Energiegenossenschaft

Siebte Photovoltaikanlage entsteht in Volkholz

Auf dem Dach des Landschaftsbau-Betriebes Wedis in Volkholz ist eine neue Photovoltaik-Anlage mit 34 Kilowatt installierter Leistung montiert. Die Anlage soll jährlich etwa 29.000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren.

Auf dem Dach des Landschaftsbau-Betriebes Wedis in Volkholz ist eine neue Photovoltaik-Anlage mit 34 Kilowatt installierter Leistung montiert. Die Anlage soll jährlich etwa 29.000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren.

Foto: Energiegenossenschaft Wittgenstein

Volkholz.   Die Investitionskosten von etwa 25.000 Euro wurden durch Genossenschaftsanteile Wittgensteiner und der heimischen Volksbank getragen.

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Kaum hat die Energiegenossenschaft Wittgenstein neulich die Errichtung ihrer sechsten Anlage bekannt gegeben, steht die siebte Anlage kurz vor der Inbetriebnahme, das berichtet die Genossenschaft jetzt in einer Pressemitteilung.

In den letzten Tagen wurde auf dem Dach des Landschaftsbau-Betriebes Wedis in Volkholz eine neue Photovoltaik-Anlage mit 34 Kilowatt installierter Leistung montiert. Die Anlage soll jährlich etwa 29.000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren. Damit könnte ein Elektroauto knapp viermal den Erdball umkreisen. Die Investitionskosten von etwa 25.000 Euro wurden durch Genossenschaftsanteile engagierter Wittgensteiner und der heimischen Volksbank getragen. Ausschließliche heimische Betriebe wurden engagiert, um die Wertschöpfung in der Region zu belassen. „Die Anlage zeigt: Trotz unseres schlechten Wetters ist es einfach, sich in Wittgenstein für eine nachhaltige und klimaverträgliche Energieversorgung einzusetzen“, freute sich der ehrenamtliche Vorstand Alexander Blecher. Nicht nur das: Photovoltaik bedarf keiner Diskussion um Umweltverträglichkeit, keine Flächen werden versiegelt, die Module kommen inzwischen ohne Schwermetalle aus und sind komplett recycelbar.

Auch Dachinhaber Stephan Wunderlich, Geschäftsführer von Wedis Landschaftsbau, freut sich über die neue Anlage und Kooperation: „Ich bin froh, hier zum Umweltschutz und dem Vorsprung der erneuerbaren Energie beitragen zu dürfen, vor allem brauchen wir sauberen Strom. Und wenn so eine Win-Win Situation entsteht wie mit der Energiegenossenschaft, sollte man es an anpacken, da geeignete Dachflächen überall vorhanden sind und man nicht in die Natur eingreifen muss. Das sollte auch im Sinne unserer Berufung als Landschaftsbauer ein großer Aspekt bleiben, das wir unsere wertvolle Natur schützen und erhalten.“

Mit der neuen Anlage stärken die Energiegenossen ihren steilen Wachstumskurs. Die installierte Leistung aller Anlagen erhöht sich auf etwa 400 Kilowatt. Vor einem Jahr wurde erst die 200 kW-Grenze in Dotzlar durchstoßen. Das besondere: Die Energiegenossenschaft arbeitet vollständig ehrenamtlich und ist rein von dem lokalen Nachhaltigkeitsgedanken angetrieben.

Im Jahr 2018 wurde die Stromproduktion um 50 Prozent steigert, wobei insbesondere die neue Anlage auf der Kulturhalle Wittgenstein in Dotzlar beigetragen hat. Dieses Jahr wird die Stromproduktion erneut um mindestens 50 Prozent steigen, da drei neue Anlagen ans Netz gehen. Diese sind auf einer Gewerbehalle in Oberndorf, auf der Aula des Städt. Gymnasiums sowie eben auf diesem Volkholzer Dach und haben alle zusammen 160 Kilowatt installierte Leistung. Da diese neuen Anlagen 2020 ihr erstes volles Jahr haben werden, steigt die Stromproduktion 2020 weiter. „Wir hoffen, in diesem Jahr auch unsere achte Anlage zu bauen und haben ein konkretes Projekt im Auge. Glücklicherweise passt die Statik schon mal, da das leider schon mehrmals Projekte verhindert hat“, freute sich Genossenschaftsvorstand Erich Horchler.

„Bei diesem Blick müssten wir uns doch sehr freuen, jedoch trübt die Politik unsere Euphorie wie sooft ein“, gibt Frank Leyener zu Bedenken. Seit Anfang des Jahres reduziert die Bundespolitik die Vergütung für Photovoltaik-Anlagen dramatisch um über 20 Prozent „Aber es ist doch immer so“, kommentiert Leyener: „Dann kommt Photovoltaik gerade in Schwung und erreicht den angedachten Zubau, und schon wird eine ganze Branche abgewürgt.“ Insbesondere war bereits ein riesiges 250 kW-Projekt im Wert von einer Viertel Millionen Euro unterschrieben und umsetzungsreif. Jedoch ist die Wirtschaftlichkeit nun nicht mehr so einfach gegeben - Umsetzung unwahrscheinlich. Trotz dessen: Es geht mit anderen Projekten weiter und der Ausblick sehr positiv.

Die aktuelle erneute Dürreperiode, der zunehmend sichtbare und bedrohliche Klimawandel, zurzeit steigende Ölpreise und die Umweltprobleme zeigen den bedarf für eine nachhaltige Energieinfrastruktur. Die ehrenamtlichen Wittgensteiner Energiegenossen engagieren sich weiter dafür in Wittgenstein. Umso erfreulicher ist es, dass sich mit den „FridaysForFuture“-Aktionen das nötige Bewusstsein für die Bedrohung des Klimawandels bei Schülern ausbildet und diese engagiert gegen den Klimawandel eintreten.

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