Flüchtlinge

Stadt Bad Berleburg setzt auf die Ehrenamtlichen

Die längere Verweildauer in der Zentralen Unterbringungseinrichtung am Spielacker in Bad Berleburg soll durch Betreuungs- und Beschäftigungsangebote angenehmer werden. Und in der Einrichtung weiß man, was die Flüchtlinge mögen: die Nähmaschine im Frauentreff, der Billardtisch im „Men's Club“.

Die längere Verweildauer in der Zentralen Unterbringungseinrichtung am Spielacker in Bad Berleburg soll durch Betreuungs- und Beschäftigungsangebote angenehmer werden. Und in der Einrichtung weiß man, was die Flüchtlinge mögen: die Nähmaschine im Frauentreff, der Billardtisch im „Men's Club“.

Foto: Christoph Vetter

Bad Berleburg.   Längere Aufenthaltsdauer für Flüchtlinge in NRW-Landeseinrichtungen geplant. Bad Berleburg will sich verstärkt um Betreuung und Angebote kümmern.

Flüchtlinge, die nach „einer Prüfung in einem rechtsstaatlichen Verfahren nicht schutzbedürftig sind“, sollen direkt aus den Aufnahme-Einrichtungen in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf der NRW-Landesregierung vor, die damit Kommunen entlasten will.

Gleichzeitig soll die Aufenthaltsdauer in den Einrichtungen in Einzelfällen von bislang sechs auf bis zu 24 Monate erhöht werden können. Während unter anderem der Städte- und GemeiMndebund dieses Vorgehen befürwortet, lehnt der Flüchtlingsrat den längeren Aufenthalt in Landeseinrichtungen ab. Im Bad Berleburger Rathaus wird das Gesetz begrüßt.

Gesetzentwurf ist bekannt

„Der Gesetzentwurf ist uns bekannt“, sagt Regina Linde, im Bad Berleburger Rathaus Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste. „Wir sehen das als keinen schlechten Weg an, weil die Kommunen vom Land aus der Verantwortung genommen werden, was die Mitwirkung bei der Rückführung von Personen in ihre Heimatländer angeht.“

Auch wenn dies Bad Berleburg zurzeit deutlich weniger betreffe als andere Kommunen, „da wir nur aufnahmeverpflichtet für den Personenkreis mit Anerkennung sind“, so Linde weiter.

Integrationslotsen sind gefragt

Erforderlich sei es jedoch bei der langen Aufenthaltsdauer, „dass die Menschen in den Einrichtungen sinnvoll beschäftigt sind“. Nach momentaner Gesetzeslage ist keine Arbeitsaufnahme möglich – und Flüchtlingskinder in der Einrichtung sind auch nicht schulpflichtig.

Hier setzt die Stadtverwaltung auf die vielen ehrenamtlich tätigen Berleburger, die sich als Sprachmittler, in der Kleiderkammer, als Integrationslotse oder Flüchtlingspaten in den unterschiedlichen Initiativen um die Belange der Flüchtlinge kümmern – vorrangig natürlich zunächst um jene, die ihren Wohnsitz als anerkannte Flüchtlinge oder als solche mit subsidiärem Schutz in Bad Berleburg genommen haben.

Denn die Fürsorge für die Menschen in der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes obliegt der Bezirksregierung Arnsberg und dem eingesetzten Betreuungsverband. Linde: „Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Integration bringen sich ein, um zum Beispiel Kontakte zwischen Vereinen und der Einrichtung herzustellen.“

Abwechslung beim Fußballturnier

Wie durch das im Oktober durchgeführte Fußballturnier sorgten sie ferner „für ein wenig Abwechslung und den Austausch mit anderen Personengruppen“.

Klar ist für die Fachbereichsleiterin, dass durch Umsetzung des Gesetzes „auch einige Asylbewerber in der Bad Berleburger Einrichtung länger verweilen müssen und damit häufiger im Stadtbild zu finden sind. Die Menschen mit Asylbegehren sollten das Gefühl haben, dass sie die Zeit, die sie in den Einrichtungen verbringen müssen, vernünftig nutzen können – vor allem dann, wenn es sich um längere Aufenthalte handelt“.

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