Inzucht verhindern

Tage von Egnar als Leitbulle sind gezählt

xx10 2013 Die Wisentherde hat Regine Homrighausen aus Erndtebrück auf Kühude gesehen und aus ca. fünf Metern Entfernung dieses Foto von Egnar machen können. "Es war ein tolles Gefühl, diesen tollen Kerl so nah vor die Linse zu bekommen, und er wirkte gar nicht so bedrohlich."

xx10 2013 Die Wisentherde hat Regine Homrighausen aus Erndtebrück auf Kühude gesehen und aus ca. fünf Metern Entfernung dieses Foto von Egnar machen können. "Es war ein tolles Gefühl, diesen tollen Kerl so nah vor die Linse zu bekommen, und er wirkte gar nicht so bedrohlich."

Foto: WP

Bad Berleburg.  Die Tage des Leitbullen Egnar in der Wisentwildnis Wittgenstein sind gezählt. Nicht etwa, weil der Bulle bereits drei Mal in ansonsten eher unblutigen Rangkämpfen drei Jungtiere tödlich verletzt hat, sondern weil irgendwann Inzucht droht. Die zwischenzeitlich auf 22 Tiere angewachsene wilde Herde, hat sich offensichtlich nicht nur wohl gefühlt, sondern auch kräftig vermehrt. Das ist wichtig, weil die fast ausgerotteten Wildrinder in einem „genetischen Flaschenhals“ stecken, da sie von zu wenigen Vorfahren abstammen. Die Vermeidung von Inzucht ist deshalb das oberste Ziel aller miteinander verbundenen Wisentprojekte - ob in Zoos oder freier Wildbahn.

Herdenmanagement

Spätestens 2017 muss die Zusammensetzung der Herde verändert werden, erläutert Wisent-Ranger und Herdenmanager, Jochen Born. Wegen des Rechtsstreites war diese Frage hinten angestellt worden, wird aber wegen der positiven Signale des Oberlandesgerichtes Hamm nun wieder in den Fokus rücken. Born erläutert, dass es schwierig sein werde, Egnar zu fangen und noch schwerer, ihn gleichwertig zu ersetzen. Ein Chance biete sich aber, weil der Bulle in der freilebenden Herde bislang nur eine „Tochter“ neben viele Bullenkälbern hat. „Wenn wir die Tochter abfangen, gewinnen wir zumindest ein Jahr Zeit“, sagt Born.