Politik

So wollen Jugendliche Wittgensteins Probleme lösen

Bürgermeister Bernd Fuhrmann im

Bürgermeister Bernd Fuhrmann im

Foto: Lisa Klaus

Wittgenstein.   Auf der Jugendkonferenz #siwi4you kommen Schüler und Politiker ins Gespräch. Einige Ideen wollen Bürgermeister und Landrat schnell umsetzen.

Die Jugendlichen Wittgensteins wissen genau, was sie sich von der Politik erwarten: Mehr Jugendräume, bessere Busverbindungen und Infrastruktur, öffentliche Sportplätze und weniger Müll auf Straßen und Feldern. „Die Jugendlichen haben ein grundlegendes Vertrauen und glauben, dass die Politiker diese Probleme lösen können“, sagt Erik Flügge, Moderator von „#siwi4you – Deine Stimme für dein Wittgenstein“ am Rande der Veranstaltung.

30 Schüler aus Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück beteiligen sich an der Jugendkonferenz und vertreten alle in der Region vorhandenen Schulformen. Im Dialog mit Landrat Andreas Müller sowie den Bürgermeistern Bad Berleburgs und Erndtebrücks, Bernd Fuhrmann und Henning Gronau, sowie der stellvertretenden Bürgermeisterin Bad Laasphes, Christel Roth, berichten die Jugendlichen von ihren Sorgen und Ideen zur Verbesserung des Ist-Zustandes.

Das fordern die Schüler

„Unsere Städte sind keine Müllhalde!“ So steht es auf einem der Plakate,

die die Schüler am Vormittag entworfen haben. Demnach verlangen sie mehr Mülleimer und mehr Aufräum-Aktionen. Auch mehr Raum für die Jugendlichen wird gefordert – im wortwörtlichen Sinn.

Großes Thema auch: Der ÖPNV. „Wir stecken fest“, heißt es auf einem anderen Plakat. Die Fahrpläne seien nicht auf die Schulzeiten abgestimmt, es fahren zu wenig Busse und die, die fahren, sind überfüllt, klagen die Jugendlichen. Für den Landrat gibt es noch ein ganz spezielles Plakat: Darauf haben die Schüler aufgelistet, wo sie keinen Empfang haben und fordern, dass die Funklöcher gestopft werden.

Der Dialog

Natalie Bauer, Schülerin aus Erndtebrück, fühlt sich ernst genommen. Sie hat ein langes Gespräch mit Bürgermeister Henning Gronau geführt und

glaubt, dass die Veranstaltung Wirkung haben wird. „Wir haben unter anderem über den ÖPNV gesprochen und über die Kinderferienspiele“, berichtet sie.

Letztere könnten ihrer Meinung nach einen neuen Namen vertragen, da sie inhaltlich zwar auch Jugendliche über 12 Jahren ansprechen, aber aufgrund des Namens nur Kinder anlocken. Auch Clara Lach, Schülerin aus Bad Berleburg, ist zuversichtlich: „Ich glaube schon, dass diese Veranstaltung etwas bringt.“

Das Fazit der Politiker

„Wir können keine klaren Zusagen machen“, räumt Bürgermeister Bernd Fuhrmann ein. Aber: „Wir können versichern, dass wir alles hier angesprochene mitnehmen werden.“ So gebe es bereits eine Idee zu

„Müllpartys“ – regelmäßigeren Aufräum-Aktionen im kleineren Rahmen – und ein Treffen, um über die Errichtung einer Hütte für Jugendliche zu sprechen, sei schon abgemacht.

Henning Gronau will dafür sorgen, dass es weniger Barrieren gibt, die den Zugang zu bereits bestehenden Angeboten verhindern – und will unter anderem die Umbenennung der Kinderferienspiele anregen.

„Es wird gemäht, das kann ich versprechen“, sagt Christel Roth und geht damit auf die Forderung ein, dass sich mehr um öffentliche Sportplätze gekümmert werden soll. Ein Versprechen hat auch Andreas Müller parat: „Es wird kurzfristig die Abfahrtszeit der Busse am Bad Laaspher Gymnasium geändert, damit sie auf den Schulschluss abgestimmt ist.“ Mit den Ideen sei eine Menge zu schaffen, betont Müller.

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