Geldstrafe

Taxifahrer gibt Warnschüsse gegen prügelnden Fahrgast ab

Der Angeklagte muss nun 500 Euro Schmerzensgeld an den Verletzten bezahlen.

Der Angeklagte muss nun 500 Euro Schmerzensgeld an den Verletzten bezahlen.

Bad Laasphe/Bad Berleburg.   Angeklagter schlägt Taxifahrer aus Bad Laasphe ins Gesicht, weil er sich keine Zigarette anstecken darf. Geldstrafe und Schmerzensgeld.

Als Taxifahrer arbeitet der 45-jährige Mann aus Bad Laasphe heute nicht mehr. Ein Vorfall im Oktober hat ihn dazu bewogen, seinen bis dahin ausgeübten Nebenjob an den Nagel zu hängen. Der Mann war bei einer nächtlichen Fahrt von einem Fahrgast angegriffen worden. Letztendlich habe er sich nur noch mit Schüssen zu helfen gewusst.

Vier Männer, darunter ein Angeklagter aus Bad Laasphe, hatte der Taxifahrer am frühen Morgen des 2. Oktober letzten Jahres von einer Kneipe in die Bad Laaspher Kernstadt fahren sollen. Der Angeklagte saß auf dem Beifahrersitz und habe den Taxifahrer bereits während der Fahrt immer wieder provoziert. Dieser habe die Provozierungen zunächst ignoriert.

Zigarette lässt die Situation eskalieren

Als sich der Angeklagte allerdings eine Zigarette im Taxi anstecken wollte, drohte die Situation zu eskalieren. „Da habe ich ihm die Zigarette aus dem Mund genommen“, so der Taxifahrer vor dem Berleburger Amtsgericht. Daraufhin habe der Beifahrer dem Taxifahrer ins Gesicht geschlagen, der dadurch seine Brille verlor. Er stoppte abrupt den Wagen, um seine Brille zu suchen. Währenddessen soll der Angeklagte ausgestiegen sein, um den Taxifahrer aus dem Auto zu ziehen.

Als der Fahrer seine Brille wieder gefunden hatte und ausgestiegen war, habe er aus seinem mitgeführten Gasrevolver einen Schuss abgegeben. Der Angeklagte sei daraufhin „zwei, drei Schritt zurück gegangen“, bis er scheinbar wieder auf ihn losgehen wollte. Deswegen habe der Taxifahrer weitere drei Schüsse abgegeben, ein vierter zündete nicht. Zwischenzeitlich habe er die Polizei verständigen können. Die Beamten trafen kurz darauf ein und haben zu dem Zeitpunkt „zumindest keine körperliche Auseinandersetzung mehr festgestellt“, so der Beamte im Zeugenstand.

Die Einlassungen des Angeklagten, wonach der Taxifahrer bereits während der Fahrt aus dem Fenster geschossen habe, konnten die Polizeibeamten nicht bestätigen: „Wir kennen den Taxifahrer schon länger und er war immer eher zurückhaltend und defensiv. Das passte überhaupt nicht“, so der Polizeibeamte im Gericht.

1800 Euro Geldstrafe und 500 Euro Schmerzensgeld

Auch im Gerichtssaal schilderte der Angeklagte die Vorfälle zunächst ganz anders. Er habe dem Mann nur auf die Schulter geklopft, weil dieser eine Einfahrt verpasst habe. Dass die Schusswaffe gezielt auf ihn gerichtet wurde, beteuerte er nur im Gericht, auf der Polizeiwache hatte er dies nicht angegeben. „Ich war geschockt. Es wird ja nicht jeden Tag auf einen geschossen“.

Letztendlich – mit Nachdruck von Amtsanwältin Judith Hippenstiel – gestand der Angeklagte schließlich doch seine Tat. Er wurde zu einer Geldbuße von 1800 Euro und der Zahlung von 500 Euro Schmerzensgeld im Rahmen eines Vergleichs verurteilt.

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