht ganz billig.

„BottleBowls‘ Base 2.0“

Hier ist eindeutig eine Marktlücke, denken sich 2015 drei Freunde aus Bad Laasphe – und entwickeln die „BottleBowls‘ Base 2.0“ – „einziger deutscher universeller Shisha-Aufsatz“, mit dem „sich handelsübliche Getränkeflaschen in luxuriöse Wasserpfeifen verwandeln“ lassen. So heißt es jedenfalls im Internet-Auftritt der drei Jungunternehmer Wladislav Scheinmeier, Marvin Opitz (beide 25) und Simon Riesinger (24).

Der Nutzen im Alltag

Das bedeutet in der Praxis: Bauteile bei Bedarf ins handliche Köfferchen gepackt, leere, vielleicht schon mit Wasser gefüllte Flasche nicht vergessen – und ab damit, idealerweise in die Natur. Denn im Freien schmeckt’s gemeinsam am besten. Am See, im Wald, auf der Wiese.

Das Team

Scheinmeier ist ausgebildeter Industriemechaniker und derzeit als Fitness-Trainer aktiv. Opitz und Riesinger studieren Betriebswirtschaft an der Uni Siegen, mit ihren Abschluss-Arbeiten beschäftigt. Und: „Wir alle haben hobbymäßig Shisha geraucht“, sagt Scheinmeier.

Die Idee

Irgendwann dann der Gedanke: Wie lassen sich leere Flaschen so als Gefäß, als „bowl“ einer Wasserpfeife nutzen, dass man sie nicht wie bisher bearbeiten muss, gar mit einem Bunsenbrenner? Die Lösung: Über einen von vier Adaptern, einfach auf das Gewinde des Flaschenverschlusses geschraubt, werden die komplette Rauchsäule samt Kopf mit der Bowl verbunden. Flasche in den Standfuß, fertig.

Der Upcycling-Gedanke

Aus Alt mach Neu, ganz umweltfreundlich: Simon Riesinger betont den „Upcycling-Gedanken“, der bei diesem Projekt (siehe YouTube) auch eine Rolle spiele. Aus leeren Flaschen ohne Pfand könne man Lampen und Vasen machen – oder eben eine Wasserpfeife.

Der Start

2016 war’s, als die beiden Siegener Studenten zum Gründerbüro ihrer Uni gingen. „Wir haben unsere Idee vorgestellt und wollten dazu von Leiter Frank Ermert Feedback bekommen“, erinnert sich Riesinger. Ermert selbst ist Diplom-Kaufmann. Ergebnis: „Wir bekamen große Hilfe“ – mit Coachings, Seminaren für Existenzgründer und mehr.

Das Produkt

Nächste Aufgabe: das Produkt-Design. Heißt: professionelle Zeichnungen für jene Firmen anfertigen, bei denen die Einzelteile produziert werden. Dann: passende Unternehmen suchen. Fündig wurde das Trio vor allem im nahen Hessen: Das Tauchrohr und andere Drehteile kommen aus Herborn, Fuß, Aufsatz, Kohleteller und Adapter aus Dautphetal – und die edel eloxierten Oberflächen aus Steffenberg.

Die Finanzierung

„Alles bis jetzt komplett eigenfinanziert“, betont Marvin Opitz, räumt aber ein: „Wir haben damals ein gewisses Startkapital gehabt.“ Und 2017 sei die junge Firma im Grunde schon in der Gewinnzone gewesen. Die ersten 60 selbst entwickelten Shishas „to go“ waren damals schon längst an erste Käufer gegangen. Die interessierte Haupt-Zielgruppe dabei, so Opitz: „Meist so zwischen 18- und 27-jährige Männer und Frauen.“ Und die seien garantiert nicht alle aus der Shisha-Szene. Die Kundschaft? Kommt natürlich vorwiegend aus dem deutschen Sprachraum, aber auch aus der Rest-EU oder den USA.

Vertrieb und Werbung

Das Geschäft läuft natürlich kostengünstig über einen Online-Shop im Internet. Aber auch die Werbung, verrät Simon Riesinger. „Wir haben einen großen Instagram-Account mit fast 10 000 Followern.“ Respekt. Außerdem fange „Bottle Bowls“ gerade an, mit Betreibern weiterer großer Accounts zusammenzuarbeiten, etwa einer Seite fürs Auto-Tuning. Und: „Werbetechnisch wollen wir Influencer ausprobieren“, kündigt Riesinger an. Also junge Account-Betreiber auf Instagram, die gerne bestimmte Produkte im Video vorstellen – idealerweise aus echter Begeisterung und weniger gegen Geld, hofft das Unternehmer-Trio.

Und über Facebook mischt „Bottle Bowls“ auch die sozialen Netzwerke auf: „Wir zeigen da ab und zu lustige Videos“, erzählt Riesinger. „Und haben damit schon bis zu 80 000 Leute erreicht.“

Der Lern-Effekt

Ein Gewerbe anmelden, sich mit Steuern und Finanzamt auseinandersetzen, Produkt-Design, Werbung – „da haben wir ziemlich viel gelernt“, freut sich Wladislav Scheinmeier. „In einem Jahr mehr als im ganzen Studium“, hat Simon Riesinger das Gefühl.Übrigens: Ein „Komplett-Paket“ ihrer „Base 2.0“ bietet das Laaspher Unternehmer-Trio derzeit für rund 170 Euro an.

Mehr zum Thema
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik