Bus & Bahn

Stadtgebiet Bad Laasphe: Kurhessenbahn baut Brücken

Kurz vor dem Niederlaaspher Bahnsteig: Das Gleis der Oberen Lahntalbahn ist gekappt, die Bauarbeiten für eine neue Brücke sind voll im Gange.

Kurz vor dem Niederlaaspher Bahnsteig: Das Gleis der Oberen Lahntalbahn ist gekappt, die Bauarbeiten für eine neue Brücke sind voll im Gange.

Foto: Eberhard Demtröder

Niederlaasphe.  Ein neues Bauwerk über den Puderbach entsteht in Niederlaasphe, ein weiteres in Saßmannshausen. Geschätzte Baukosten: rund 1,17 Millionen Euro.

Kaum ist am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr der letzte Zug der Oberen Lahntalbahn (RB 94) am Bahnsteig Niederlaasphe vorbeigerauscht, sind gleich nebenan auf der Entenbergstraße die Bagger auch schon im Einsatz. Ihre Mission: Bis Ende des Monats muss hier eine marode Bahn-Brücke über den Puderbach abgerissen und von Grund auf neu gebaut werden. Veranschlagte Baukosten: immerhin rund 880.000 Euro. Schon am 1. November, 8.30 Uhr, soll auf der Strecke der nächste Zug rollen.

Die Nachtarbeit

Niederlaasphes Ortsvorsteherin Waltraud Schäfer begrüßt die umfassenden Arbeiten der Kurhessenbahn – als einen guten Beitrag zum Erhalt der Verkehrsinfrastruktur im Stadtgebiet. „Man muss doch mal erwähnen, dass da bei uns in die Zukunft investiert wird“, sagt sie. Und das, obwohl jeweils in den Nächten durchgebaut werden soll.

Dass die beauftragte Baufirma Falkenhahn aus Kreuztal dafür auch eine Nachtarbeitsgenehmigung hat, das haben die Niederlaaspher schriftlich. In einer „Anwohner-Information“ ist ferner zu lesen, dass die vorgegebenen Gleis-Sperrzeiten der DB RegioNetz der Anlass dafür sind. Falkenhahn bittet „um Verständnis für die auftretenden Lärmbelästigungen“.

Das Bauwerk

Ganz konkret geht es um eine kleine Brücke mit zwei Widerlagern sowie einem Überbau, jeweils aus Stahlbeton, erläutert vor Ort im Gespräch mit unserer Redaktion Dmitrij Ikonnikov, bei der Kurhessenbahn Bauüberwacher für die Bereiche Oberbau und Konstruktiver Ingenieurbau. Das Bauwerk und seine nötige Erneuerung hätten die Fachbeauftragten bei der Bahn schon seit längerem im Auge gehabt.

Die Umsetzung

Doch die Umsetzung ist bei begrenztem Platz nicht so einfach. So kreuzen sich laut Ikonnikov im Bereich der Baustelle zum Beispiel viele Versorgungsleitungen – das bedürfe einiger Abstimmungen, „damit wir hier unsere Baufreiheit haben“. Und: Die Sohle der Brücken-Fundamente liegt unterhalb des Grundwasserspiegels. Deshalb sorgen vier installierte Pumpen schon seit zwei Wochen dafür, dass die Baugrube möglichst trocken bleibt.

Die Bodengutachter

Für Montagabend hatten sich auch die Bodengutachter angesagt, um zu prüfen: Reicht der Untergrund für ein solides Fundament aus? Immerhin: Felsig ist es in der Tiefe, hat Bauüberwacher Ikonnikov bereits festgestellt. Und das sei schon ein gutes Zeichen.

Die Stützmauer

Parallel zum Neubau über den Puderbach komplett zurückgebaut werden soll noch eine kleinere Bahn-Brücke über den ehemaligen Mühlgraben, die überflüssig geworden sei, so der Bauüberwacher. Ausgeschrieben hatte die Kurhessenbahn neben den Brücken auch noch eine Mauer aus Beton-Fertigteilen: Sie soll die benachbarte Entenbergstraße künftig zum tiefer gelegenen Puderbach hin abstützen. Und: Die Fahrbahn im Bereich des Bahnübergangs werde natürlich wiederhergestellt, so Ikonnikov.

Die parallelen Baustellen

Überhaupt ist die Kurhessenbahn derzeit auf der Achse der Regionalbahn 94 zwischen Erndtebrück und Marburg sehr aktiv. Neben größeren Baustellen im benachbarten Hessen läuft parallel zu den Arbeiten in Niederlaasphe auch der Neubau einer Bahnüberführung in Saßmannshausen. Hier geht es um ein Bauwerk über den Welschenbach im Bereich der Straße „Dornhof“ ganz in der Nähe der Firma Osterrath: Für rund 288.000 Euro soll eine alte stählerne Behelfsbrücke einer neuen aus drei Fertigteilen weichen, die miteinander verspannt und verschraubt werden müssen. Und dafür haben Ikonnikov und die beauftragte Baufirma nur fünf Tage Zeit. Hier muss schon bis kommenden Freitag alles fertig sein.

Wichtig zu wissen für Autofahrer: Der „Dornhof“ muss wegen der Bauarbeiten in der Nacht zum Mittwoch, 21. Oktober, voll gesperrt werden, soll am nächsten Morgen dann aber wieder befahrbar sein.

Der Ferien-Vorteil

Für die Bauarbeiten nutze die Kurhessenbahn im Übrigen die ruhigen Herbstferien außerhalb des Schülerverkehrs – und die Tatsache, dass „nachts ohnehin Betriebsruhe“ auf der Strecke herrsche, so Ikonnikov weiter.

Die Ortsvorsteherin

„Ich habe mich sehr gefreut“, kommentiert Niederlaasphes Ortsvorsteherin die Bauarbeiten – „und das habe ich den Bauleitern auch schon gesagt“. Sie könne sich ohnehin „das Leben ohne die roten Züge der Kurhessenbahn gar nicht mehr vorstellen“ sagt Waltraud Schäfer, die öfter mit Bus und Bahn in der Region unterwegs ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben